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Streit um Fusion mit Nyse Deutsche Börse zeigt sich hartnäckig

Im Streit mit der EU-Kommission um ihre Fusion mit der Nyse Euronext beharrt die Deutsche Börse auf ihrer Position. Vorstandschef Francioni versteckt in seiner Rede aber auch einen beachtenswerten Hinweis.
14.11.2011 Update: 14.11.2011 - 15:14 Uhr Kommentieren
Reto Francioni wehrt sich gegen die Haltung der EU. Quelle: Reuters

Reto Francioni wehrt sich gegen die Haltung der EU.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Die Deutsche Börse beharrt im Streit mit der EU-Kommission um ihre Fusion mit der Nyse Euronext auf ihrer Position zum Derivatemarkt. Deutsche-Börse-Vorstandschef Reto Francioni wehrte sich gegen die Haltung der EU, die das Gewicht der beiden Fusionspartner im Handel mit Derivaten und damit den ganzen Zusammenschluss kritisch sieht. Sie klammert dabei aber die außerbörslichen Märkte aus. „Der eigentliche Wettbewerb findet nicht zwischen den einzelnen Börsen statt, sondern zwischen den Börsen und den OTC-Märkten“, betonte Francioni auf dem Bankenkongress „Euro Finance Week“ am Montag in Frankfurt. Die kaum regulierten Märkte abseits der Börsen vereinigten 85 Prozent des Derivate-Handels auf sich.

Der Streit mit der EU um die Derivate-Märkte gilt als die größte Hürde vor dem transatlantischen Zusammenschluss. Nyse und Deutsche Börse sind derzeit an der Reihe, Zugeständnisse anzubieten, um die Fusion doch noch durchzusetzen.

Francioni versuchte auch, Bedenken der Brüsseler Regulierer zu zerstreuen, dass die Marktmacht der Derivate-Börsen Liffe (Nyse Euronext) und Eurex (Deutsche Börse) zu groß wäre. Die Londoner Liffe und die deutsch-schweizerische Eurex seien an entgegengesetzten Enden der Zinskurve tätig, viele Akteure machten deshalb Geschäfte an beiden Handelsplätzen. „Es gibt keinen Wettbewerb zwischen den beiden Börsen“, betonte Francioni.

Die überraschende Passage in Francionis Rede kam kurz danach: „ImÜbrigen befindet sich dieDeutsche Börse auch ohne diesen Zusammenschluss bereits auf dembesten Weg zu einer globalen Börsenorganisation,im Wesentlichen durch dasorganische Wachstum der letzten Jahre.DerZusammenschluss würde diese Marschroutebeschleunigen, sie absichern und einenentscheidenden Vorsprung bringen, abernicht ihre Richtung verändern.“ Fachleute interpretieren diese Aussage als eine Art Hintertür, die sich Francioni auflässt, falls die Fusion doch noch platzen sollte.

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