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Vermögensverwalter Amundi will künftig stärker in China wachsen

Der französische Fondsanbieter sammelt im dritten Quartal 35 Milliarden Euro neues Anlegerkapital ein. In Asien setzt der Konzern auf ein Joint Venture mit der Bank of China.
30.10.2020 - 18:50 Uhr Kommentieren
Der Fondsanbieter ist hinter der Allianz-Gruppe das zweitgrößte Haus in Europa. Quelle: Reuters
Amundi

Der Fondsanbieter ist hinter der Allianz-Gruppe das zweitgrößte Haus in Europa.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Der größte konzernunabhängige Fondsanbieter Europas, Amundi, hat im dritten Quartal vor allem von Großinvestoren neues Kapital in Höhe von netto 34,7 Milliarden Euro eingesammelt. Von Großanlegern stammten 21,4 Milliarden Euro, von privaten Anlegern 5,2 Milliarden Euro. Außerdem weist Amundi Zuflüsse von 8,1 Milliarden Euro über Joint Ventures aus, wovon mit 7,2 Milliarden Euro der überwiegende Teil aus China stammt, der Rest aus Indien.

Die Zuflüsse, Kursgewinne mit Wertpapieren und integriertes Vermögen des übernommenen spanischen Vermögensverwalters Sabadell Asset Management in Höhe von 21 Milliarden Euro erhöhten das verwaltete Vermögen Amundis im dritten Quartal um 4,4 Prozent auf 1,66 Billionen Euro. Der Vermögensverwalter gehört damit zu den zehn größten Anbietern der Welt und ist hinter der Allianz-Gruppe das zweitgrößte Haus in Europa.

Margendruck und schwierige Börsen ließen Ertrag sinken

Dank Kostenersparnissen steigerte das französische Haus seinen Netto-Gewinn um leichte 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 235 Millionen Euro. Der bereinigte Vorsteuergewinn bleibt nahezu stabil bei 321 Millionen Euro. Der bereinigte Ertrag sank gegenüber dem Vorjahresquartal um vier Prozent auf 630 Millionen Euro.

Amundi begründete dies mit der schwierigen Entwicklung an den Aktienmärkten und Druck auf die Margen wegen Änderungen der Kundenstruktur und Produktzusammensetzung. Die immer beliebteren preiswerten passiven Fonds ETF sorgen branchenweit für ein Abschmelzen der Margen. Amundi weist eine stabile Kosten-Ertrags-Quote von 51,2 Prozent aus.

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    In den ersten neun Monaten summieren sich Amundis Kapitalzuflüsse auf netto 30,7 Milliarden Euro. Am europäischen Markt schneidet Amundi nach Zahlen von Morningstar etwas besser ab als die Deutsche-Bank-Tochter DWS, was die vor allem für Privatanleger aufgelegten Publikumsfonds angeht: Die Franzosen sammelten demnach von Januar bis September unter dem Strich 15,2 Milliarden Euro neues Kapital ein, die DWS knapp 13 Milliarden Euro.

    Deutlich dahinter rangieren die anderen drei großen deutschen Häuser: Die Sparkassen-Fondstochter Deka erhielt dort netto rund vier Milliarden Euro neues Anlegergeld, die genossenschaftliche Union Investment 3,5 Milliarden Euro und die Allianz-Tochter Allianz Global Investors 1,4 Milliarden Euro.

    Amundis Ertrag sank in den ersten neun Monaten um 6,2 Prozent auf 1,86 Milliarden Euro. Trotz gesunkener Kosten gingen der bereinigte Vorsteuer- und der Nettogewinn um acht und neun Prozent zurück auf 865 Millionen Euro und 634 Millionen Euro.

    Fokus auf China

    Das französische Haus will künftig stärker in China wachsen und hat mit der Bank of China eine Tochtergesellschaft gegründet. „Asien ist ein Hauptfokus der Expansionsstrategie Amundis“, erklärt Amundi-Chef Yves Perrier.

    Bis 2025 will Perrier das in Asien gemanagte Vermögen von heute 303 Milliarden Euro auf 500 Milliarden steigern. Die neue Tochter Amundi BOC Wealth Management, an der Amundi 55 Prozent gehören, soll dazu mehr als 60 Milliarden Euro beitragen und mehr als 50 Millionen Euro zu Amundis Nettogewinn beisteuern.

    Mehr: Anleger kaufen Aktien- und Anleihefonds

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