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Vermögensverwalter Nahezu keine Mittelabflüsse: Kunden bleiben Deka im Krisenmonat März treu

Trotz der Börsenturbulenzen sieht sich der Fondsdienstleister der Sparkassen für die Folgen des Coronavirus‘ gewappnet. Er schlug sich besser als andere Vermögensverwalter.
07.04.2020 - 16:38 Uhr Kommentieren
Einen Ausblick auf 2020 wagte Deka-Chef Georg Stocker angesichts der Coronakrise nicht. Quelle: dpa
Dekabank

Einen Ausblick auf 2020 wagte Deka-Chef Georg Stocker angesichts der Coronakrise nicht.

(Foto: dpa)

Frankfurt Während Investoren in Europa mit dem Ausbruch der Coronakrise aus Investmentfonds geflüchtet sind, ist das Geschäft der Dekabank beinahe stabil geblieben. Georg Stocker, der neue Vorstandschef des Sparkassenfondsdienstleisters, sagte am Dienstag: „Mit Blick auf den Absatz zeigt sich, dass die Kunden bislang sehr besonnen reagiert haben.“ Im März habe es insgesamt nahezu keine Nettoabflüsse gegeben, so Stocker weiter. Das gelte sowohl für private als auch für institutionelle Investoren.

Damit steht die Deka weitaus besser da als andere Vermögensverwalter. Laut einer Analyse der Ratingagentur Morningstar mussten Fonds in Europa zuletzt heftige Mittelabflüsse hinnehmen. Nach der Schätzung auf Basis von rund 90 Prozent aller in Europa angebotenen Fonds verkauften Anleger im Krisenmonat März Anteile für netto gut 200 Milliarden Euro.

Die endgültigen Zahlen werden sogar noch höher ausfallen. Nicht enthalten ist in der Morningstar-Schätzung das institutionelle Geschäft mit Großinvestoren.

Die Deka wird dagegen durch das Geschäft mit Wertpapiersparplänen gestützt. In den ersten zwölf Wochen dieses Jahres verkaufte sie mehr als 250.000 Wertpapiersparpläne. „Die mittlerweile deutlich über fünf Millionen Sparpläne sind für uns ein deutlich stabilisierender Faktor für unseren Bestand“, sagte Stocker.

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    Der frühere Chef für den Sparkassenvertrieb, der schon lange dem Deka-Vorstand angehört, ist zum Jahresbeginn an die Unternehmensspitze gerückt, er folgt auf Michael Rüdiger. Stocker betonte, die Deka sei bisher ordentlich durch die Krise gekommen. „Auf eine etwaige weitere Verschärfung der Situation sind wir gut vorbereitet.“

    Eine Prognose für 2020 wollte die Deka – wie andere Finanzinstitute auch – nicht abgeben. Die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus‘ seien noch nicht absehbar, sagte der Deka-Chef. Die Deka zählt zu den größten Vermögensmanagern in Deutschland. Insgesamt verwaltete sie Ende 2019 gut 310 Milliarden Euro. Durch die jüngsten Börsenturbulenzen ist der Wert um rund 25 Milliarden Euro geschrumpft.

    Deka-Chef verteidigt Zertifikate-Strategie

    Im vergangenen Jahr verdiente die Fondsgesellschaft, die den rund 380 deutschen Sparkassen gehört, etwas weniger als 2018. Das sogenannte wirtschaftliche Ergebnis fiel von 452 Millionen Euro auf 434 Millionen Euro. Belastet wurde das Ergebnis durch Rückstellungen für Pensionen. Das wirtschaftliche Ergebnis weicht in einzelnen Positionen von klassischen Ergebniskennzahlen ab, zum Beispiel bei bestimmten Zinsgeschäften.

    2019 sammelte die Deka netto 18 Milliarden Euro ein und damit deutlich mehr als im Vorjahr. Gut elf Milliarden Euro davon stammten von Privatkunden. Sie steckten fünf Milliarden Euro in Zertifikate und sechs Milliarden Euro in Fonds. Die Deka begibt erst seit einigen Jahren Zertifikate, ist aber mittlerweile laut dem Derivateverband DDV Marktführer in Deutschland.

    Verbraucherschützer warnen immer wieder vor Verlustrisiken durch Zertifikate und betrachten die Produkte teils als viel zu kompliziert. Stocker verteidigte das Vorgehen der Deka: Derzeit liegt nach seinen Angaben ein kleiner Teil der Zertifikate, die 2020 fällig werden, im Minus. Es gehe um Zertifikate im Volumen von 350 Millionen Euro, das entspreche 2,5 Prozent des Gesamtvolumens an Zertifikaten von 14 Milliarden Euro. „In wieweit trotzdem noch eine Rückzahlung zum Nennbetrag erfolgt, hängt von der weiteren Marktentwicklung bis zur Fälligkeit ab.“

    Ein großer Teil der Deka-Zertifikate sei zinsorientiert und nicht auf den Aktienmarkt bezogen, erklärte Stocker. Viele Aktien-Zertifikate wiederum hätten Puffer und würden auch noch länger laufen. Man habe die Zertifikate bewusst so gewählt, „damit Extremsituationen wie jetzt eine negative Entwicklung haben“.

    Für die deutsche Wirtschaft rechnet die Dekabank im laufenden Jahr mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukt von knapp fünf Prozent. Für das kommende Jahr erwartet sie ein Plus. Deka-Chefvolkswirt Ulrich Kater sagte, wenn es so komme, sei man zuversichtlich, dass der Dax nächstes Jahr wieder 11.500 Punkte erreiche. Der deutsche Leitindex sackte binnen sechs Wochen um gut 30 Prozent ab. Er fiel zeitweise auf unter 8500 Zähler, erholte sich seitdem aber wieder etwas.

    Auch auf die angestrebte Konsolidierung der öffentlich-rechtlichen Spitzeninstitute hat die Coronakrise Auswirkungen: Sie liegt für unbestimmte Zeit auf Eis, wie Sparkassenpräsident Helmut Schleweis vor knapp drei Wochen gesagt hatte. Ihm schwebt vor, dass es letztlich nur ein einziges Zentralinstitut für die Sparkassen gibt. Ausgangspunkt dabei soll eine mögliche Fusion zwischen der Deka und der Landesbank Hessen-Thüringen sein, die mehrheitlich in Besitz von Sparkassen ist.

    Die Gespräche zwischen den zwei Frankfurter Instituten waren erst kurz nach Jahresbeginn gestartet. Innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe war allerdings von verschiedenen Seiten Widerstand deutlich geworden. Derzeit gibt es noch vier große Landesbanken: neben der Helaba die LBBW in Stuttgart, die BayernLB in München und die NordLB in Hannover.

    Mehr: Privatanleger sind besonders betroffen von Pannenserie bei Handelsplattformen.

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