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US-Banken Gewinne von Goldman Sachs, Citigroup und Bank of America brechen um rund die Hälfte ein

Die großen Wall-Street-Häuser bereiten sich auf eine schwere Rezession mit hohen Kreditausfällen vor. Ein Lichtblick ist das Handelsgeschäft.
15.04.2020 - 17:25 Uhr Kommentieren
Wegen hoher Rückstellungen für faule Kredite musste die Bank of America einen Gewinneinbruch verbuchen. Quelle: AP
Bank of America

Wegen hoher Rückstellungen für faule Kredite musste die Bank of America einen Gewinneinbruch verbuchen.

(Foto: AP)

Denver Amerikas Banken schalten in den Krisenmodus. Bank of America, Citigroup und Goldman Sachs haben ihre Risikovorsorge für ausfallgefährdete Kredite angehoben, dadurch sind die Gewinne im ersten Quartal eingebrochen.

Bank of America, hinter JP Morgan Chase die zweitgrößte Bank des Landes, meldete 45 Prozent weniger Gewinn, bei Citigroup und bei Goldman Sachs lag das Minus bei jeweils 46 Prozent. Goldman verbuchte zudem einen Verlust von 868 Millionen Dollar auf Aktien und Anleihen im Investmentportfolio der Bank.

Nach Jahren an Rekordgewinnen stellen sich die Institute auf eine schwere Krise und hohe Kreditausfälle ein. Der Internationale Währungsfonds rechnet wegen der Corona-Pandemie mit der tiefsten Rezession seit fast 100 Jahren. Durch den verordneten Stillstand der US-Wirtschaft haben rund 20 Millionen Menschen seit Mitte März ihren Job verloren. So schnell ging es noch nie.

Damit sind die Arbeitsplatzzuwächse seit der Finanzkrise praktisch wieder vernichtet. Und die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise werden sich im zweiten Quartal noch deutlich stärker zeigen. Im Januar und Februar waren die Geschäfte der Banken von den Folgen des Virus noch weitgehend unberührt.

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    Dafür wappnen sich die US-Banken jetzt: Die Risikovorsorge der Citigroup lag bei sieben Milliarden Dollar, fünf Milliarden höher als ein Jahr zuvor. Die Bank of America legte lediglich 3,6 Milliarden Dollar für ausfallgefährdete Kredite zurück – zu wenig, glaubt Octavio Marenzi von der Kapitalmarktberatung Opimas.

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    Allerdings kann derzeit kein Institut annähernd abschätzen, wie stark die Ausfälle sein werden. „Die Risikomodelle der Banken haben so etwas wie diese Krise noch nie gesehen“, gibt Marenzi zu bedenken. Daher sei es derzeit kaum möglich, verlässliche Prognosen abzugeben. Unklar ist derzeit auch, wann die billionenschweren Hilfen aus den Rettungspaketen der Regierung bei den Verbrauchern und Unternehmen ankommen werden und wie sehr diese dabei helfen, Kreditkartenrechnungen, Autokredite und andere Verbindlichkeiten zu bezahlen.

    Im zweiten Quartal drohen Verluste

    Während alle Großbanken trotz der hohen Risikovorsorgen im ersten Quartal noch profitabel waren, könnte es im zweiten Quartal zu Verlusten kommen glauben Branchenkenner, vor allem wenn die Rückstellungen weiter angehoben werden müssen.

    Am Dienstag legten bereits JP Morgan und Wells Fargo ihre Zahlen vor mit ähnlichen Trends. Einer der wenigen Lichtblicke war das Handelsgeschäft. In den ersten drei Monaten des Jahres wahren die Märkte extrem volatil. Noch im Februar erreichte der Leitindex Dow Jones ein neues Allzeithoch, danach ging es im Rekordtempo abwärts. Davon konnte Goldman Sachs besonders profitieren. Von den sechs größten US-Banken macht Goldman den größten Anteil der Erträge mit Handel und Beratung für Fusionen und Übernahmen.

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    Die Umsätze stiegen hier um 28 Prozent. Der Handel mit festverzinslichen Wertpapieren verbuchte das beste Quartal seit fünf Jahren. Auch bei der Citigroup war das Handelsgeschäft stark und führte zu einem überraschenden Ertragsplus von zwölf Prozent. Der Rückenwind könnte jedoch im zweiten Quartal wieder verschwinden. Analysten rechnen damit, dass eine weiter steigende Arbeitslosigkeit und eine Pleitewelle bei Unternehmen die Stimmung an den Aktienmärkten wieder deutlich verschlechtern könnte.

    Das Privatkundengeschäft bei Goldman Sachs rund um die Onlinebank Marcus war im ersten Quartal stark. Marcus bietet Sparkonten mit deutlich höheren Zinsen als die Konkurrenz und konnte die Einlagen um zwölf Milliarden auf 72 Milliarden Dollar steigern. Bei Kleinkrediten, die Marcus ebenfalls vergibt, werde die Bank jedoch vorsichtiger sein, betonte Finanzchef Stephen Scherr.

    Mehr: US-Banken vom Virus infiziert: Gewinne bei JP Morgan und Wells Fargo brechen ein.

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