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Spanische Großbank Banco Santander schreibt erstmals rote Zahlen – Nettoverlust von 11,1 Milliarden Euro

Spaniens größte Bank senkt wegen düsterer Konjunkturaussichten den Firmenwert mehrerer Töchter und weist einen Nettoverlust von 11,1 Milliarden Euro aus.
29.07.2020 - 11:46 Uhr Kommentieren
Die Coronakrise brockt Spaniens größter Bank den ersten Verlust in ihrer Geschichte ein. Quelle: Bloomberg
Firmensitz von Banco Santander bei Madrid

Die Coronakrise brockt Spaniens größter Bank den ersten Verlust in ihrer Geschichte ein.

(Foto: Bloomberg)

Madrid Die spanische Großbank Banco Santander war bisher stolz darauf, noch nie in ihrer Geschichte ein Minus ausgewiesen zu haben. Noch nicht einmal in der Finanzkrise. Doch durch die Corona-Pandemie reißt diese Serie: Wegen der verschlechterten Konjunkturaussichten hat Santander den Wert früherer Zukäufe und latenter Steuerforderungen im zweiten Quartal um 12,6 Milliarden Euro gesenkt. Das brockte der Bank einen Nettoverlust von 11,1 Milliarden Euro ein.

10,1 Milliarden der Korrektur entfallen auf Firmenwertabschreibungen in Großbritannien, den USA, Polen und der Sparte für Konsumentenkredite, Santander Consumer Finance. Die restlichen 2,5 Milliarden Euro resultieren aus niedriger bewerteten latenten Steuerforderungen.

Die Bank betonte, dass beides keine Auswirkungen auf die Kapitalquote oder den Cashflow habe. „Die vergangenen sechs Monate waren mit die herausforderndsten in unserer Geschichte“, erklärte Bankchefin Ana Botín. Die Wertberichtigung „hat keine Auswirkungen auf die Stärke unserer Bilanz. Das Fundament unseres Geschäfts bleibt extrem stark und das Kapital am oberen Ende unseres Zielkorridors.“ Santander bestätigte auch das gesteckte Ziel für die Eigenkapitalrendite von 13 bis 15 Prozent.

Das Geldhaus steigerte die Kernkapitalquote CET1 im zweiten Quartal um 26 Basispunkte auf 11,84 Prozent. Es hatte sich mittelfristig eine Quote von elf bis zwölf Prozent zum Ziel gesetzt.

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    Das operative Geschäft lief indes besser als von Experten erwartet. Analysten hatten mit einem Gewinn von 944 Millionen Euro gerechnet. Tatsächlich lag der um Sondereffekte bereinigte Gewinn im zweiten Quartal aber bei 1,5 Milliarden Euro. Das sind 27 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wofür die Bank vor allem Rückstellungen in Folge der Coronakrise verantwortlich macht.

    Welle von Kreditausfällen droht

    Der Einbruch von Santander folgt dem der zweitgrößten spanischen Bank BBVA, die schon im ersten Quartal eine milliardenschwere Wertberichtigung auf ihr Geschäft in den USA verbucht hatte. Bei BBVA führte das zu einem Rekordverlust in den ersten drei Monaten des Jahres.

    Spanien gehört zu den Ländern, die am stärksten unter der Corona-Pandemie leiden. Alle heimischen Banken haben deshalb hohe Rückstellungen gebildet, die im ersten Quartal die Nettogewinne auffraßen. Den Geldhäusern droht im Zuge der Krise eine Welle von Kreditausfällen, wenn die staatlichen Hilfsprogramme auslaufen.

    Grafik

    Santander und BBVA sind nicht nur in Spanien aktiv, sondern international aufgestellt und erzielen einen Großteil ihres Geschäfts in Südamerika. Santander verbuchte bereits im ersten Quartal 1,6 Milliarden Euro an Rückstellungen speziell für die Coronakrise. Im zweiten Quartal erhöhte die Bank ihre Rückstellungen um eine weitere Milliarde auf insgesamt 3,1 Milliarden Euro, wies den Anteil für die Pandemiefolgen daran aber nicht mehr aus. Der Aktienkurs gab am Mittwochvormittag bis zu nahezu fünf Prozent nach und war damit der größte Verlierer im spanischen Aktienindex Ibex 35.

    Die europäische Zentralbank (EZB) hat die Banken aufgefordert, in der Krise keine Dividenden zu zahlen, um mehr Liquidität zur Verfügung zu haben. Santander zahlt deshalb in diesem Jahr für 2019 den Rest der Dividende in Aktien und kündigte an, die Dividende wieder komplett bar auszuzahlen, „sobald die Marktbedingungen sich normalisieren“.

    Mehr: Spanische Banken rüsten sich für Welle von Kreditausfällen.

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