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Stellenstreichungen Deutsche Bank kündigt weitere Einsparungen an

Anfang der Woche hatte sich das Management des größten deutschen Geldhauses auf einen Abbau von 350 Stellen geeinigt. Es sollen nicht die letzten Spaßmaßnahmen sein.
01.12.2020 Update: 01.12.2020 - 13:21 Uhr 2 Kommentare
Die Deutsche Bank hatte 2010 die Mehrheit an der Postbank von der Deutschen Post übernommen und führt die Marke weiter. Quelle: dpa
Logos von Deutscher Bank und Postbank

Die Deutsche Bank hatte 2010 die Mehrheit an der Postbank von der Deutschen Post übernommen und führt die Marke weiter.

(Foto: dpa)

Frankfurt Der jüngst vereinbarte Stellenabbau im Zuge der Integration der Postbank wird nach Angaben der Deutschen Bank nicht die letzte Einsparung sein. „In anderen Bereichen des Privatkundengeschäfts werden weitere Schritte folgen“, sagte Deutsche-Bank-Vizechef Karl von Rohr der „Welt“.

Anfang der Woche hatte sich das Management mit Arbeitnehmervertretern auf den Abbau von 350 Stellen in den Zentralen des Privatkundengeschäfts in Bonn und Frankfurt bis Ende 2022 geeinigt. Die Ankündigung betrifft schon jetzt jeden dritten Job. Betroffen sind die Bereiche Kundenmanagement, Produktmanagement und Organisation (COO). Zuvor hatte die „Wirtschaftswoche“ über denn Job-Abbau berichtet.

Größtenteils solle der Stellenabbau im kommenden Jahr erfolgen und auch Führungskräfte-Positionen einschließen. Etwa jeweils die Hälfte entfällt Insidern zufolge auf die Zentralen der Tochter Postbank in Bonn und der Deutschen Bank in Frankfurt.

Einschnitte im Filialnetz sind ebenfalls bereits beschlossen: Die Deutsche Bank hatte im September angekündigt, etwa 100 ihrer gut 500 eigenen Standorte in Deutschland zu schließen. Auch im Netz der zum Konzern gehörenden Postbank gibt es seit Jahren regelmäßig Anpassungen.

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Standort erkennen

    Dieser Kurs werde fortgesetzt, kündigte von Rohr an: Das Management wolle „in den kommenden beiden Jahren jeweils etwa 50 Postbank-Standorte aufgeben“. Ein Vertrag mit der Post deckelt die Zahl der Schließungen von Postbankfilialen auf höchstens 50 pro Jahr. Nach jüngsten Zahlen hat die Postbank rund 800 Filialen.

    Deutsche Bank und Postbank sollen noch enger kooperieren

    Eine Zusammenlegung von Postbank- und Deutsche-Bank-Filialen schloss von Rohr aus. „Wir halten an unserer Zwei-Marken-Strategie fest, denn wir haben eine sehr differenzierte Markenpositionierung.“ Allerdings sollen die beiden Marken noch enger kooperieren. „Sobald es technisch machbar ist, sollen an jedem Schalter alltägliche Finanzgeschäfte für beide Kundengruppen möglich sein. Bei der Beratung wird aber sinnvollerweise nach wie vor getrennt.“

    „Das ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg, unseren Geschäftsbereich schlanker und schließlich wettbewerbsfähiger aufzustellen“, schrieb Deutsche-Bank-Vize Karl von Rohr in einem Mitarbeiterbrief, der der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag vorlag. Mit den Arbeitnehmern sei ein Interessensausgleich vereinbart worden.

    Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing hat dem Geldhaus einen radikalen Umbau verordnet, der die Bank nach einer Serie von Verlustjahren wieder in die Erfolgsspur bringen soll. Das lange verlustreiche Geschäft der hauseigenen Investmentbank wurde zurechtgestutzt, aus dem weltweiten Aktienhandel zogen sich die Frankfurter zurück.

    Um ihre Kostenziele zu erreichen, will die Bank bis Ende 2022 die Zahl der Vollzeitstellen um etwa 18.000 auf weltweit 74.000 verringern. Ende September lag die Zahl der Mitarbeiter bei 86.984.

    „Wir verhandeln mit Arbeitnehmervertretern in verschiedenen Bereichen und kommen dabei gut voran“, sagte von Rohr.

    Das kräftige Auf und Ab an den Börsen infolge der Coronakrise bescherte der Bank im dritten Quartal zwar erfreulich hohe Gewinne: Dank der Investmentbanker verdiente das größte deutsche Geldhaus im Sommerquartal vor Steuern 482 Millionen Euro nach einem Verlust von 687 Millionen Euro im selben Zeitraum vor einem Jahr.

    Im Geschäft mit ihren Privatkunden rutschte die Deutsche Bank aber in die roten Zahlen: Nach einem Vorsteuergewinn von 121 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum fiel ein Verlust von vier Millionen Euro an. Die Erträge stagnierten bei zwei Milliarden Euro.

    Anhaltender Kostendruck bei der Privatkundenbank

    Die Deutsche Bank bleibt daher unter Druck, die Kosten in ihrer Privatkundensparte zu senken. Das Institut hatte daher bereits seit Längerem mit seinen Arbeitnehmervertretern über einen weiteren Personalabbau im Bereich Operations (Betrieb), in dem administrative Aufgaben gebündelt sind, sowie in den beiden Zentralen in Frankfurt und Bonn verhandelt.

    Anfang November hatte die Deutsche Bank zudem ihre IT-Tochter Postbank Systems an den indischen Softwaredienstleister Tata Consultancy Services (TCS) verkauft. Alle rund 1500 Mitarbeiter der Tochter in Bonn wechselten unter das Dach von TCS.

    „Wir werden das Privatkundengeschäft in Deutschland nur rentabel und zukunftsfähig gestalten, wenn wir die Kosten weiter deutlich senken“, erklärte von Rohr, der für das Privatkundengeschäft verantwortlich ist. „Dafür müssen wir über den bisherigen Rahmen hinaus weitere Maßnahmen treffen.“

    Insgesamt beschäftigt das größte deutsche Geldhaus in den genannten Bereichen des Privatkundengeschäfts knapp 1000 Mitarbeiter. In den vergangenen Jahren wurde die Zahl der Stellen in der Sparte bereits deutlich reduziert.

    Die Deutsche Bank hatte die Postbank 2009 übernommen und immer mehr Geschäftsbereiche verschmolzen. Im Mai ging in einem letzten Schritt die DB Privat- und Firmenkundenbank im Deutsche-Bank-Konzern auf.

    Mehr: Kritischer Analyst entschuldigt sich bei Investoren für harte Deutsche-Bank-Analyse

    • rtr
    • wik
    • dpa
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    2 Kommentare zu "Stellenstreichungen: Deutsche Bank kündigt weitere Einsparungen an"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Vor 24 Jahren hatte ich mein letztes Verkaufsgespräch in einer Bankfiliale und ich bin sehr glücklich darüber. Ich habe kein Interesse an Verkaufsgesprächen, in denen mir das verkauft wird, woran die Bank am meisten verdienen kann. Zum Glück sind die Zeiten von 5% Ausgabeaufschlag, 2% Managementgebühr und regelmäßiges Umschichten auf Anraten des Beraters längst vorbei für mich.

    • Dank der massiven staatlichen Regulierungen wird das Geschäft der traditionellen Banken zugunsten der internationalen Schattenbanken so stark eingeschränkt, dass ein Personalabbau unausweichlich ist.
      Es ist sehr schade um die sehr gut qualifizierten Mitarbeiter der Deutschen Bank.

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