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Vermögensverwalter Friedrich Merz gibt Aufsichtsratsjob bei Blackrock auf

Der CDU-Politiker will seinen Posten bei dem Vermögensverwalter niederlegen. Er wolle sich stärker in seiner Partei einbringen.
05.02.2020 Update: 05.02.2020 - 18:49 Uhr 1 Kommentar
Als Grund für seinen Rückzug nennt er seinen Wunsch, sich stärker politisch zu engagieren. Quelle: Reuters
Friedrich Merz

Als Grund für seinen Rückzug nennt er seinen Wunsch, sich stärker politisch zu engagieren.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Friedrich Merz gibt Ende März seinen Posten als Aufsichtsratsvorsitzender von Blackrock auf. Der frühere Unionsfraktionschef sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Ich habe mich entschieden, meine Tätigkeit als Aufsichtsratsvorsitzender von Blackrock in Deutschland zum Ende des ersten Quartals zu beenden. Es war mir eine Freude und große Ehre, das Unternehmen in Deutschland über die vergangenen vier Jahre zu begleiten.“

Er wolle seine „Zeit nun nutzen, die CDU noch stärker bei ihrer Erneuerung zu unterstützen und mich weiter politisch einzubringen“. Deutschland und Europa stünden zu Beginn des neuen Jahrzehnts vor großen Herausforderungen. „Ich möchte dazu beitragen, dass unser Land erfolgreich bleibt und zukunftsfähig wird“, sagte Merz.

Eine Kandidatur bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr lässt Merz weiterhin offen. Merz habe deutlich gemacht, dass er sich auch um ein Bundestagsmandat bewerben werde, falls er nochmals ganz in die Politik zurückgehe, sagte sein Sprecher Armin Peter vor Kurzem. Weiterhin gelte für Merz, dass derzeit in der CDU keine Personaldebatten geführt werden müssten, es gehe um Sachfragen.

Der Verlust von Merz als Vorsitzendem des Aufsichtsrats in Deutschland trifft den weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock hart, aber nicht unerwartet. Schon bei seiner Kandidatur für den CDU-Parteivorsitz Ende 2018 wäre er bei einer Wahl ausgeschieden – das hatte er mit Blackrock-Chef Larry Fink besprochen. Am Ende machte Annegret Kramp-Karrenbauer das Rennen um den Vorsitz.

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    Merz war bei Blackrock sehr geschätzt, dessen dreiköpfigen Aufsichtsrat er seit 2016 führte. Für seine Nachfolge haben die New Yorker bereits einen Ersatz gefunden, heißt es in Finanzkreisen, der die formelle Funktion aus aktienrechtlichen Gründen erfüllen kann.

    In einem Statement heißt es: „Wir danken Friedrich Merz herzlich für seinen Rat und seine Unterstützung beim erfolgreichen Ausbau unserer Geschäftsaktivitäten. Wir werden zu gegebener Zeit einen Nachfolger als Aufsichtsratsvorsitzenden von Blackrock in Deutschland bekanntgeben.“

    Wie es heißt, wird unter Hochdruck nach einer „bekannten Persönlichkeit“ gesucht, die den Führungskräften bei Blackrock in Deutschland hilft, ihre Geschäfte auszubauen und Türen zu öffnen. Gesucht werde eine Top-Person mit besten Kontakten in Finanzindustrie und Industrie, berichten Insider. Es sei unwahrscheinlich, dass es erneut eine Person mit politischem Hintergrund werde.

    Merz verteidigte Blackrock in öffentlichen Diskussionen

    Merz hatte sich lange Zeit sehr verdient um den Vermögensverwalter gemacht. Er verkörperte nicht nur das positive Bild von Blackrock in der Außenwelt und sorgte für eine größere Bekanntheit des Namens. Der Politiker mischte sich auch in alle Debatten ein, die die Öffentlichkeit bewegten. In Diskussionen verteidigte er sein Unternehmen gegen Kritik über den zunehmenden Einfluss von börsennotierten Indexfonds auf die Aktienkurse. Der New Yorker Konzern ist der größte Anbieter weltweit in dem Segment.

    Angriffe von Linken auf Merz, die sein Blackrock-Engagement heftig kritisierten, da sie die Macht des Finanzriesen und dessen Geschäftsbahren kritisch beurteilten, wies Merz stets zurück. Blackrock sei „keine Heuschrecke, das ist kein Private Equity, das ist ein Vermögensverwalter. Ich fühle mich da ausgesprochen wohl mit“, sagte er. Die Firma verwalte das Vermögen von Hunderttausenden Kunden – treuhänderisch. Da gebe es „keinerlei Konfliktlage“.

    Gleichgültig, ob es um den Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union oder die Probleme mit Italien ging, Merz überzeugte durch eine klare Meinung, die er öffentlich bekundete. Außerdem war er durch seine exzellenten Kontakte in die Politik und in die Chefetagen wichtiger Konzerne ein Türöffner für den Vermögensverwalter, der das riesige Volumen von über sieben Billionen Dollar verwaltet.

    Ohnehin gilt das Unternehmen als der größte Aktionär in vielen Unternehmen der Welt, auch in Deutschland, etwa bei dem Sportartikelhersteller Adidas und dem Chemiekonzern BASF. Gleichzeitig berät Blackrock Notenbanken wie die Europäische Zentralbank (EZB) in wichtigen Fällen.

    Die Sparte Blackrock Solutions gab der EZB etwa Ratschläge für den Aufbau und die Umsetzung eines Kaufplans für forderungsbesicherte Wertpapiere, sogenannte ABS. Auch während der Griechenland-Krise waren die Experten von Blackrock für die Notenbank aktiv.

    Mehr: Im Interview spricht der CDU-Politiker über den Zusammenhalt der Partei und darüber, welche Themen für die CDU wichtig sind. Sehen Sie hier das Video.

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    Mehr zu: Vermögensverwalter - Friedrich Merz gibt Aufsichtsratsjob bei Blackrock auf
    1 Kommentar zu "Vermögensverwalter: Friedrich Merz gibt Aufsichtsratsjob bei Blackrock auf"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ich würde mich sehr freuen, wenn Herr Merz eine Führungsrolle in der CDU und in Deutschland ausfüllen würde.
      Seine gute Ausbildung, sein Pragmatismus und Lebenserfahrung täte Deutschland gut.
      Er ist sehr bodenständig, erfolgreich und lösungsorientiert.

      Quasi ein Gegenmodell zu den Habecks und Kühnerts unserer Politikerelite.

      Dieses Land braucht mehr Menschen diesen Kalibers.

      Die abwertenden Zwischentöne sind unangebracht. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.

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