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Stadtsparkasse Bad Sachsa Die kleinste Sparkasse wird bald verschwinden – durch eine Fusion im zweiten Anlauf

Die Stadtsparkasse Bad Sachsa wird voraussichtlich mit einer größeren Sparkasse zusammengehen. Es ist die kleine Variante einer geplanten Großfusion.
10.05.2019 - 14:31 Uhr Kommentieren
Die Stadtsparkasse Bad Sachsa ist die kleinste deutsche Sparkasse. Sie verhandelt über eine Fusion mit einer Nachbarsparkasse. Quelle: Franz Bischof für Handelsblatt
Stadtsparkasse Bad Sachsa

Die Stadtsparkasse Bad Sachsa ist die kleinste deutsche Sparkasse. Sie verhandelt über eine Fusion mit einer Nachbarsparkasse.

(Foto: Franz Bischof für Handelsblatt)

Frankfurt Die Stadtsparkasse Bad Sachsa ist derzeit die mit Abstand kleinste Sparkasse in Deutschland – noch. Denn Anfang kommenden Jahres soll sie als eigenständiges Kreditinstitut verschwinden und in der größeren Sparkasse Osterode am Harz aufgehen.

Darauf haben sich die Träger der beiden Geldhäuser verständigt, teilte der Landkreis Göttingen, in dem die zwei Sparkassen beheimatet sind, am Freitag mit. Zusammen kommen die beiden Kreditinstitute auf eine Bilanzsumme von gut einer Milliarde Euro. Die Verwaltungsräte der Sparkassen und die Sparkassen selbst haben sich schon geeinigt. Die Räte der Städte Osterode, Bad Lauterberg und Bad Sachsa sowie der Kreistag Göttingen müssen aber noch grünes Licht geben.

Der geplante Zusammenschluss der zwei Sparkassen ist sozusagen die kleine Variante einer ursprünglich geplanten Großfusion. So hatten im vergangenen Jahr gleich vier Sparkassen aus Südniedersachsen über eine Verschmelzung verhandelt. Damals wollten sich die Sparkassen Osterode am Harz, Duderstadt und Münden sowie die Stadtsparkasse Bad Sachsa zusammentun – alle vier Geldhäuser liegen im Landkreis Göttingen.

Doch die Fusion scheiterte Anfang Dezember überraschend am Veto des Duderstädter Stadtrats. Träger und somit quasi Eigentümer der Sparkassen sind die Städte und Gemeinden, die kommunalen Volksvertretungen haben daher bei Fusionen ein Wörtchen mitzureden.

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    Ein Zusammenschluss von vier Sparkassen ist einerseits ungewöhnlich, andererseits gibt es im Landkreis Göttingen derzeit noch fünf Sparkassen – auch Göttingen selbst hat eine. Die Regel ist vielmehr, dass es pro Landkreis nur eine Sparkasse gibt oder dass sogar mehrere Landkreise eine Sparkasse gemeinsam tragen. Das ist auch das Ziel des Landkreistages.

    Der aktuelle Vorschlag sei „ein kleiner, aber bedeutsamer Schritt hin zu einer zukunftsfähigen Sparkassenstruktur in Südniedersachsen“, so Bernhard Reuter (SPD), Landrat des Landkreises Göttingen. Er hatte auch die Fusion der vier Sparkassen befürwortet. Kurzfristig soll das fusionierte Institut 1,2 Millionen Euro jährlich über Einsparungen und Mehrerträge herausholen, langfristig drei Millionen Euro.

    Zahl der Institute sinkt spürbar

    Die Zahl der Sparkassen ist in den vergangenen Jahren durch Fusionen bereits deutlich gesunken. Ende 2018 gab es, inklusive der Berliner Sparkasse, 386. Im Jahr 2000 waren es noch 562. Noch deutlicher ist das Phänomen bei den Volks- und Raiffeisenbanken.

    Mit mehr als 1580 ist die Zahl der Banken insgesamt in Deutschland besonders hoch. Das liegt am dreigliedrigen Bankensystem aus privaten Instituten, Genossenschaftsbanken und Sparkassen. Volks- und Raiffeisenbanken sowie Sparkassen haben jeweils regional abgesteckte Geschäftsgebiete, die teils sehr klein sind.

    Zwar haben sowohl Sparkassen als auch Volksbanken insgesamt im vergangenen Jahr erneut gut verdient und mehr Kredite vergeben. Dennoch müssen sie sparen, weil der Negativ- und Nullzins der Europäischen Zentralbank ihre wichtigste Einnahmequelle austrocknet. 80 Prozent der Erträge stammen aus dem Geschäft mit Krediten und Einlagen, der Zinsüberschuss sinkt entsprechend.

    Zudem müssen die Geldhäuser viele neue Vorgaben der zunehmenden Regulierung umsetzen. Und die Digitalisierung des Geschäfts erfordert Investitionen, auch um mit der Konkurrenz der Direktbanken mitzuhalten. So gewinnen derzeit Onlinebanken wie Comdirect, DKB und ING sowie die Smartphone-Bank N26 rasant Kunden.

    Die Stadtsparkasse Bad Sachsa kommt auf eine Bilanzsumme von 134 Millionen Euro, hat 39 Mitarbeiter und nur eine Geschäftsstelle. Sie ist damit deutlich kleiner als die nächstgrößeren Sparkassen.

    Nahezu winzig nehmen sich dagegen die kleinsten Genossenschaftsbanken aus: Die Raiffeisenbank eG aus Struvenhütten – gelegen zwischen Hamburg und Neumünster – weist eine Bilanzsumme von 20 Millionen Euro aus, die Raiffeisenbank Maitis aus Göppingen 27 Millionen Euro.

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