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Übernahme Deutsche Börse steigt bei UBS-Fondsplattform ein

Der Börsenbetreiber bezahlt für eine Mehrheitsbeteiligung gut 360 Millionen Euro. Weitere Zukäufe in dem lukrativen Geschäftsbereich könnten folgen.
21.01.2020 - 12:47 Uhr Kommentieren
Deutsche Börse steigt bei UBS-Fondsplattform ein Quelle: dpa
Deutsche-Börse-Zentrale in Eschborn bei Frankfurt

Deutschlands größter Börsenbetreiber hat bei internen Untersuchungen kein eigenes Fehlverhalten bei Cum-Ex-Geschäften festgestellt.

(Foto: dpa)

Frankfurt Guter Jahresstart für die Deutsche Börse. Das Dax-Unternehmen ist bei seiner Suche nach Übernahmezielen in der Schweiz fündig geworden. Für 389 Millionen Franken (gut 360 Millionen Euro) erwerben die Frankfurter 51 Prozent an der Fondcenter AG, der Fondsvertriebsplattform der Schweizer Großbank UBS.

Mit den Schweizern, die vorerst mit 49 Prozent beteiligt bleiben, hat die Deutsche Börse zudem eine langfristige Kooperation vereinbart. „Fondcenter und die Partnerschaft mit der UBS werden unsere führende Position bei Fondsdienstleistungen erheblich verstärken“, sagte Deutsche-Börse-Vorstand Stephan Leithner am Dienstag. „Aus der Zusammenführung unserer Fondsvertriebsaktivitäten erwarten wir erhebliche Synergien.“

Die UBS zählt zu den größten Vermögensverwaltern weltweit und ist im Fondsgeschäft deshalb ein begehrter Partner. Durch den Zusammenschluss mit der Deutsche-Börse-Sparte Fund Desk entsteht eine Vertriebsplattform mit einem verwalteten Vermögen von 230 Milliarden Dollar. Synergien erhoffen sich die Unternehmen zudem, weil die Deutsche-Börse-Tochter Clearstream die über die Plattform verkauften Fondsanteile anschließend verwahrt.

Über Fondcenter, das sich unter anderem um die Gebührenabrechnung kümmert, werden nicht nur UBS-Produkte vertrieben, sondern auch zahlreiche andere Fonds. Nach dem Zusammenschluss sollen über die Plattform 340 Vertriebspartner mit mehr als 450 Fondsanbietern verbunden sein. Die Mitarbeiter von Fondcenter sollen im Rahmen des Verkaufs, dessen Abschluss im zweiten Halbjahr geplant ist, zur Deutschen Börse wechseln.  

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    „Durch diese Transaktion und unsere langfristige Zusammenarbeitsvereinbarung können wir das Angebot für unsere Kunden sowohl erweitern als auch vertiefen und erheblichen Mehrwert für unsere Aktionäre schaffen“, sagte UBS-Chef Sergio Ermotti.

    Er erwartet durch die Transaktion einen Gewinn von 600 Millionen Dollar und eine Erhöhung des harten Kernkapitals um rund 400 Millionen Dollar. Die UBS hat nach eigenen Angaben zudem die Möglichkeit, ihren verbleibenden Anteil an der Plattform zu einem späteren Zeitpunkt an die Börse zu verkaufen.

    Kleiner aber fein

    Deutschlands größter Börsenbetreiber baut durch den Deal sein Fondsservicegeschäft weiter aus. 2018 hatte der Konzern bereits Swisscanto übernommen, die Fondsplattform der Züricher Kantonalbank. Im vergangenen Jahr kauften die Hessen dann den australischen Fondsdienstleister Ausmaq.

    Da in diesem Bereich des Finanzsektors großer Konsolidierungsdruck herrscht, sind weitere Übernahmen denkbar. Denn für Banken und Asset Manager rechnet es sich häufig nicht mehr, solche Plattformen alleine zu betreiben.

    Die UBS verkaufe die Mehrheit an der Sparte auch deshalb, um sich „verstärkt auf die Umsetzung unserer strategischen Prioritäten“ konzentrieren zu können, betonte UBS-Managerin Suni Harford.

    Innerhalb der Deutschen Börse ist das Fondsservicegeschäft bisher eine relativ kleine Sparte, die allerdings stark wächst und eine operative Gewinnmarge von rund 50 Prozent aufweist. In den ersten neun Monaten des Jahres kletterten die Erlöse des Segments Investment Fund Services (IFS) um 17 Prozent auf 133 Millionen Euro, was rund sechs Prozent der Konzernerlöse entspricht. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) kletterte um 28 Prozent auf 66 Millionen Euro.

    Der seit Anfang 2018 amtierende Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer ist seit Langem auf der Suche nach Übernahmezielen, um den Anschluss an die großen US-Börsen ICE und CME nicht zu verlieren. Neben dem Fondsservicegeschäft sieht er sich auch im Datengeschäft sowie im Handel mit Währungen, Rohstoffen und Anleihen nach Zukäufen um.

    Neben einigen kleinen Übernahme fädelten Weimer und Leithner im vergangenen Jahr den 850 Millionen Dollar schweren Kauf des US-Softwarekonzerns Axioma ein. Mit dem Versuch, dem Finanzdatenanbieter Refinitiv dessen Devisenhandelsgeschäft FXall abzukaufen, scheiterte die Deutsche Börse jedoch, weil der Konkurrent London Stock Exchange sich entschloss, Refinitiv als Ganzes zu übernehmen.

    Vorstandschef Weimer sucht deshalb intensiv nach alternativen Übernahmezielen. Denn die Kriegskasse des Unternehmens ist auch nach dem UBS-Deal noch gut gefüllt. Im Herbst hatte Finanzchef Gregor Pottmeyer die Feuerkraft der Deutschen Börse auf zwei Milliarden Euro beziffert.

    Für Weimer gibt es deshalb zwei Möglichkeiten: Entweder er stemmt mit dem Geld in den kommenden Monaten weitere Übernahmen. Oder er gibt die Mittel im Rahmen eines Aktienrückkaufs an seine Eigentümer zurück. Die Präferenz des ehemaligen Investmentbankers ist klar: Er würde lieber weiter zukaufen.

    Mehr: Theodor Weimer soll Deutsche-Börse-Chef bleiben.

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