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Sparmaßnahmen Deutsche Bank prüft Streichung von bis zu 20.000 Stellen

Das größte deutsche Geldinstitut erwägt den Abbau von bis zu 20.000 Arbeitsplätzen. Die Deutsche Bank will vor allem im Investmentbanking Stellen einsparen.
28.06.2019 Update: 29.06.2019 - 15:45 Uhr Kommentieren
Das Institut steht wohl vor harten Einschnitten. Quelle: Reuters
Deutsche Bank

Das Institut steht wohl vor harten Einschnitten.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Die Deutsche Bank steht vor einem der größten Arbeitsplatzverluste ihrer Geschichte. In den vergangenen Tagen habe das Führungsteam um Christian Sewing deutliche Fortschritte bei der Ausarbeitung des seit Wochen erwarteten Sanierungsprojekts gemacht, heißt es in Finanzkreisen.

Kernpunkte des Plans seien inzwischen Teilen des Aufsichtsrats und den Aufsehern bekannt, auch wenn die Vorbereitungen noch nicht endgültig abgeschlossen seien. Am Ende könnte das Projekt zwischen 15.000 und 20.000 Jobs kosten, heißt es. Sollten die Sparpläne so umgesetzt werden, träfe es mehr als ein Fünftel der Belegschaft – diese betrug Ende des ersten Quartals rund 91.500 Mitarbeiter. Das Institut wollte sich nicht zu den Zahlen äußern, über die zuerst das Wall Street Journal berichtet hatte. Im vergangenen Jahr hatte die Bank bereits 7000 Stellen gestrichen.

Der Arbeitsplatzabbau ist nur ein Teil eines großangelegten Umbauplans. Vorstandschef Christian Sewing hatte Ende Mai auf der Hauptversammlung erklärt, er sei zu „harten Einschnitten“ bereit, vor allem bei der seit zwei Quartalen defizitären Investmentbank.

Insidern zufolge soll der Aufsichtsrat den Stellenabbau bei der Sonntagssitzung am 7. Juli beschließen, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Der Umbau dürfte auch mit Veränderungen im Vorstand verbunden sein. So werde diskutiert, den Vorstand zu verkleinern und neu zu strukturieren sagten zwei der Insider.

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    Voraussichtlich wird Sewing das Aktiengeschäft und Teile des Staatsanleihegeschäfts außerhalb Europas deutlich zusammenstreichen. Vor allem in den USA dürfte die Bank das Geschäft massiv eindampfen. Bankenaufseher fordern das schon lange von dem Institut, große Investoren hatten nach den massiven Kursverlusten in diesem Jahr ebenfalls auf Einschnitte in der Investmentbank gedrängt.

    Integration der Postbank dürfte 2000 Stellen kosten

    Bei den Umbauplänen spielt auch eine so genannte Bad Bank eine Rolle, in die das Institut bis zu 50 Milliarden Euro an risikogewichteten Aktiva packen könnte, die künftig nicht mehr zum Kerngeschäft gehören. Das entspräche etwa 14 Prozent der gesamten risikogewichteten Aktiva des Instituts.

    Der Arbeitsplatzabbau treffe vor allem, aber nicht ausschließlich die Investmentbank, heißt es in Finanzkreisen. Erst am Freitag wurde bekannt, dass die Integration der Bonner Tochter Postbank noch einmal knapp 2000 Stellen kosten dürfte. Es wird erwartet, dass die Bank Anfang bis Mitte Juli die Details zur Sanierung nennen wird, und diese Gelegenheit auch nutzen wird, um sich vom bislang offiziell noch geltenden Ziel einer Eigenkapitalrendite von vier Prozent zu verabschieden.

    Mit der Streichung des Renditeziels würde Vorstandschef Christian Sewing nachvollziehen, was für viele Investoren längst Realität ist. Die Analysten hatten der Deutschen Bank ohnehin nicht mehr zugetraut, ihr Versprechen zu erfüllen. Im Schnitt rechnen die Experten für dieses Jahr mit einer Eigenkapitalrendite von lediglich 1,7 Prozent, für 2020 halten sie eine Rendite von 2,6 Prozent für möglich und für 2021 auch nur 3,4 Prozent, also deutlich weniger, als Sewing bereits für Ende dieses Jahres zugesagt hat.

    Anfang Mai hatte die Deutsche Bank Fusionsverhandlungen mit dem Frankfurter Nachbarn Commerzbank abgebrochen. Ein Zusammenschluss der beiden Geldhäuser hätte Schätzungen zufolge bis zu 30.000 Stellen gekostet. Sewing und sein Pendant bei der Commerzbank, Martin Zielke, hatten nach dem Abbruch klar gemacht, dass ein Teil der Stellenkürzungen auch ohne den Zusammenschluss kommen würde.

    Zumindest eine gute Nachricht gab es für die Deutsch-Banker dann doch noch am Ende dieser Woche: Ihre lange Zeit angeknacksten Beziehungen zu den US-Aufsehern haben die Frankfurter inzwischen offenbar wieder verbessert. Am Donnerstagabend war bekannt geworden, dass das Institut in diesem Jahr beide Teile des jährlichen Stresstests der Branche in den USA bestanden hat – nachdem es 2015, 2016 und 2018 durchgefallen war.

    Mehr: Im Zuge der Postbank-Integration fallen bei der Deutschen Bank etwa 750 Vollzeitstellen weg. Weitere 1200 könnten folgen.

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