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US-Bank JP Morgan bringt Kandidatinnen für den CEO-Posten in Stellung

Amerikas größte Bank stellt die Führung neu auf und lässt im Rennen um den Chefposten zwei Managerinnen gegeneinander antreten.
19.05.2021 - 17:04 Uhr Kommentieren
Seit Jahren wird an der Wall Street darüber diskutiert, wann Jamie Dimon in Rente geht. Quelle: Reuters
JP Morgan-Hauptquartier in New York

Seit Jahren wird an der Wall Street darüber diskutiert, wann Jamie Dimon in Rente geht.

(Foto: Reuters)

New York Wann geht Jamie Dimon in Rente? Seit Jahren wird an der Wall Street über diese Frage diskutiert. Und Dimon selbst macht sich einen Spaß daraus, bei der Antwort möglichst vage zu bleiben. „In fünf Jahren“ war lange die Standardantwort des JP-Morgan-Chefs. Doch der 65-Jährige signalisiert mit dem jüngsten Umbau an der Führungsspitze, dass die Pläne für einen Wechsel nun konkreter werden.

Dabei rückt er zwei Managerinnen ins Rampenlicht. Jennifer Piepszak und Marianne Lake werden künftig das wichtige Privatkundengeschäft gemeinsam führen. Sie folgen damit auf Gordon Smith (62), der zum Jahresende seinen Rückzug angekündet hat.

Jamie Dimon fährt damit eine zweigleisige Strategie. Sollte seine Nachfolge schnell geregelt werden müssen, dann gilt Daniel Pinto als designierter Nachfolger. Pinto ist derzeit Chef der Investment- und Unternehmensbank und trug bislang gemeinsam mit Smith den Titel Co-President. In den Vereinigten Staaten soll mit diesem Titel signalisiert werden, dass Manager die beste Chancen auf den CEO-Posten haben.

Bei einem längerfristigen Übergang haben Lake oder Piepszak die besseren Chancen. Ein baldiger Wechsel sei jedoch nicht geplant. „Der Verwaltungsrat will, dass Jamie noch für einige Jahre in seiner Position bleibt“, betonte Dimons Sprecher.

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    Auch bei Goldman Sachs hatte es vor dem Führungswechsel im Jahr 2018 einen Machtkampf gegeben. Damals teilten sich Harvey Schwartz und David Solomon den Posten des operativen Vorstands. Am Ende setzte sich Solomon durch, und Schwartz kündigte seinen Ruhestand an.

    Die gebürtige Britin mit Physikabschluss war in der Krise für die Kreditvergabe an US-Haushalte verantwortlich. Quelle: Bloomberg
    Marianne Lake

    Die gebürtige Britin mit Physikabschluss war in der Krise für die Kreditvergabe an US-Haushalte verantwortlich.

    (Foto: Bloomberg)

    Managementexperten bezweifeln, dass die Doppelspitze der beste Weg für Lake und Piepszak sei, um ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, weil es schwer sei, zusammenzuarbeiten und sich gleichzeitig individuell zu profilieren. Sollte eine der beiden das Rennen um den CEO-Posten gewinnen, würde die andere vermutlich ebenfalls die Bank verlassen, wie es an der Wall Street üblich ist.

    Dimon führt die Bank seit Ende 2006. Er ist damit der am längsten amtierende Chef einer Wall-Street-Bank und hat Amerikas größte Bank erfolgreich durch die Finanzkrise und durch die Pandemie gesteuert. Dimon hat schon vor Jahren damit begonnen, eine Reihe von starken Kandidaten um sich zu scharen, die das Zeug zum CEO haben. Und schon vor Jahren hat er auch gezielt Frauen für Topjobs aufgebaut. Jane Fraser übernahm im März den Chefposten bei der Citigroup und ist damit die erste Frau überhaupt, die ein Wall-Street-Institut leitet.

    Alle Großbanken signalisieren jedoch bereits seit Jahren, dass sie sich für mehr Diversität einsetzen wollen. Auch die Politik fordert das ein. Bei einer Anhörung vor dem US-Kongress 2019 mussten sich die CEOs für ihre mangelnde Diversität in den obersten Führungsebenen kritisieren lassen. Kommende Woche werden Dimon und Co. wieder zu einer Anhörung in Washington sein und wollen auf ihre Fortschritte verweisen.

    Lake und Piepszak haben sich in der Pandemie als Krisenmanagerinnen profiliert. Lake, eine gebürtige Britin mit Physikabschluss und alleinerziehende Mutter von drei Kindern, war für die Kreditvergabe an US-Haushalte verantwortlich – in einer Zeit, in der Millionen von Amerikanern ihre Jobs verloren haben. Piepszak, die als der neue aufstrebende Star der Bank gilt, kümmerte sich dagegen um die Nöte der Unternehmenskunden, die am Anfang der Pandemie ihre Kreditlinien zogen und später refinanzieren wollten. Auch sie hat drei Kinder.

    Der neue aufstrebende Star in der US-Bank. Quelle: JP Morgan
    Jennifer Piepszak

    Der neue aufstrebende Star in der US-Bank.

    (Foto: JP Morgan)

    Egal, wer das Rennen am Ende macht, die Frau oder der Mann an der Spitze wird sich auf turbulente Zeiten einstellen müssen, wie Dimon im April in seinem viel beachteten Brief an die Aktionäre beschrieb. Amerika stehe in den kommenden Jahren zwar vor einem Wirtschaftsboom. Doch: „Banken sind von großer Konkurrenz bedroht, praktisch von allen Seiten“, stellte Dimon klar. So hätten Schattenbanken, zu denen unter anderem Hedgefonds und Private-Equity-Firmen zählen, in den vergangenen Jahren deutlich an Marktanteilen gewonnen. Auch „Fintech und Big Tech“ würden immer stärker in die traditionelle Finanzwelt vordringen, „und zwar im großen Stil“. Die Bank müsse „schneller und kreativer“ werden, um es mit den Technologiefirmen aufzunehmen, die weniger stark reguliert seien und Produkte auf den Markt gebracht hätten, die modern und einfach zu bedienen seien.
    JP Morgan investiert jedes Jahr Milliarden in neue Technologien und ist auch auf der Suche nach Übernahmen. Doch der Kampf mit der zunehmenden Konkurrenz wird wohl noch lange nach seiner Amtszeit anhalten.

    Mehr: JP Morgan und Goldman erzielen dank Spac-Boom Rekordgewinne

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