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Sparkassenverband Hessen-Thüringen Sparkassen profitieren von ihrem Ruf als Stabilisator in schlechten Zeiten

Die Corona-Pandemie bescherte den Sparkassen in Hessen und Thüringen einen Run auf Firmenkredite. Anleger dagegen bunkerten ihr Geld auf den Konten.
15.09.2020 - 14:55 Uhr Kommentieren
Sparkassen müssen sich auf steigende Insolvenzen bei ihren Firmenkunden einstellen. Quelle: dpa
Sparkasse in Frankfurt

Sparkassen müssen sich auf steigende Insolvenzen bei ihren Firmenkunden einstellen.

(Foto: dpa)

Fulda Die Coronakrise hat das Bild von der Finanzbranche in Deutschland spürbar verändert. „Waren die Banken nach der Weltfinanzkrise in der öffentlichen Wahrnehmung noch die ‚Bad Guys‘, gelten sie nun als die Guten, die für das gesamtwirtschaftliche System unverzichtbar sind“, sagte Gerhard Grandke, Präsident des Sparkassen- und Giroverbands Hessen-Thüringen (SVHT), bei der Vorstellung der Halbjahresbilanz mit einer gewissen Genugtuung vor Journalisten in Fulda. Die Sparkassen seien von der Rollenverschiebung nur bedingt betroffen. Als regional verankerte Institute komme ihnen traditionell die Aufgabe eines Stabilisators in schlechten Zeiten zu.

Das Geschäft der 49 Mitgliedsinstitute des SVHT wurde bis Mitte des Jahres erheblich von der Corona-Pandemie und dem zeitweisen Brachliegen der Wirtschaft geprägt. Im zweiten Quartal 2020 ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorjahresquartal um fast zwölf Prozent eingebrochen – so stark wie noch nie. Diese Vollbremsung hat den Liquiditäts- und Finanzierungsbedarf vieler Marktteilnehmer erhöht.

In Hessen und Thüringen – dem Verbandsgebiet des SVHT – verliehen die Sparkassen im ersten Halbjahr 2020 deshalb insgesamt 2,2 Milliarden Euro. Das sind 2,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum Erstaunlicherweise haben die öffentlichen Haushalte ihre Kreditbestände leicht abgebaut. Dagegen erhöhten Unternehmen und Selbstständige ihre Kreditnachfrage um 1,3 Milliarden Euro. Das Plus der Privatpersonen von knapp einer Milliarde Euro lag vor allem an den weiter boomenden Wohnungsbaukrediten.

Auch bei den Einlagen spiegelte sich die Krise wider. Die Sparkassen profitierten von ihrem Ruf als sicherer Hafen. „Die Menschen hatten oft gar keine Gelegenheit oder Lust, groß zu konsumieren. Viele haben ihr Geld auf die hohe Kante gelegt und auf ihren Konten gebunkert“, sagte Grandke. Die Verbindlichkeiten der Sparkassen legten deshalb um 3,4 Milliarden Euro zu. Unter Ertragsgesichtspunkten ist dies laut Grandke wegen der Niedrigzinspolitik der EZB „eher Last denn Lust“:

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    Gleichzeitig verstärkte sich der Trend zur kurzfristigen Anlage. Das lässt sich auf die gestiegene Jobunsicherheit zurückführen. Trotzdem kauften Sparkassenkunden mehr Wertpapiere – obwohl diese als besonders risikoavers und konservativ gelten. Die Käufe erhöhten sich in den ersten sechs Monaten um insgesamt 33,2 Prozent.

    Um für schwierigere Zeiten gerüstet zu sein, haben die Sparkassen in Hessen und Thüringen im ersten Halbjahr ihr Kernkapital auf 12,6 Milliarden Euro gesteigert. Zur Mitte des Jahres lag die Kernkapitalquote bei 18,3 Prozent, bei der Deutschen Bank etwa bei 13,3 Prozent. Bei den Sparkassen hat sich das Kernkapital damit seit Ende 2008 mehr als verdoppelt.

    Trotz der schwer vorhersehbaren Zeiten wagt Grandke eine Prognose des Betriebsergebnisses für seine Verbands-Sparkassen. Er rechnet mit einem Rückgang um 17 Prozent auf 760 Millionen Euro in diesem Jahr. Der Präsident zeigte sich überzeugt, dass die Kreditrisiken der Sparkassen überschaubar sind. „Wir sind nah vor Ort und kennen die Stärken und Schwächen der Unternehmen im Geschäftsgebiet. Da sind Überraschungen selten“, sagte Grandke.

    Mehr: Finanzbranche fürchtet den Angriff der Big Techs

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