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Statistisches Bundesamt Girokonten sind überdurchschnittlich teurer geworden – Gebühren dürften weiter steigen

Die Preise für Girokonten sind binnen vier Jahren um 25 Prozent gestiegen. Beobachter rechnen damit, dass Banken und Sparkassen die Gebühren weiter anheben.
24.11.2020 Update: 24.11.2020 - 15:47 Uhr Kommentieren
Lange verdienten Banken und Sparkassen gut daran, dass sie mehr Zinsen für Kredite kassierten, als sie Sparkunden zahlten. Doch der Zinsüberschuss schrumpft. Quelle: dpa
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Lange verdienten Banken und Sparkassen gut daran, dass sie mehr Zinsen für Kredite kassierten, als sie Sparkunden zahlten. Doch der Zinsüberschuss schrumpft.

(Foto: dpa)

Frankfurt Girokonten werden immer teurer. Die Gebühren für private Girokonten sind per Oktober 2020 durchschnittlich um 6,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Binnen vier Jahren, von 2015 bis 2019, summierten sich demnach die Preissteigerungen auf insgesamt 25 Prozent.

Damit liegt der Preisanstieg bei Girokonten deutlich über der Inflationsrate. Das Statistische Bundesamt verweist darauf, dass die Verbraucherpreise 2020 nur leicht gestiegen sind. Im Oktober betrug die Inflationsrate sogar minus 0,2 Prozent.

In den vergangenen Jahren hat ein erheblicher Teil der Banken und Sparkassen die Preise für Girokonten erhöht oder erstmals überhaupt Gebühren verlangt. Dem Verbraucherportal Biallo zufolge haben allein im ersten Halbjahr 2020 fast 500 Kreditinstitute mindestens eines ihrer Girokonten verteuert. Im gesamten Jahr 2019 gab es 550 Fälle von Preissteigerungen.

Einige Geldhäuser haben innerhalb weniger Jahre sogar mehrfach an der Preisschraube gedreht. Ein Beispiel ist die Postbank: Dort stiegen vor einem Jahr die monatlichen Gebühren des beliebten „Giro plus“-Kontos von 3,90 Euro auf 4,90 Euro. Die Postbank, die zur Deutschen Bank gehört, hatte erst 2016 ihr kostenloses Girokonto abgeschafft und damals die monatliche Kontoführungsgebühr von 3,90 Euro für einen Großteil der Kunden eingeführt.

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    Beobachter rechnen damit, dass sich die Entwicklung fortsetzt. Oliver Mihm, Chef der Beratungsfirma Investors Marketing, erwartet deutlich steigende Preise für private Kunden: „Nach unseren Berechnungen können die Gebühren für Bankdienstleistungen bis 2025 um durchschnittlich 30 Prozent erhöht werden.“ Mihm geht zugleich davon aus, dass es künftig noch weniger kostenlose Konten gibt. Nach der Smartphonebank N26 dürften auch weitere sogenannte Neobanken Konten mit Gebühren anbieten.

    Preisanstieg könnte 2021 zwischen drei und sechs Prozent liegen

    Die Beratungsgesellschaft Capco prognostiziert für die kommenden Monate „moderat ansteigende Preise“ für Girokonten. 2021 könnte der Preisanstieg zwischen drei und sechs Prozent liegen. „Nachdem einige Banken bereits den ersten Schritt getan haben und es hier zu keinem übermäßigen Aufschrei der Verbraucher kam, werden wohl weitere Institute nachziehen“, sagt Capco-Partner Oliver Geiseler.

    Durch höhere Kontogebühren reagieren die Geldhäuser unter anderem auf die Negativzinsen in der Euro-Zone, die sie zusehends spüren. Die meisten Banken wagen es bisher nicht, die Strafzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) an private Kunden weiterzureichen. Sie verteuern vielmehr die Girokonten.

    Die EZB hatte im Juni 2014 Negativzinsen eingeführt, zunächst in Höhe von 0,1 Prozent. Vor gut einem Jahr erhöhte sie den Strafzins für kurzfristige Einlagen der Geldhäuser auf 0,5 Prozent, er greift oberhalb eines bestimmten Freibetrags. Die Notenbank zielt darauf ab, dass die Geldhäuser möglichst viele Kredite an Unternehmen und Verbraucher ausgeben, um damit Investitionen und andere Ausgaben anzukurbeln.

    Die direkte Folge für Banken und Sparkassen ist, dass die Zinsspanne im Einlagen- und Kreditgeschäft sinkt. Viele Kreditinstitute vergeben zwar mehr Darlehen denn je, der Zinsüberschuss, ihre wichtigste Ertragsquelle, ist dennoch gesunken. Auch bei neuen Eigenanlagen müssen die Geldhäuser mit Minirenditen oder sogar negativen Zinsen rechnen. Zudem setzt die Coronakrise Banken unter Druck, ihnen drohen deutlich mehr Kreditausfälle als bisher.

    Mehr: Credit Suisse reduziert den Wert einer Beteiligung wohl um 450 Millionen Dollar.

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