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US-Großbank JP Morgan kämpft um sein Geschäftsmodell

Der Börsenkurs ist niedrig, die Frustration unter den Aktionären von JP Morgan wächst. Bankenanalyst Mayo fordert gar die Aufspaltung der US-Bank. Mit optimistischen Zukunftsprognosen hält Vorstandschef Dimon dagegen.
29.02.2012 - 08:41 Uhr Kommentieren
JP Morgan will sich nicht aufspalten. Quelle: AFP

JP Morgan will sich nicht aufspalten.

(Foto: AFP)

New York Keine der großen Wall-Street-Banken kam so gut durch die Finanzkrise wie JP Morgan. Den Verantwortlichen, Vorstandschef Jamie Dimon, machte das zum Star des US-Finanzsektors. Doch was hilft es, besser als der Rest zu sein, wenn die ganze Branche – zumindest gemessen an der für Aktionäre frustrierenden Aktienkursentwicklung – schlecht dasteht? Zu sehr lasten Regulierung, schwaches Wirtschaftswachstum in den USA und die Anti-Bankenstimmung auf Renditen und Kursen. Ausgerechnet vor dem jährlichen Treffen mit Investoren stellt deshalb nun Starbankenanalyst Mike Mayo das ganze Geschäftsmodell des Finanzsupermarktes JP Morgan und der Branche infrage.

„Muss JP Morgan wirklich so groß sein?“ fragt Mayo, der sich mit der Vorhersage der Finanzkrise einen Namen gemacht hat. „Die Einzelteile von JP Morgan sind zusammen ein Drittel mehr wert als die aktuelle Marktbewertung“, schätzt Mayo, der für den französischen Broker CLSA arbeitet.

Jamie Dimon machte jedoch am Dienstag vor Analysten und Investoren deutlich, dass er nicht daran denke, den Konzern auseinanderzunehmen. Es mache Sinn, alles aus einer Hand anzubieten und dadurch Synergien zu heben. Zudem zeigte er sich optimistisch, dass sich das so gescholtene Investment-Banking wieder erholen werde: „Der Einbruch ist zyklisch“, sagte er auch an den mit versteinertem Gesicht im Publikum sitzenden Mayo gerichtet.

Mayos Vorpreschen ist Ausdruck der wachsenden Frustration unter den Aktionären nicht nur von JP Morgan. Seit über vier Jahren warten sie darauf, dass die Kurse der Aktien wenigstens wieder auf das Niveau von vor der Krise steigen. Trotz der jüngsten Kursrally notiert das Papier von JP Morgan noch über ein Drittel niedriger als 2007. Anderen, wie Bank of America, geht es noch schlechter. Die Aktie der zweitgrößten US-Bank liegt noch über 80 Prozent unter dem Vorkrisenwert.

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