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Standard & Poor's Europas Großbanken leiden an Kapitalnot

Die Bonitätsnoten der 50 größten europäischen Banken bleiben belastet: Erst mit 110 Milliarden Euro mehr Eigenkapital könnten die Banken die Lücke schließen. Das hat die Ratingagentur Standard and Poor's berechnet.
12.12.2013 Update: 12.12.2013 - 15:42 Uhr 1 Kommentar
Frankfurter Bankenviertel: Nur wenige Banken – wie Barclays und die Deutsche Bank – haben es gewagt, die Aktionäre um frisches Kapital zu bitten. Quelle: dpa

Frankfurter Bankenviertel: Nur wenige Banken – wie Barclays und die Deutsche Bank – haben es gewagt, die Aktionäre um frisches Kapital zu bitten.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die 50 größten Banken in Europa brauchen nach Berechnungen der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) noch 110 Milliarden Euro mehr Eigenkapital. Erst dann wäre die Kapitalausstattung der Geldhäuser keine Belastung mehr für deren Bonitätsnoten, erklärte S&P in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie. Die Institute dampften derzeit vor allem ihre Bilanzen ein, um den Kapitalbedarf zu senken: Im ersten Halbjahr habe ein Bilanzabbau um 1,1 Billionen Euro die Lücke in der Kapitaldecke um 34 Milliarden Euro gesenkt.

Dabei leiden Europas Banken im internationalen Vergleich am stärksten an Kapitalnot. Die weltweite Lücke beziffert S&P auf 185 Milliarden Euro. Über 70 Milliarden Euro bräuchten allein Banken aus Griechenland, Portugal, Italien und Spanien.

„Wir glauben, dass die Bilanzprüfung der Europäischen Zentralbank (EZB) und der für 2014 geplante Stresstest die Banken weiter ermutigen wird, den Risikoabbau fortzusetzen und frisches Kapital aufzunehmen", schreiben die Ratinganalysten. Doch bei großen Instituten in Portugal und Irland habe der Bilanzabbau nicht ausgereicht. Weitere Rückstellungen für faule Kredite vernichteten dort unter dem Strich Kapital.

Nur wenige Banken – wie Barclays und die Deutsche Bank – hätten es gewagt, die Aktionäre um frisches Kapital zu bitten. „Wir glauben allerdings, dass die Aktionäre es grundsätzlich vorziehen, wenn die Banken eine Verwässerung bei den derzeitigen Bewertungen vermeiden", schreibt S&P.

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    Für das kommende Jahr erwartet S&P daher, dass die Banken mehr Hybridkapital aufnehmen werden, auch um die vorrangig besicherten Gläubiger vor Ausfällen zu schützen. Noch warteten sie aber darauf, dass die EU-Bankenaufseher Klarheit schaffen, welche dieser Mischformen von Eigen- und Fremdkapital als Kapitalpolster anerkannt werden.

    Vor wenigen Tagen hatte auch die Unternehmensberatung PwC in einer Studie Kapitallücken bei Europas Banken ausgemacht. Im Zuge des Gesundheitschecks durch die europäischen Aufsichtsbehörden könnte ein Kapitalbedarf von 280 Milliarden Euro aufgedeckt werden. „Den europäischen Banken stehen einige turbulente Jahre bevor“, sagte der zuständige PwC-Manager Miles Kennedy.

    • rtr
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    1 Kommentar zu "Standard & Poor's: Europas Großbanken leiden an Kapitalnot"

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    • Kein Problem !
      Wenn die Banken mir anständige Zinsen und belastbare Sicherheiten bieten würden, dann würde ich ihnen was leihen.

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