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Vergütungspolitik EZB zeigt Verständnis für Deutsche-Bank-Boni

EZB-Aufseher Andrea Enria sieht die Bonuszahlungen der Deutschen Bank gelassen. Es komme darauf an, warum Gewinne oder Verluste anfallen, so Enria.
17.02.2020 - 06:35 Uhr 1 Kommentar
Wenn eine Bank ihre Risiken abbaut, dann kann es auch gerechtfertigt sein, in Verlustjahren einen Bonus zu zahlen, meint der Chef der EZB-Bankenaufsicht. Quelle: REUTERS
Andrea Enria

Wenn eine Bank ihre Risiken abbaut, dann kann es auch gerechtfertigt sein, in Verlustjahren einen Bonus zu zahlen, meint der Chef der EZB-Bankenaufsicht.

(Foto: REUTERS)

Frankfurt Die Bankenaufseher der Europäischen Zentralbank (EZB) haben keine großen Bedenken wegen der Bonuszahlungen für Vorstände der Deutschen Bank. Ob Bonuszahlungen gerechtfertigt sind, hängt für den Chef der EZB-Bankenaufsicht, Andrea Enria, davon ab, warum Gewinne oder Verluste anfallen, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“ auf die Frage, warum die EZB-Bankenaufsicht die Vorstandsboni der Deutschen Bank nicht verhindert habe.  

„Wenn eine Bank durch eine extrem riskante Geschäftsstrategie einen hohen Gewinn macht, ist der Bonus dann gerechtfertigt? Nicht unbedingt“, sagte Enria. Die Bankenaufsicht greife ein, wenn das Bonussystem den Bankern Anreize biete, übermäßige Risiken einzugehen.

„Wenn eine Bank sich umstrukturiert, weniger Risiko eingeht und dabei ein Verlust anfällt und die Bank trotzdem einen angemessenen Bonus zahlt, um talentierte Manager halten zu können, dann ist mir das lieber“, ergänzte der oberste Bankenaufseher der Euro-Zone. Er betonte, seine Aussagen seien allgemein gemeint, da er zu einzelnen Banken nichts sagen könne.

Die Deutsche Bank hatte Ende Januar erklärt, dass der Vorstand des Kreditinstituts um Vorstandschef Christian Sewing angesichts eines erneuten Jahresverlusts von 5,7 Milliarden Euro zwar auf Teile seines Bonusanspruches verzichten werde, jedoch nicht auf die gesamte ihm zustehende variable Vergütung.

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    Verantwortlich für den Verlust waren in erster Linie Kosten für den Umbau des Kreditinstituts. Insgesamt wird der Bonustopf für den Vorstand mit rund 13 Millionen Euro etwa halb so groß ausfallen wie im Vorjahr. 

    Wie deutlich die variable Vergütung für normale Mitarbeiter sinken wird, ist noch unklar. Finanzkreisen zufolge könnte der Bonuspool, der im Vorjahr noch 1,9 Milliarden Euro betrug, um mindestens ein Fünftel schrumpfen.

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    Aussagen der deutschen Bankenaufsicht Bafin legen nahe, dass die Behörde die Vergütungspraxis der Deutschen Bank wohl zumindest nicht ganz so gelassen sieht wie EZB-Bankenaufseher Enria. „Eine unserer Erwartungen ist, dass sich in den Boni die Ertragslage der Banken widerspiegelt“, hatte der oberste Bankenaufseher der Bafin, Raimund Röseler, Ende Dezember in einem Interview mit der „Börsen-Zeitung“ gesagt. „Zumindest müssen Banken mit Ertragsproblemen sehr gut begründen, wenn und warum sie die Boni nicht verringern.“

    Auch Enria räumt ein, dass es Situationen gibt, in denen Verluste zu einem Bonusstopp führen müssen: „Natürlich gibt es Situationen, in denen wir handeln müssen. Wenn sie zu viel Boni zahlen und dadurch die Banken schwächen“, sagte er. „Aber wir haben heute strengere Regeln als in den meisten anderen Ländern der Welt, seit das europäische Parlament Obergrenzen für Boni in Relation zum Fixgehalt durchgesetzt hat.“

    Die Haltung der Bank ist unter Unternehmen und Investoren umstritten. „Ich sehe es kritisch, dass der Vorstand eine variable Vergütung bekommt, so gut ich Christian Sewings Ansätze für die Bank finde“, sagte der Vizepräsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Klaus Nieding, vor kurzem dem Handelsblatt. Für Union-Investment-Analystin Vanda Heinen ist der Teilverzicht des Vorstands „zwar ein positiver Beitrag des Vorstands, aber ein Komplettverzicht hätte noch mehr Signalwirkung“.

    Zu den prominenten Verteidigern des Deutsche-Bank-Beschlusses zählt dagegen Ingo Speich, Leiter Nachhaltigkeit und Corporate Governance von Deka Investment. „Trotz der historischen Verluste bei der Deutschen Bank ist eine Nullrunde nicht zielführend“, hatte er gesagt. Die Milliardenverluste seien dem Umbau geschuldet und auch in einer Transformationsphase müsse man die Mitarbeiter „maßvoll motivieren, die Extra-Meile zu gehen“.

    Mehr: „Falsche Kultur der Gier-Mentalität“ – Boni der Deutschen Bank polarisieren die Wirtschaft

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    1 Kommentar zu "Vergütungspolitik: EZB zeigt Verständnis für Deutsche-Bank-Boni"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • genau dieses, wenn auch nur teilweise geäußerte Verständnis für die Boni, wird die Gesellschaft immer schneller Spalten...auch wenn hier sicherlich bewusst mehr Schulden gemacht wurden, um die Bank in besseres Fahrwasser zu bekommen....die Last ist da...und daher sollte eine weitere Boni Last nicht hinzukommen....wie gesagt genau dieses Verhalten wird die Gesellschaft immer schärfer spalten mit unabsehbaren folgen.

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