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Tagung „Banken im Umbruch“ FDP-Chef Lindner will Aktienkultur in Deutschland fördern

Christian Lindner will die Anlage in Aktien für Deutsche attraktiver machen. Sein Plan, eine Spekulationsfrist einzuführen, gefällt vielen privaten Investoren. Kanzlerin Merkel dürfte genau hingehört haben.
06.09.2017 Update: 06.09.2017 - 22:30 Uhr 5 Kommentare
„Wir müssen es den Menschen erleichtern, sich etwas aufzubauen.“ Quelle: dpa
Christian Lindner

„Wir müssen es den Menschen erleichtern, sich etwas aufzubauen.“

(Foto: dpa)

Frankfurt Trotz Dauerniedrigzinsen sind die Deutschen bislang keine Aktienfans geworden. Christian Lindner will das ändern – und Aktien attraktiver machen. „Wer ein Wertpapier länger hält, um etwa für das Alter vorzusorgen, sollte den Veräußerungsgewinn steuerfrei erhalten“, sagte der FDP-Bundesvorsitzende auf der Handelsblatt-Tagung „Banken im Umbruch“. Über die Dauer der Frist sagte Lindner nichts. Derzeit unterliegt der Gewinn einer Abgeltungssteuer von pauschal 25 Prozent.

Entlastung strebt die FDP auch beim Immobilienerwerb an. So will Lindner bei der Grunderwerbsteuer für die selbst genutzte Immobilie einen Freibetrag einführen. „Wir müssen es den Menschen erleichtern, sich etwas aufzubauen“, forderte der Politiker, dessen Partei wieder in den Bundestag strebt. Derzeit stehen die Chancen gut. Nach Umfragen könnte sie rund neun Prozent der Stimmen holen.

Sollte es auf Bundesebene nach der Wahl am 24. September zu einer Koalition zwischen Union und FDP kommen, sind Konflikte über die europäische Politik vorprogrammiert. Denn Lindner sieht die Pläne für ein engeres Zusammenrücken der Euro-Staaten, wie es dem französischen Staatspräsident Macron und Bundeskanzlerin Merkel vorschwebt, kritisch. „Für mich ist ein Budget für die Eurozone und ein möglicher Euro-Finanzminister die Staatenwerdung einer Währungsunion“, warnte Lindner. Für den FDP-Politiker würde dieser Schritt die Fliehkräfte innerhalb der Euro-Zone weiter verstärken.

Andererseits sei ihm klar, dass Deutschland Interesse am Erfolg Frankreichs haben müsse. Daher sollte man „Süßes“ und „Saures“ verbinden. Das „Saure“ wäre die Einführung eines Insolvenzrechts für Euro-Mitglieder. Zeitweilig müsse ein Euro-Staat auch die Eurozone verlassen können, ohne die EU zu verlassen, sagte Lindner. Wenn ein Staat dauerhaft überfordert sei, seine Wettbewerbsfähigkeit und Schuldentragfähigkeit innerhalb der Wahrungsunion wiederherzustellen, sei der temporäre Austritt aus dem Euro sinnvoll und notwendig. Griechenland sei so ein Kandidat gewesen. Die europapolitischen Vorstellungen der FDP würden an den Finanzmärkten nicht gut ankommen, warnte die Investmentbank Citi schon vor Wochen.

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    An der derzeit in Deutschland sehr harsch geäußerten Kritik an der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralban, die am Mittwoch auch bei der Tagung intensiv diskutiert wurde, beteiligt sich Lindner nicht. „Ich bin beim Draghi-Bashing nicht dabei.“ Der EZB-Präsident habe den Versuch unternommen, den Regierungen Zeit für Reformen zu kaufen – diese hätten den Vorstoß allerdings nicht genutzt. Durch den niedrigeren Zins sei jeder Anreiz für Reformen verloren gegangen. Die Politik habe auch in der Deutschland zu einer gefährlichen Wohlstandsillusion geführt. „Wir sind nicht so wettbewerbsfähig, wie uns der Außenhandelsüberschuss glauben macht“, warnte Lindner.

    Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Fassung hatten wir im Text geschrieben, Christian Lindner wolle die Abgeltungssteuer abschaffen. Er will eine Spekulationsfrist einführen. Ein Teil von Aktiengeschäften könnte so steuerfrei werden. Wir haben die Formulierung angepasst.

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    5 Kommentare zu "Tagung „Banken im Umbruch“: FDP-Chef Lindner will Aktienkultur in Deutschland fördern"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • AKTIENKULTUR FÖRDERN IST RICHTIG
      Sicherheit: Ähnlich der amerikanischen SEC benötigt auch Europa - Deutschland eine schlagkräftige Bankenaufsicht mit hoheitlichen Rechten - Polizeirechte. Die Bafin ist ein zahnloser Tiger.
      Bildung: Schüler, aber auch Ältere müssen lernen, was Unternehmen sind, welche Werte sie besitzen wie zum Beispiel Mitarbeiter, Patente - Technologien und diese dann auch schätzen lernen. Jeder Europäer sollte wissen, was Unternehmen und Unternehmensbeteiligungen sind! Auch wir Deutschen!
      Steuern: Kein Investor investiert in Europa in digitalen Unternehmen, da Gewinne steuerfrei mit nicht europäischen Unternehmen vereinnahmt werden können - vergleiche Apple - Irland, Niederlande, Cayman Islands. Es gibt kein europäisches Unternehmen, das vergleichbar mit Google, Facebook, Baidu, Alibaba oder Tencent wäre.
      Abgeltungssteuer: Bei vermieteten Immobilien ist der erzielte Verkaufspreis nach 10 Jahren steuerfrei. Damit ist eine Immobilie recht gut zur Altersvorsorge geeignet, da auch die Inflation keine Rolle spielt. Hier wird nicht der nominale, durch Inflation getriebene Preis besteuert. Aktien werden immer besteuert, also auch der durch Inflation erhöhte Preis. Insofern eignen sich Aktien unter diesem Gesichtspunkt nicht als Altersvorsorge. Wichtig wäre, dass Aktienkursgewinne nach 10 Jahren steuerfrei wären.

    • Hallo Herr Lindner, das mit der Abgeltungssteuer ist doch uralter Käse. Die hat doch der Kollege Schäuble wieder eingeführt und zwischen wollen und machen liegt noch ein großer Unterschied, da können Sie mit Ihren 7% auch nichts ändern.

    • Herr Tomas [email protected] Sie lesen offenbar nicht das Handelsblatt, würden Sie sich die Zeit dafür nehmen, würden Sie Ihren Beitrag 06.09.2017, 20:05 Uhr als absurd einstufen.

    • Clevere Leute, wie Sie Herr Spiegel, haben nach Trumps Amtsantritt bestimmt auf den Dollar gesetzt. Und sind bei 1,03 Euro eingestiegen. Dann hat Trump mit seiner Chaos-Politik den Dollar runtergeprügelt auf 1,20 Euro.

      So raffiniert kann nur ein Euro-feindlicher AfD-Wähler sein.


    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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