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UBS-Verwaltungsratschef Neue Töne von Axel Weber

Als Chef der Schweizer Großbank UBS zeigte Axel Weber früher viel Verständnis für strengere Regulierungsvorgaben. Kein Wunder als ehemaliger Bundesbank-Chef. Doch jetzt warnt Weber vor Übertreibungen in der Schweiz.
09.06.2015 - 09:22 Uhr 2 Kommentare
Der UBS-Chef: Eine Verschärfung der Verschuldungsquoten könnte die Bank mehrere Milliarden Eigenkapital kosten. Quelle: ap
Axel Weber

Der UBS-Chef: Eine Verschärfung der Verschuldungsquoten könnte die Bank mehrere Milliarden Eigenkapital kosten.

(Foto: ap)

Bern In seinem früheren Leben als Präsident der Deutschen Bundesbank war Axel Weber auch für die Aufsicht der Banken zuständig und daher Verfechter strenger Regeln. Als Präsident der Schweizer Großbank UBS wechselt Weber nun die Perspektive: Und warnt davor, dass es die Schweiz in Sachen Eigenkapital-Vorschriften nicht übertreiben soll.

Weber war Gast bei einem Journalisten-Seminar der Schweizerischen Bankenvereinigung. Gemeinsam mit Mark Branson, Chef der Schweizer Finanzaufsicht Finma, diskutierte er am Montagabend, wie sich die Schweizer Großbanken-Regulierung weiter entwickeln soll.

Derzeit wird im Finanzministerium in Bern an einer Reform der Schweizer Regulierung für die beiden Großbanken UBS und Credit Suisse gearbeitet. Im Fokus steht unter anderem, ob die Höchstverschuldungsgrenze (Leverage Ratio) erhöht werden soll. Ein Expertenbericht hat dies empfohlen, ohne indes eine konkrete Zahl vorzuschlagen.

Aufsichts-Chef Branson führte aus, dass andere Finanzplätze die Schweiz bei den Anforderungen in Sachen Eigenkapital mittlerweile überholt hätten; so läge die Mindest-Anforderung in der Schweiz bei der Legerage-Ratio bei 3 Prozent, die USA lägen die Anforderungen dagegen bei fünf bis sechs Prozent.

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    Weber warnte davor, diese Werte so zu vergleichen, denn bei der Berechnung der Verschuldungsquoten gäbe es zwischen Europa und den USA erhebliche Unterschiede. Außerdem warnte er vor den Folgen, sollte die Schweiz die neuen Anforderungen zu hoch ansetzen. Und rechnete vor: „Die Erhöhung der Leverage Ratio um einen Prozentpunkt kostet die UBS acht bis neun Milliarden Franken an Eigenkapital.“

    Um den Aktionären weiterhin eine Eigenkapitalverzinsung von zehn Prozent zu bieten, „müsste UBS dann 900 Millionen Franken an zusätzlichen Ertrag erwirtschaften.“

    „Die Regulierung hat Einfluss auf die Preise und die Bedingungen“ der Versorgung mit Krediten, so Weber. Bei einer zu starken Erhöhung der Leverage Ratio sei UBS gezwungen, sich das Kreditbuch anzuschauen - sprich, die Kreditversorgung der Schweizer Wirtschaft herunter zu fahren. Als Präsident der größten Bank der Schweiz ist das eine starke Ansage.

    Weber zieht sich damit auf das klassische Argumentarium von Bankenvertretern zurück; schon nach der Finanzkrise war das Kernargument der Branche, dass eine Erhöhung der Kapitalanforderungen die Wirtschaft abzuwürgen drohe.

    Doch bisher hat das die Regulierer wenig beeindruckt.

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    2 Kommentare zu "UBS-Verwaltungsratschef: Neue Töne von Axel Weber"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • " Als Präsident der Schweizer Großbank UBS wechselt Weber nun die Perspektive"


      Wes Brot ich eß´, des Lied ich sing´.

    • Wenn man "too big to fail" vermeiden oder sogar ausschliessen will, dann ist es nur logisch, die Eigenkapitalquote grundsätzlich mit der Größe einer Bank ansteigen zu lassen. Aber wie das eben mit Grundsätzen grundsätzlich ist, der Teufel steckt im Detail.

      Die andere Frage ist natürlich, ob die Schweiz noch solche Riesenbanken braucht, nachdem das 'Schweizer Modell' nicht mehr funktioniert.

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