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Untersuchungsausschuss „Den Aufsichtsrat herumbugsiert“: Frühere Wirecard-Aufseherin übt scharfe Kritik an Braun

Im Untersuchungsausschuss erklärt Tina Kleingarn, dass sie mit den Prozessen im Konzern unzufrieden war. Der Aufsichtsrat habe den Vorstand nicht ausreichend kontrolliert.
19.11.2020 - 18:38 Uhr 1 Kommentar
Der deutsche Bundestag untersucht den Skandal um den Zahlungsdienstleister Wirecard. Quelle: Reuters
Wirecard-Untersuchungsausschuss

Der deutsche Bundestag untersucht den Skandal um den Zahlungsdienstleister Wirecard.

(Foto: Reuters)

Berlin Eine ehemalige Aufsichtsrätin von Wirecard hat sich schockiert über den mutmaßlichen Betrugsskandal gezeigt. Sie habe sich vor den Enthüllungen nicht vorstellen können, „dass die Vorstände der Wirecard AG in betrügerische Verhaltensweisen involviert sein könnten“, sagte Tina Kleingarn am Donnerstag im Untersuchungsausschuss des Bundestags.

Die 46-Jährige war ab Juni 2016 Mitglied des Wirecard-Aufsichtsrats und erklärte im September 2017 ihren Rücktritt – aufgrund schwerer Mängel, die sie im Konzern vorfand und die nicht abgestellt worden seien. Im Untersuchungsausschuss erklärte Kleingarn: „Mit den Prozessen war ich nicht zufrieden. Es mangelte an geordneten Kontroll- und Steuerungsstrukturen und an der Corporate Governance.“

Der Aufsichtsrat habe den Vorstand nicht ausreichend kontrolliert, dieser sich über dessen Rechte hinweggesetzt. Aus diesen Gründen habe sie ihr Amt niedergelegt, so Kleingarn. Allerdings: „Ich konnte mir nicht vorstellen, dass systematischer Betrug vorliegt.“

Eine klare Aussage traf die Ex-Aufsichtsrätin auf die Frage der Abgeordneten, wer bei Wirecard der „Herr im Haus“ gewesen sei: „Nach meiner Wahrnehmung war Herr Braun der CEO. Und das nicht nur rechtlich, sondern auch tatsächlich.“ Ihm habe es an Respekt gegenüber dem Aufsichtsrat gemangelt. „Der Aufsichtsrat wurde herumbugsiert. Und man darf sich nicht so herumbugsieren lassen.“

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    Zum Beleg für ihre Haltung verwies Kleingarn auf ihr Schreiben an die weiteren Mitglieder des Aufsichtsrats, mit dem sie Ende September 2017 ihr Ausscheiden begründete. Darin schrieb Kleingarn unter anderem: „Mir ist unverständlich, wie, nachdem Euren Schilderungen zufolge bereits im Abschluss 2015 ein uneingeschränktes Testat nur knapp erreicht wurde, das Testat für 2016 erneut nur in letzter Minute uneingeschränkt erteilt wurde.“

    Auch seien dem Aufsichtsrat Kreditbürgschaften zur Genehmigung vorgelegt wurde, „deren Kredite (...) bereits Wochen zuvor ausbezahlt wurden“. Das spreche für sich, schrieb Kleingarn damals. Bereits im Vorfeld war Braun auf die Kritik und das Ausscheiden seiner ehemaligen Aufsichtsrätin angesprochen worden – und hatte wie üblich die Aussage verweigert.

    Mehr: Ex-Wirecard-Chef Braun schweigt – so droht ihm eine zweite, härtere Runde

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    1 Kommentar zu "Untersuchungsausschuss: „Den Aufsichtsrat herumbugsiert“: Frühere Wirecard-Aufseherin übt scharfe Kritik an Braun"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Tina Kleingarn, Was soll man dazu sagen?
      Immerhin hat Sie NICHT mitgemacht bei der Sache.
      Allerdings hat sie eben auch nicht FÜR Corporate Governance GEKÄMPFT, sondern ist GEFLOHEN als es eng wurde. Der spätere neu AR-Vorsitzende hat dagegen gekämpft, auch öffentich, Ultimaten gesetzt und damit erheblich mit dazu beigetragen, dass Braun bereits im 2. Quartal wusste, dass das Spiel aus ist.

      Kleingarn hat alles laufen lassen und hintenrum ein etwas kritischeres Rücktrittsschreiben gesendet, dass der Öffentlichkeit lange vorenthalten wurde. Warum eigentlich? Sie hatte die Pflicht, die Aktionäre zu informieren. Sich jetzt hinzustellen und Braun, wenn auch zu recht anzuschwärzen, wenn sie dafür persönlich keinen Preis mehr zahlen muss, ist einfach.

      Das ist so einfach wie HEUTE Hitler zu kritisieren. Das kostet nichts. Das traut sich jeder. Es kommt darauf an, dann seinen MANN zu stehen, wenn es drauf ankommt, wenn es was kostet. Sie hat dabei versagt.

      Es ist doch klar:
      Wenn ich als Vorstand ´was zu verbergen habe (und das muss keine Straftat sein), dann suche ich mir willfährige Kontrolleure.
      Quotenmenschen sind dabei ein vorzügliches Werkzeug.

      Quotenmenschen haben keinen Rückhalt, keine Basis und sind allein wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer Minderheit in das Amt gekommen und müssen dafür, dem Vorstand gegenüber, dankbar sein. Daher und wegen der Missachtung des Leistungsprinzips lehne ich das Quotenwesen ab.

      Der AR-Vorsitzende, ein fachlich überforderter Kumpel aus Österreich, hat sich jedweder Kontroll verweigert und sollte persönlich haften. Auch andere Quotenfrauen haben versagt. Die Quotenfrau im Vorstand hat es gar zur Vorzeigefrau im Manager Magazin gebracht.

      Jetzt wissen wir was Quotenfrau kann:
      bestenfalls nichts, wenn Sie nur bei der Aufklärung versagt hat.
      schlimmstenfalls war sie moralisch auch nicht besser.

      Mein Respekt vor ach so coolen Nicht-Krawattenträgern ist auch gesunken. Offenbar müssen die was überspielen. Spießer sind mit lieber.

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