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Target-Saldo Billionen-Forderungen der Bundesbank im Euro-System steigen weiter

Die EZB erklärt Anstieg der Salden mit den Wertpapierkäufen der Euro-Notenbanken. Die Bundesbank schließt gewissen Einfluss anderer Faktoren nicht aus.
07.09.2020 - 12:15 Uhr 1 Kommentar
Die EZB hat im Juni ihr Anleihenkaufprogramm PEPP zur Bekämpfung der Folgen der Coronakrise auf 1,35 Billionen Euro aufgestockt. Quelle: dpa
Bundesbank (vorne) und EZB

Die EZB hat im Juni ihr Anleihenkaufprogramm PEPP zur Bekämpfung der Folgen der Coronakrise auf 1,35 Billionen Euro aufgestockt.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Forderungen der Bundesbank im Zahlungssystem der Euro-Notenbanken sind nach Überschreitung der Billionenschwelle weiter gestiegen. Neuen Daten der Bundesbank zufolge nahmen sie im August um rund 37 Milliarden Euro auf 1,056 Billionen Euro zu.

In der Euro-Zone wird der gesamte grenzüberschreitende Zahlungsverkehr über das Verrechnungssystem mit dem Namen „Target-2“ abgewickelt. Die Bundesbank ist dabei der größte Gläubiger. Die Notenbanken Italiens und Spaniens wiesen zuletzt die höchsten Verbindlichkeiten auf. Die Target-2-Schulden der Banca d'Italia legten im August minimal auf 522,86 Milliarden Euro zu.

Wie EZB-Direktorin Isabel Schnabel unlängst der Nachrichtenagentur Reuters erläuterte, ist der jüngste Anstieg der Target-Salden auf die umfangreichen Anleihenkäufe der Währungshüter zurückzuführen. Anzeichen für eine Kapitalflucht aus Ländern mit Target-Verbindlichkeiten gebe es nicht. Die EZB hatte erst im Juni ihr großangelegtes Anleihenkaufprogramm PEPP zur Bekämpfung der Folgen der Corona-Pandemie um 600 Milliarden Euro auf nunmehr 1,35 Billionen Euro aufgestockt. Die Käufe wurden zudem bis Ende Juni 2021 verlängert.

In Deutschland gibt es schon seit Jahren unter Volkswirten eine hitzige Debatte über die Target-Salden. Einige Ökonomen sehen das Target-System als eine tickende Zeitbombe. Sie warnen davor, dass die Bundesbank auf ihren Forderungen sitzenbleiben könnte, sollte ein Land aus dem Euro aussteigen oder der Währungsraum gar auseinanderbrechen. Andere Ökonomen bezeichnen solche Argumente dagegen als Panikmache.

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    Wie die EZB erklärt auch die Bundesbank den Anstieg der Salden vor allem mit den Wertpapierkäufen der Euro-Notenbanken. Sie schloss unlängst aber nicht aus, dass auch sogenannte Safe-Haven-Zuflüsse in Reaktion auf die Coronapandemie einen gewissen Einfluss gehabt haben könnten. Konkrete Hinweise dafür hatte sie aber nicht festgestellt.

    Mehr: Wir brauchen ein alternatives System gegen die hohen Target-Salden

    • rtr
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    1 Kommentar zu "Target-Saldo: Billionen-Forderungen der Bundesbank im Euro-System steigen weiter"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Der Streit zwischen den Experten enthält erstaunlich extreme Positionen. Die einen sehen den drohenden Verlust der deutschten EZB-Salden, falls die Eurozone auseinander fallen sollte, oder ein Land aus dem Euro-Raum austreten sollte, die anderen meinen, das Verrechnungs-System würde nicht grundlegend verstanden werden und dies sei eine blamable akademische Niederlage im Denken. Richtig ist, dass es die Salden-Verrechnung überhaupt nicht geben müsste, denn es ist ein Währungsraum mit Euros als Verrechnungseinheit und wo regional mehr Kredite von Banken vergeben werden, sei egal. Die deutsche Bundesbank listet beispielsweise nicht die Zahlungs-Ströme zwischen Bremen und Hessen auf. Zwischen Bremen und Hessen wären die Target-Salden so sensationell mächtig, dass es in Bremen zum sofortigen Rücktritt der ökonomisch total unfähigen Bremer Regierung kommen müsste. Innerhalb von Deutschland listet man nicht auf. So sollte man es auch in der Eurozone machen, fertig.

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