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US-Großbank Goldman Sachs steht vor Zusammenarbeit mit Amazon

Das Wall-Street-Haus könnte Kredite an mittelständische Händler vergeben, die auf Amazon aktiv sind. Damit könnte Goldman das Konsumentengeschäft ausweiten.
04.02.2020 - 04:47 Uhr Kommentieren
Die Zusammenarbeit mit Amazon ist für die US-Bank bereits die zweite Kooperation mit einem Tech-Konzern. Quelle: Reuters
Goldman Sachs

Die Zusammenarbeit mit Amazon ist für die US-Bank bereits die zweite Kooperation mit einem Tech-Konzern.

(Foto: Reuters)

New York David Solomon treibt den Ausbau des Konsumentengeschäfts voran. Der Goldman-Sachs-Chef hatte vergangene Woche auf dem Investorentag der Bank eine ganze Reihe von Plänen präsentiert, die das kleine aber schnell wachsende Segment voranbringen könnten. Einer davon könnte bereits im März starten: Das Wall-Street-Haus arbeitet Finanzkreisen zufolge an einer Kooperation mit Amazon. Goldman könnte in den USA Kredite für kleine und mittelständische Händler auf der Plattform des Internet-Kaufhauses anbieten, hieß es. Darüber hatte zunächst die „Financial Times“ berichtet. Eine Goldman-Sprecherin wollte das nicht kommentieren.

Der Schritt würde zu der neuen Strategie passen, die Goldmans Technologie-Vorstand Marco Argenti beim Investorentag vorstellte. Demnach will das US-Geldhaus unter dem Schlagwort „Banking as a Service“ seinen Kunden Bankdienstleistungen in einer Art Baukastenform anbieten, die praktisch sofort einsatzbereit sind. Die Produkte würden „allen Regulierungsvorschriften gerecht werden“, so Argenti, der im Herbst selbst von Amazons hochprofitablem Cloud-Service AWS zu Goldman wechselte.

Zudem müssten die Kunden „sich nicht vorab zu einer großen Investition verpflichten, sondern können auswählen, welche Teile sei brauchen.“ Das gelte für das Privatkundengeschäft, ebenso wie das Risikomanagement oder dem Wertpapierhandel. Amazon würde im Gegenzug davon profitieren, dass die Händler die Kredite nutzen, um ihre Verkaufszahlen auf der Plattform zu steigern, ohne selbst tiefer in Bankdienstleistungen einzusteigen.

Goldman befindet sich mitten in einem Transformationsprozess, der die Bank weniger abhängig vom volatilen Handelsgeschäft und vom Investmentbanking machen soll. Dafür dringt die Bank in weniger glamouröse Geschäftsfelder vor, um stabilere Erträge zu generieren. So soll Goldman ähnlicher wie die Branchenführer JP Morgan Chase oder Citigroup werden.

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    Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht das Privatkundengeschäft rund um die Online-Bank Marcus. Zudem hat Goldman eine eigene Plattform für Cash-Management aufgebaut, die in den kommenden Monaten für die ersten externen Kunden freigeschaltet werden soll.

    Kreditkarte in Kooperation mit Apple

    Für Goldman wäre das der zweite große Deal mit einem Tech-Konzern. Im Sommer gab die Bank gemeinsam mit Apple eine Kreditkarte heraus. Solomon nannte das den erfolgreichsten Start einer Kreditkarte aller Zeiten, gab jedoch keine Zahlen bekannt, um die Behauptung zu untermauern.

    Goldman will für das Privatkundengeschäft bewusst kein Filialnetz aufbauen, wie Finanzchef Stephen Scherr bereits im vergangenen Jahr betonte. Doch das bedeutet, dass die Bank andere Wege finden muss, um Kunden zu gewinnen. Die Millionen von Verkäufer auf Amazon sind attraktiv, weil ihre Verkaufsdaten schnell Aufschluss über ihre Kreditwürdigkeit geben könnten. Auch Paypal nutzt die Daten seiner Einzelhandelskunden, um schnell ihre Kreditwürdigkeit zu bestimmen.

    Eine regionale Bank zu übernehmen lehnen Goldmans Manager ab. Der unabhängige Bankenanalyst Chris Whalen hält das für einen Fehler, weil der Transformationsprozess sonst zu lange dauern würde. Die Erträge aus dem Konsumentengeschäft betrugen im vergangenen Jahr nur gut zwei Prozent zum gesamten Ergebnis bei. Solomon selbst räumte ein, dass es noch Jahre dauern werde, bis die neuen Initiativen sich deutlich in der Bilanz bemerkbar machen würden.

    Er hat der Bank jedoch ehrgeizige Ziele gesetzt. Die Eigenkapitalrendite, ein wichtiges Maß für die Profitabilität, soll in den kommenden drei Jahren von derzeit zehn auf 13 Prozent steigen. Damit will das Institut die Lücke zu anderen Wall-Street-Häusern schließen, die sich nach der Finanzkrise deutlich schneller auf ein neues Umfeld eingestellt haben. Die Eigenkapitalrendite bei JP Morgan Chase etwa liegt bei 15 Prozent. Zudem muss Goldman Kosten sparen, um die Effizienzquote zu steigern.

    Mehr: Wo Goldman Sachs in Zukunft wachsen will, lesen Sie hier.

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