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Urteil in Frankfurt Commerzbank ist kein „Schmuddelkind“

Die Commerzbank zieht gegen die Schmähungen eines Branchendienstes vor Gericht und gewinnt in zweiter Instanz. Die Bank verhindert damit böse Briefe an einen besonderen Adressaten: den Deutschen Fußball-Bund.
17.07.2015 - 10:31 Uhr Kommentieren
Wer seine Fassade so schön putzen lässt, kann ja wohl kein „Schmuddelkind“ sein. Quelle: Imago
Fensterputzer an der Commerzbank-Zentrale

Wer seine Fassade so schön putzen lässt, kann ja wohl kein „Schmuddelkind“ sein.

(Foto: Imago)

Frankfurt Wenn es um Kritik geht, dann hat die Commerzbank normalerweise ein recht dickes Fell. Seit die Bank 2009 vom Staat mit Milliardensummen gerettet werden musste, hat sich die Bank von Aktionären, Konkurrenten oder auch den Medien so einiges anhören müssen. Martin Blessing? Für manche Aktionäre nur noch der „Totalversager“. Der Aktienkurs? Für Aktionärsschützer Klaus Nieding „so künstlich, wie der Busen von Carmen Geiss“.

Doch so stoisch das Institut normalerweise auf Kritik und Häme reagiert, als „Schmuddelkind der Bankenbranche“ wollte sich das Geldhaus dann doch nicht schmähen lassen. Jedenfalls nicht vom Brancheninformationsdienst „markt intern“, der sich auch als „publizistisches Sprachrohr“ der Sparkassen und Genossenschaftsbanken bezeichnet. Die Bank zog vor Gericht und verlor vor dem Landgericht. Nun wurde bekannt: in zweiter Instanz hat das Geldhaus gewonnen.

Das Oberlandesgericht Frankfurt hat in einem gerade veröffentlichten Urteil (OLG Frankfurt a.M., Urteil vom 18.06.2015 - Aktenzeichen 6 U 46/14) entschieden, dass die Bezeichnung als Schmuddelkind eine „wettbewerbswidrige Herabsetzung“ sei. Mit dem Urteil endet vermutlich bald eine kuriose Auseinandersetzung zwischen der Bank und dem Branchendienst, denn eine Revision ließen die Richter nicht zu.

Ihren Ausgang nahm der Streit vor etwa zwei Jahren. Der Chefredakteur des „markt intern“-Ablegers „bank intern“, bezeichnete die Bank damals als „Schmuddelkind der Bankenbranche“ und die Bandenwerbung des Instituts der deutschen Fußballnationalmannschaft als „Verschwendung von Steuergeldern“.

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    Das bekamen aber nicht etwa die Abonnenten von „bank intern“ zu lesen – sondern Wolfgang Niersbach, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes und das Präsidium des Bundesligavereins Eintracht Frankfurt. Garniert waren die Schreiben mit mehr oder minder offenen Aufforderungen die Sponsoring-Verträge „kritisch“ zu hinterfragen.

    Wettbewerbswidrige Vorteile zugunsten der Sparkassen?
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