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Strafzinsen Zinsen auf Tagesgeld sind erstmals im Durchschnitt negativ

Der durchschnittliche Zins für täglich fällige Einlagen privater Kunden sinkt im Mai auf minus 0,01 Prozent. Fast 30 Prozent der Banken veranschlagen bereits Strafzinsen.
07.07.2021 - 15:30 Uhr Kommentieren
Neben den großen Geldhäusern aus Frankfurt berechnen bundesweit auch viele Sparkassen und Volksbanken Negativzinsen für Einlagen privater Kunden und Kundinnen. Quelle: picture alliance / greatif
Bankentürme in Frankfurt

Neben den großen Geldhäusern aus Frankfurt berechnen bundesweit auch viele Sparkassen und Volksbanken Negativzinsen für Einlagen privater Kunden und Kundinnen.

(Foto: picture alliance / greatif)

Frankfurt Negativzinsen fressen sich weiter in die Einlagen der deutschen Bankkunden und -kundinnen. Die Zinsen für täglich fällige Einlagen privater Kunden, also Girokonten und Tagesgeld, sind erstmals im Schnitt negativ, wie das Analysehaus Barkow Consulting ermittelt hat. Der Zins lag im Mai bei minus 0,01 Prozent.

Zuvor war der entsprechende Zins 15 Monate lang bei genau null Prozent verharrt. Die Barkow-Datenreihe basiert auf Zahlen der Bundesbank.

Für Termineinlagen von Privatkunden mit einer Laufzeit von unter einem Jahr gab es bereits für kurze Zeit einmal Negativzinsen. Im Dezember 2020 betrugen sie ebenfalls minus 0,01 Prozent, danach stiegen sie wieder.

Betroffen ist aber nur ein kleiner Teil der Kunden – nämlich diejenigen mit hohen Einlagen. Die Kreditinstitute räumen in der Regel Freibeträge ein, bei denen sie von Minuszinsen absehen. Die Freibeträge allerdings sinken branchenweit und betragen oftmals nur noch 50.000 oder 100.000 Euro.

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    Mit der Berechnung von Negativzinsen reagieren die Geldhäuser auf die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank und die wachsenden Einlagen, die Kunden bei ihnen deponieren. Die EZB hatte im Sommer 2014 Negativzinsen für Geschäftsbanken eingeführt.

    Schon 370 Kreditinstitute mit Minuszinsen im Preisaushang

    Im Herbst 2019 erhöhte die Notenbank den Strafzins für kurzfristige Einlagen der Geldhäuser bei der Notenbank auf 0,5 Prozent, er gilt oberhalb eines bestimmten Freibetrags, was Banken bis zu einem gewissen Grad entlastet. Zudem können Kreditinstitute auch zu Negativzinsen bei der EZB Geld leihen, was die Effekte teils ausgleicht.

    Nicht nur die Freibeträge sinken, auch der generelle Trend hin zu mehr Geldhäusern mit Negativzinsen ist ungebrochen. Das Vergleichsportal Verivox zählt inzwischen 367 Kreditinstitute mit per Preisaushang ausgewiesenen Negativzinsen für kurzfristige Einlagen. Das entspricht nahezu 30 Prozent der untersuchten Geldhäuser.

    Damit hat sich die Zahl seit Anfang dieses Jahres weit mehr als verdoppelt. Konkret hat Verivox 2020 weitere 189 Geldhäuser mit Negativzinsen registriert. Damit ist rechnerisch jeden Tag eine Bank dazugekommen.

    Tatsächlich dürfte die Zahl noch höher sein, weil nicht alle Kreditinstitute die Konditionen frei zugänglich im Internet veröffentlichen. Zudem erheben 20 Geldhäuser eine Gebühr für das eigentlich kostenfreie Tagesgeldkonto, ein Teil davon parallel zu Strafzinsen.

    Über den Preisaushang legen die Geldhäuser Strafzinsen für neue Konten fest. Mit Bestandskunden müssen sie individuell über Verwahrentgelte verhandeln. Falls Kunden Negativzinsen nicht zustimmen, dürfen die Geldhäuser ihnen kündigen – davon zumindest geht die Finanzbranche aus.

    Die Freibeträge sinken

    Die Verivox-Erhebung verdeutlicht auch, wie sehr Geldhäuser den Freibetrag drücken. Bei 117 Banken beträgt er nur noch maximal 50.000 Euro. Tatsächlich dürften es noch mehr Geldhäuser sein, meint Verivox. Denn nicht alle Banken wiesen eindeutig aus, wie hoch die Gesamtfreibeträge seien und wie diese sich auf verschiedene Konten verteilten.

    Auch einige große Banken erheben inzwischen Minuszinsen für Beträge oberhalb von 50.000 Euro. Die Onlinebank ING kündigte vergangene Woche an, dass für Neu- wie Bestandskunden künftig der Freibetrag von 50.000 Euro je Giro- und sowie je Tagesgeldkonto gilt.

    Auch die Postbank, die zur Deutschen Bank gehört, hat ihre Konditionen gerade erst angepasst. Der Freibetrag für das Girokonto liegt nun bei 50.000 Euro, für das Tagesgeld sind es 25.000 Euro.

    Mehr: Die Deutschen lieben ihr Bargeld weiter - geschätzt 40 Prozent werden gehortet.

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