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TBC-Tochter „Space“ So will eine Digitalbank aus Georgien in Deutschland Fuß fassen

Nach den Smartphone-Banken N26 und Revolut steht ein neuer Herausforderer der Finanzbranche in den Startlöchern. Die georgische TBC Bank geht trotz Coronakrise auf den deutschen Markt.
08.04.2020 - 11:39 Uhr 1 Kommentar
Bisher ist die Website von Space nur in georgischer Sprache verfügbar. Quelle: Screenshot
Smartphonebank Space

Bisher ist die Website von Space nur in georgischer Sprache verfügbar.

(Foto: Screenshot)

Frankfurt Smartphonebanken in Deutschland bekommen neue Konkurrenz: Die TBC Bank aus Georgien will Ende des Jahres mit ihrer Digitaltochter Space im hiesigen Markt starten. In ihrer Heimat konnte sie bereits vergleichsweise viele Kunden gewinnen. Hierzulande wird sie sich aber auf deutlich mehr Wettbewerber und skeptische Kunden einstellen müssen.

Um sie zu überzeugen, will TBC „eine große Summe“ in Marketing investieren. Noch sei dieser Plan auch durch die Coronakrise nicht in Gefahr, sagte der verantwortliche TBC-Manager, Nikoloz Kurdiani, dem Handelsblatt.

Die TBC Bank ist in Deutschland kaum bekannt, zählt in ihrer Heimat jedoch zu den größten Finanzinstituten und ist an der Londoner Börse gelistet. Das Angebot von Space zielt auf Privatkunden und erinnert an die Smartphonebank N26 aus Berlin, die mit ihrem Fokus auf einer Smartphone-App insbesondere jüngere Kunden erreicht.

In Georgien hat Space laut Kurdiani innerhalb von knapp zwei Jahren 200.000 Kunden gewonnen – was in dem kleinen Land am Schwarzen Meer etwa fünf Prozent der Bevölkerung entspricht. Monatlich aktiv sei davon etwa jeder vierte Nutzer.

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Standort erkennen

    In Deutschland wäre Space nicht der erste digitale Kontoanbieter aus dem Ausland. Hier sind unter anderem Revolut aus London und Bunq aus den Niederlanden aktiv. Vor wenigen Wochen wurde zudem bekannt, dass eine Gruppe von Managern der russischen Tinkoff-Bank ein Start-up gründet, mit dem sie das europäische Privatkundengeschäft der Banken aufmischen will.

    Hauptinvestor ist die Tinkoff-Bank. Dagegen wurde das Projekt Velvon, das eine europäische Schwester der tschechischen Air Bank werden sollte, kürzlich von der Dachorganisation Home Credit abgeblasen.

    Für Space soll in Berlin ein eigenes Mitarbeiterteam aufgebaut werden, eine deutsche Banklizenz wird hingegen nicht angestrebt. Stattdessen soll die Solarisbank als Dienstleisterbank genutzt werden. Ein Sprecher dieser Bank wollte sich dazu auf Anfrage des Handelsblatts nicht äußern. In Finanzkreisen wird die geplante Kooperation jedoch bestätigt. Die Solarisbank nutzen hierzulande schon etliche andere Fintechs. Die Gelder der Kunden sind dort in Höhe der gesetzlichen Einlagensicherung bis 100.000 Euro abgesichert.

    Bei der Expansion gen Westen habe sich Space aus mehreren Gründen für einen Start in Deutschland entschieden. „Hier leben schätzungsweise 30.000 Georgier, es gibt ein großes Interesse an Finanzdienstleistungen, Berlin hat ein starkes Fintech-Umfeld, und man kann von hier aus gut in weitere europäische Länder expandieren“, sagt Kurdiani.

    Schwieriger deutscher Markt

    Dagegen warnt Peter Barkow, Geschäftsführer des Analysehauses Barkow Consulting, vor überzogenen Erwartungen. Zwar liege Deutschland bei der Nutzung von digitalen Finanzdienstleistungen deutlich hinter führenden Nationen zurück, und das langfristige Wachstumspotenzial sei daher überdurchschnittlich hoch. „Gleichzeitig ist der Markt aber auch sehr schwierig. Es besteht daher die Gefahr, dass die Wachstumshoffnungen neuer Marktteilnehmer kurzfristig enttäuscht werden“, sagt Barkow.

    Viele Deutsche scheuen noch immer den Wechsel ihrer Bankverbindung, und dass sie gleich mehrere digitale Anbieter nutzen, ist unwahrscheinlich. Sie von Space zu überzeugen dürfte daher immense Marketing-Ausgaben erfordern. Für dieses Jahr will TBC ein Budget in Höhe von rund 1,3 Million Euro bereitstellen. „Das ist erst der Anfang, im kommenden Jahr werden wir dann richtig aggressiv durchstarten“, sagt Kurdiani, ohne eine konkrete Summe zu nennen.

    In Deutschland will Space gleich zum Start ins Kreditgeschäft einsteigen – mit Darlehen bis etwa 10.000 Euro – und daneben etwa Kreditkarten, Zinskonten und verschiedene Möglichkeiten zum Geldtransfer bieten, außerdem ein Rabattsystem für Restaurantbesuche. Über das Gebührenmodell sei noch nicht final entschieden worden, wahrscheinlich werde es auch ein kostenloses Konto geben.

    Insgesamt sieht der TBC-Banker die Digitalbank unter anderem wegen ihres Kreditgeschäfts gut aufgestellt. „Wenn uns die Coronakrise nicht allzu stark trifft, werden wir noch in diesem Jahr den Break-even erreichen“, sagt Kurdiani.

    Doch wie stark die Coronakrise die Kreditbücher der Banken weltweit wirklich treffen wird, kann aktuell noch niemand sagen. Auf der anderen Seite sind sich Branchenexperten einig, dass die Nachfrage nach digitalen Geschäftsmodellen durch die Krise steigen wird. Davon dürften auch digitale Kontoangebote profitieren.

    Mehr: Fintechs - Das könnten die Gewinner und Verlierer der Coronakrise sein

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    1 Kommentar zu "TBC-Tochter „Space“: So will eine Digitalbank aus Georgien in Deutschland Fuß fassen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • am 13.1.2019 berichtet www.oc-media.org Georgias TBC Bank investigated for money-laundering.
      Hintergrund war angeblich eine Fehde zwischen dem Praesidenten Ivanishvili und der Bank, bei der
      es um ein Hafenprojekt ging. Die Fehde ist wohl begelegt. Man sollte sich bei einer Anlage bei der TBC
      Bank mal die Verschuldung der Bevoelkerung Georgiens ansehen, den dortigen Zinssatz und dann
      die Hoehe der Privatschulden gegenueber den Banken durch die Anzahl der erwachsenen Bevoelkerung
      dividieren. Ich frage mich, wie die Schulden unter der Beruecksichtigung des dortigen Lohnniveaus jemals
      zurueckgezahlt werden sollen. Fuer die Bank ein intelligenter Schritt der Refinanzierung. In Georgien stehen
      naemlich Probleme ins Haus mit der Werthaltigkeit der Hypothekensicherheiten, jetzt verschaerft durch die
      Coronavirus Krise. Ein guter Indikator ist die Kursentwicklung der Landeswaehrung Lari (GEL), um sich eine Meinung zu bilden.

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