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Vor EZB-Stresstest Apobank sieht sich gerüstet

Die Sanierung der Deutschen Apotheker- und Ärztebank geht mit großen Schritten voran. Nach der existenziellen Krise sieht sich das genossenschaftliche Institut sich nun gewappnet für den Stresstest der EZB.
08.04.2014 Update: 08.04.2014 - 17:45 Uhr Kommentieren
In der Zentrale der Deutschen Apotheker- und Ärztebank regiert wieder der Optimismus. Quelle: Pressefoto

In der Zentrale der Deutschen Apotheker- und Ärztebank regiert wieder der Optimismus.

(Foto: Pressefoto)

Frankfurt Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) sieht sich rechtzeitig vor dem großen EZB-Stresstest wieder auf einem gesunden Fundament. Die toxischen Finanzprodukte, die die größte deutsche Genossenschaftsbank in eine existenzielle Krise gestürzt hatten, seien von ursprünglich 5,5 Milliarden bis auf 200 Millionen Euro abgebaut worden, bilanzierte Vorstandschef Herbert Pfennig am Dienstag in Frankfurt. Die Bank habe dabei im vergangenen Jahr noch einmal Verluste von 125 Millionen Euro hingenommen, den Rettungsschirm des genossenschaftlichen Bankenverbandes BVR aber nicht in Anspruch nehmen müssen.

Eigentlich hatten Pfennig und Finanzchef Thomas Siekmann die Finanzanlagen deutlich langsamer abbauen wollen. „Wenn wir jetzt mit drei Milliarden Euro an strukturierten Papieren in den Stresstest laufen würden, säßen wir jetzt nicht so ruhig hier“, sagte Pfennig. „Wir sind froh, dass wir durch sind. Fünf Jahre Krisen-Management reichen.“ Die geschrumpfte Bilanz und die zusätzlichen Einlagen der gut 100.000 Mitglieder ließen die Eigenkapitaldecke seit 2010 deutlich wachsen. Stand die Apobank damals mit rund sechs Prozent noch auf wackligen Beinen, kommt sie nun auf eine Kernkapitalquote von 17 Prozent, deutlich mehr als die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrer Bilanzprüfung verlangt.

„Der Stresstest macht uns keine Angst“, sagte Vorstandschef Pfennig. Allein seit Anfang 2012 habe die Bank eine Milliarde Euro Eigenkapital geschaffen oder freigesetzt, betonte Siekmann. Auch wenn die Eigenkapitalregeln nach Basel III bis 2019 weiter verschärft werden, wolle die Apobank dann auf eine Quote von knapp unter 16 Prozent kommen.

Die Apobank ist mit einer Bilanzsumme von 35 Milliarden Euro eine von voraussichtlich 24 deutschen Banken, die von Herbst an von der EZB beaufsichtigt werden - und eine von wenigen, die nicht den internationalen Bilanzstandard IFRS anwenden. Allein der Bilanz-TÜV und der Stresstest kosteten die Bank einen hohen einstelligen Millionenbetrag, sagte Siekmann. „Ein echter Kraftakt.“ Doch die Bilanz auf weniger als 30 Milliarden Euro abzuschmelzen, um weiter der deutschen Aufsicht zu unterliegen, komme nicht in Frage: „Wir haben das überlegt. Aber das macht strategisch keinen Sinn“, sagte Siekmann.

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    Als neue Kundengruppen hat die Apobank Medizinstudenten und angestellte Ärzte entdeckt. Um die klassischen Apobank-Kunden - selbstständige Ärzte und Apotheker buhlen auch Sparkassen und Großbanken wie die Commerzbank. „Aber bei uns kommt da wenig an“, sagte Pfennig. Stärker zu schaffen machen der Bank die niedrigen Zinsen, deretwegen viele Kunden ihre Kredite vorzeitig zurückzahlen. Das drückte das operative Ergebnis um drei Prozent auf 315 Millionen Euro. Weil die Risikovorsorge aber zugleich deutlich schrumpfte, stand unter dem Strich ein Gewinn von 47,4 (2012: 45,4) Millionen Euro. Die Anteilseigner sollen erneut vier Prozent Dividende bekommen. Für 2014 rechnet die Apobank mit einem erneut sinkenden operativen Ergebnis, der Nettogewinn soll aber deutlich steigen.

    • rtr
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