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Streit mit Zahlungsdienstleister „Financial Times“ sieht sich im Fall Wirecard entlastet

Die Untersuchung der britischen Zeitung ist beendet. Demnach gab es keine Mauschelei zwischen Reportern und Shortsellern. Vom Tisch ist die Sache damit noch nicht.
04.10.2019 - 16:53 Uhr Kommentieren
Der Zahlungsdienstleister war 2019 wiederholt in den Fokus kritischer FT-Artikel geraten. Quelle: dpa
Wirecard-Schriftzug

Der Zahlungsdienstleister war 2019 wiederholt in den Fokus kritischer FT-Artikel geraten.

(Foto: dpa)

Frankfurt Im Streit über die Berichterstattung der „Financial Times“ (FT) über den Zahlungsdienstleister Wirecard sieht sich die britische Wirtschaftszeitung durch eine Untersuchung von Juristen bestätigt. Die Ermittlungen der von der FT beauftragten Anwaltskanzlei RPC hätten keine Hinweise darauf erbracht, dass es – wie von Wirecard der Zeitung vorgeworfen – Absprachen zwischen Reportern und Spekulanten gegeben habe. Chefredakteur Lionel Barber zeigte sich mit den Ergebnissen zufrieden: „Wir stehen zu unserem Journalismus.“

Wirecard wollte sich am Freitag auf Anfrage nicht zur Mitteilung der FT äußern. Das Ergebnis der Untersuchung sei zu erwarten gewesen und nicht überraschend, heißt es aus Konzernkreisen. Spannender sei der Fortgang der offiziellen Untersuchungen der Staatsanwaltschaft München und der anhängigen Zivilklage.

Rechtsanwalt Franz Enderle von der Münchner Kanzlei Bub Memminger & Partner vertritt Wirecard im Zivilprozess gegen die FT. Er sagt: „Unsere Anfang des Jahres eingereichte Zivilklage hat endlich ihren Weg nach London zur „Financial Times“ gefunden. Für diese hat sich jüngst eine deutsche Großkanzlei als Vertreterin gemeldet. Wir gehen davon aus, dass das Verfahren vor dem Landgericht München nun zeitnah startet.“

Engagiert hat die FT die renommierte Kanzlei CMS Hasche Sigle in Köln. Die Staatsanwaltschaft München I, die die strafrechtlichen Ermittlungen führt, war am Freitag nicht zu erreichen.

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    Wirecard aus Aschheim bei München war 2019 wiederholt in den Fokus kritischer FT-Artikel geraten, die unter anderem über Bilanzmanipulationen in Singapur berichteten. Im Umfeld der Veröffentlichungen hatte der Aktienkurs zum Teil deutlich nachgegeben. Der Zahlungsdienstleister und die Finanzaufsicht Bafin hegen den Verdacht, dass sich sogenannte Leerverkäufer (Shortseller) das zunutze gemacht haben, die auf fallende Kurse spekulieren.

    „Angesichts der Schwere der Anschuldigungen habe ich beschlossen, eine externe Überprüfung unserer Berichterstattung über diese höchst kontroverse Geschichte einzuleiten“, hatte FT-Chefredakteur Barber im Juli erklärt. Der Ruf der FT beruhe auf ihrem „Goldstandard-Journalismus“. Schon damals hatte die Zeitung erklärt, die von Wirecard erhobenen Vorwürfe stellten ein Ablenkungsmanöver dar, um eine weitere Berichterstattung zu unterbinden.

    In einem Brief hatte Wirecard die FT aufgefordert, bis auf Weiteres keine Artikel mehr über den Konzern zu publizieren, und erklärt, „unwiderlegbare Beweise für eine Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitern der „Financial Times“ und Shortsellern“ zu besitzen.
    Der Konzern hatte sich dabei auf einen belastenden Audiomitschnitt bezogen, der offenbar im Juli in den Büroräumen eines britischen Geschäftsmanns aufgezeichnet worden war.

    Auf dem Tonband zu hören ist der Geschäftsmann, der mit angeblichem Insiderwissen über bevorstehende FT-Berichte prahlt. Nach Informationen des Handelsblatts steht er auf einer Shortseller-Verdächtigenliste der Bafin. Zuletzt hatte die FT keine größeren Enthüllungsberichte mehr zu Wirecard veröffentlicht.

    Mehr: Wirecard muss wegen formaler Fehler 1,5 Millionen Euro Bußgeld bezahlen.

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