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Vorstand Rainer Neske Deutsche Bank verzichtet im Privatkundengeschäft auf Zukäufe

Die Deutsche Bank will im Geschäft mit Privatkunden kräftig wachsen – vor allem im Ausland. Übernahmen plant das Kreditinstitut dafür nicht. Bessere Beratung soll weitere Kunden bringen.
16.11.2012 Update: 16.11.2012 - 15:50 Uhr Kommentieren
Ohne Zukäufe will die Deutsche Bank im Privatkundengeschäft weiter wachsen. Quelle: AFP

Ohne Zukäufe will die Deutsche Bank im Privatkundengeschäft weiter wachsen.

(Foto: AFP)

Frankfurt Die Deutsche Bank setzt bei ihren ehrgeizigen Wachstumsplänen für das Privatkundengeschäft große Hoffnungen auf das Ausland. Von den drei Milliarden Euro vor Steuern, die die Konzernsparte bis 2015 abwerfen soll, werde knapp ein Drittel von außerhalb Deutschlands kommen, sagte Privatkundenvorstand Rainer Neske am Freitag auf einer Reuters-Veranstaltung in Frankfurt.

"Unser internationales Geschäft ist eine Erfolgsstory, auf die wir aufbauen und die wir fortschreiben wollen." Denn auf dem umkämpften Heimatmarkt herrsche bei einer sinkenden Bevölkerungszahl ein harter Verdrängungswettbewerb vor allem mit den Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken. "Deshalb sind auch im Privatkundengeschäft die aufstrebenden Volkswirtschaften von großer Bedeutung", betonte der Top-Manager. "Wir haben mit unserer Präsenz in Indien und China bereits die Voraussetzungen für künftiges Wachstum geschaffen."

Auch in Europa stehen die Zeichen auf Expansion. "Seit 2007 haben wir unsere Kundenzahl in Italien, Spanien, Portugal, Belgien und Polen bereits von vier auf fünf Millionen gesteigert", erklärte Neske. Die Kundeneinlagen seien dort verdoppelt worden, das Kreditvolumen um 35 Prozent gestiegen. Mancherorts könne die Bank sogar höhere Margen im Kreditgeschäft durchsetzen - und das im Niedrigzinsumfeld, da viele Institute auf dem Rückzug sind.

"Im Ausland sind viele Kunden aktuell froh, wenn sie überhaupt einen Kredit bekommen", sagte er. Trotz der Staatsschuldenkrise sei die Deutsche Bank in allen Märkten profitabel. Dennoch ist es bis zum ausgegebenen Drei-Milliarden-Ziel noch ein weiter Weg: In diesem Jahr dürfte Neskes Sparte gerade mal gut die Hälfte schaffen. Nach neun Monaten waren es 1,4 Milliarden Euro.

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    Zukäufe hat Neske in seiner Sparte auf absehbare Zeit nicht im Blick, auch keine Übernahmen einzelner Filialen im Ausland, die ihm noch zu teuer sind. "Wir sprechen derzeit ausschließlich über organisches Wachstum." Die Deutsche Bank, die heute auf 28 Millionen Privatkunden kommt, habe in den vergangenen Jahren etliche Male zugekauft, allein in Deutschland waren es die Berliner Bank, die Postbank und die Norisbank. In China ist sie an der Hua Xia Bank beteiligt. Neske betonte: "Das muss jetzt erstmal verdaut werden."

    Auf dem Heimatmarkt hat Neske der Deutschen Bank eine Rosskur verordnet. Das liegt schon allein daran, dass die neuen Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen rund ein Drittel der bis 2015 angepeilten Konzerneinsparungen von 4,5 Milliarden Euro von Neskes Bereich erwarten. Ein Großteil dürfte aus der Integration der Postbank mit ihren rund 20.000 Mitarbeitern kommen. Insider gehen davon aus, dass von den rund 2000 Stellen, die konzernweit wegfallen sollen, einige hundert aus dem Privatkundengeschäft kommen.

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