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Spanisches Kreditinstitut Banco Popular verzichtet auf Staatsgelder

Die spanische Banco Popular will ohne Staatshilfe auskommen und kündigt eine Kapitalerhöhung an. 2012 soll zudem keine Dividende ausgeschüttet werden, teilte das Institut mit. Die Aktie brach um rund zehn Prozent ein.
01.10.2012 - 16:04 Uhr Kommentieren
Keine „Bad Bank“: Die Banco Popular geht ihren eigenen Weg. Quelle: Reuters

Keine „Bad Bank“: Die Banco Popular geht ihren eigenen Weg.

(Foto: Reuters)

Madrid Die sechstgrößte spanische Bank Popular will ihr Kapitalloch ohne Hilfe des Staates stopfen. Das Institut kündigte am Montag an, mit einer Kapitalerhöhung bis Mitte November 2,5 Milliarden Euro einsammeln zu wollen. Zudem werde das Institut im Oktober keine Dividende ausschütten. Die Aktie der Bank verlor daraufhin rund zehn Prozent. Popular muss bis Dezember eine Kapitallücke von zwei Milliarden Euro füllen, um eine staatliche Finanzspritze zu vermeiden.

Banco Popular leidet wie viele andere spanische Institute unter der Rezession in der viertgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone sowie unter der hohen Zahl an Spaniern, die nach dem Platzen der Immobilien-Blase 2007 ihre Kredite nicht mehr bedienen können. Ein Stresstest der Beratungsfirma Oliver Wyman hatte vergangene Woche ergeben, dass spanische Banken fast 60 Milliarden Euro frisches Kapital bräuchten, falls sich die Lage in dem südeuropäischen Land verschlechtert.

Insgesamt diagnostizierten die Experten bei sieben von 14 untersuchten Instituten eine Kapitallücke, bei Banco Popular betrug sie rund drei Milliarden Euro. Spanien hat sich auf europäischer Ebene bereits eine Kreditlinie für die Sanierung seines Bankensektors in Höhe von 100 Milliarden Euro gesichert. Am Freitag erklärte sie, am Ende wohl um rund 40 Milliarden Euro bitten zu wollen.

Die Berechnungen von Oliver Wyman basieren darauf, dass die spanische Wirtschaft noch stärker schrumpft als Volkswirte es derzeit vorhersagen. Vier der sieben Institute, bei denen die Experten eine Kapitallücke ausmachten, wurden bereits verstaatlicht. Die größte davon ist die Großsparkasse Bankia, die der Studie zufolge alleine rund 25 Milliarden Euro Kapital benötigt.

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    Die Bank Mare Nostrum, die laut Stresstest zwei Milliarden Euro benötigt, will Anlagen verkaufen und ihren Bedarf damit um eine Milliarde senken. Mare Nostrum und Popular hatten auch über eine Fusion gesprochen, die spanische Regierung hatte jedoch am Freitag betont, sie unterstütze keine Zusammenschlüsse von schwachen Banken. Banco Popular betonte am Montag, es plane keine Fusion oder Übernahme und wolle seine faulen Kredite in einer eigenen Einheit abbauen.

    Das Geldhaus geht damit einen anderen Weg als das fusionierte Institut Liberbank-Ibercaja-Caja3, das seine faulen Papiere in eine staatliche „Bad Bank“ packen will. Die Gründung einer solchen „Bad Bank“ gilt als eine der Voraussetzung für europäische Hilfszahlungen an spanische Institute.

    • rtr
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