Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Stable Coin Facebooks Krypto-Projekt beugt sich dem Druck der Aufseher

Diem zieht aus der Schweiz zurück in die USA, kooperiert mit einer Bank und möchte einen Stable Coin auf den Markt bringen. Die Liste der Strategiewechsel wird immer länger.
17.05.2021 - 15:36 Uhr Kommentieren
Das von Facebook initiierte Projekt hat bereits zahlreiche Wandlungen durchgemacht. Quelle: imago images/Science Photo Library
Diem

Das von Facebook initiierte Projekt hat bereits zahlreiche Wandlungen durchgemacht.

(Foto: imago images/Science Photo Library)

Denver Vor fast zwei Jahren hat Facebook einen ambitionierten Vorstoß in die Welt der Kryptowährungen gewagt. Nun muss das Projekt erneut seine Strategie ändern. Die Diem Association, die ursprünglich unter dem Namen Libra gestartet ist, zieht ihren Sitz aus der Schweiz ab und verlagert die Zentrale in die USA, wie der Verband vergangene Woche mitteilte.

Zudem werde das Projekt mit der kalifornischen Bank Silvergate Capital zusammenarbeiten. Silvergate werde einen großen Teil der Infrastruktur für die Kryptowährung liefern, die Diem eigentlich selbst bauen wollte.

Mithilfe der Silvergate Bank möchte die Diem Association einen sogenannten Stable Coin auf den Markt bringen, der eins zu eins an den Dollar gekoppelt ist. Silvergate wird den Stable Coin herausgeben, der auch die bestehende Infrastruktur der kryptofreundlichen Bank nutzen soll, wie Diem mitteilte. Zu den Silvergate-Kunden gehören auch Kryptobörsen wie Coinbase und Gemini.

Damit hat sich Diem mittlerweile von zahlreichen Punkten des ursprünglichen Plans verabschiedet. Und der Verband, der seit August von Stuart Levey geführt wird, schlägt mittlerweile auch deutlich mildere Töne an.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Levey leitete im Finanzministerium unter den Präsidenten George W. Bush und Barack Obama einst die Abteilung, die sich um Terrorismusbekämpfung kümmert, und war acht Jahre lang Chefjustiziar der britischen Bank HSBC. Diem werde sich bei einer Einheit des Finanzministeriums registrieren, die sich um den Kampf gegen Geldwäsche kümmert, wie die Organisation versicherte, die künftig auch in Washington ansässig sein wird.

    Diem-Chefökonom: Das erste Konzeptpapier „war extrem naiv“

    Für das viel beachtete Projekt ist dies ein weiteres Eingeständnis, dass es sich dem Druck der Regulierer und Politiker beugen muss. Das erste Konzeptpapier, das Libra im Sommer 2019 vorlegte, wollte eine digitale Währung schaffen, die auf einem Korb an Fiatwährungen wie dem Dollar und dem Euro basieren sollte.

    Das hatte bei Notenbanken, Finanzministern und Regulierungsbehörden weltweit heftige Kritik ausgelöst. Die Institutionen befürchteten, dass Facebook mit seinen gut drei Milliarden Nutzern eine nicht regulierte Parallelwährung einführen würde, die das Potenzial hätte, das Finanzsystem im Ernstfall zu destabilisieren.

    Der damalige Libra-Chef David Marcus und Facebook-CEO Mark Zuckerberg mussten vor dem US-Kongress aussagen. Nach mehreren Datenschutzskandalen konnten sie die Abgeordneten nicht von ihren Plänen überzeugen.

    Den US-Abgeordneten um die demokratische Leiterin des Finanzausschusses im Repräsentantenhaus, Maxine Waters, missfiel von Anfang an, dass der Verband in der Schweiz und nicht in den USA ansässig war. Zuckerberg musste 2019 unter Eid versichern, dass er keine Währung ohne die explizite Genehmigung der US-Regulierer auf den Markt bringen würde.

    Das erste Konzeptpapier „war extrem naiv“, räumte Diems Chefökonom Ende April im US-Börsensender CNBC ein.

    Erneuter Strategiewechsel

    Bis vor Kurzem verfolgte der Verband dann eine ganz andere Strategie. Diem arbeitete mit der Schweizer Finanzaufsicht Finma zusammen. Die wiederum kooperierte mit einer Reihe von Aufsehern aus anderen Ländern. Die Idee war: Wenn die Schweizer ihr Okay zu Diem geben, dann wäre die digitale Währung automatisch auch in anderen Ländern zugelassen.

    Doch auch von diesem Plan hat man sich nun verabschiedet. Der „intensive Lizenzierungsprozess in der Schweiz und das konstruktive Feedback der Finma und von mehr als zwei Dutzend anderen Regulierungsbehörden weltweit“ seien für das Projekt jedoch sehr hilfreich gewesen, betonte Diem.

    Konkurrenz durch „Defi“

    Eines der 26 Mitglieder der Diem Association ist die Facebook-Tochter Novi. Sie arbeitet an der digitalen Geldbörse, über die die Nutzer künftig mit Diem Geld senden und empfangen können. Ursprünglich hieß die Tochter Calibra. Andere Mitglieder sind unter anderem die Fahrdienste Uber und Lyft, Coinbase, Spotify und der Risikokapitalfonds Andreessen Horowitz. Visa, Mastercard und Paypal waren wenige Monate nach dem Start wieder ausgestiegen.

    Facebook ist mit seinem Kryptoprojekt spät dran. Während Diem immer neue Strategieänderungen vornehmen muss, boomt der Markt für Kryptowährungen. Unter dem Stichwort „Decentralized Finance“ (Defi) ist ein Schattenfinanzsystem entstanden, das auf der Blockchain-Technologie und digitalen Token basiert.

    Bekannte Unternehmer und Investoren wie Tesla-Chef Elon Musk und Mark Cuban, der Besitzer des Basketball-Teams Dallas Mavericks, befeuern den Boom. Auch etablierte Wall-Street-Häuser bauen auf Druck der Kunden ihre Kryptoangebote aus. Wann das Diem-Pilotprojekt starten soll, ist derweil noch unklar.

    Mehr: Wie eine kleine Gruppe von Tech-Pionieren die Regeln der Finanzwelt neu schreibt

    Startseite
    Mehr zu: Stable Coin - Facebooks Krypto-Projekt beugt sich dem Druck der Aufseher
    0 Kommentare zu "Stable Coin: Facebooks Krypto-Projekt beugt sich dem Druck der Aufseher"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%