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Wegen Coronakrise Deutsche Banken schließen vorübergehend Teile ihrer Filialnetze – Bargeldversorgung gesichert

Die Hypovereinsbank schließt jede dritte Filiale, auch die Commerzbank reduziert ihr Angebot. Bankenverbände betonen: Niemand muss um die Bargeldversorgung bangen.
16.03.2020 Update: 16.03.2020 - 12:21 Uhr 1 Kommentar
Wegen Coronakrise: Deutsche Banken dünnen ihr Filialnetz aus Quelle: dpa
Filiale der Hypo-Vereinsbank in München

Die Bank schließt gut 100 Filialen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Mehr und mehr deutsche Kreditinstitute dünnen angesichts der Coronakrise ihr Filialnetz aus. Die Hypo-Vereinsbank (HVB) etwa schließt ein Drittel ihrer Filialen. Von den deutschlandweit 337 Standorten werden ab spätestens Dienstag 101 dichtgemacht, die Filialteams arbeiten ab dann von zu Hause, wie die Unicredit-Tochter am Montag mitteilte. Sie gab bekannt: „Die persönliche Beratung in Filialen wird in den kommenden Tagen schrittweise auf stark frequentierte Standorte und Flaggschiff-Filialen konzentriert.“

Auch die Commerzbank schließt wegen der Coronakrise Filialen. „Wir fahren das Angebot erst einmal herunter, werden die großen Standorte aber auf jeden Fall offen halten“, sagte ein Commerzbank-Sprecher. Ein Grund für die Maßnahme sei, dass viele Mitarbeiter Eltern sind und sich wegen der Schließung von Kindergärten und Schulen um ihre Kinder kümmern müssen. Wie viele der insgesamt rund 1000 Commerzbank-Filialen in nächster Zeit nicht geöffnet haben, sei noch nicht klar.

Deutsche Bank und Santander halten die Stellung

Anders Deutsche Bank und Santander: Die Deutsche Bank hatte bereits am Sonntagabend mitgeteilt, dass alle Filialen vorerst geöffnet bleiben. Auch am Montag hieß es in Finanzkreisen, im Moment seien alle Zweigstellen geöffnet. Vereinzelt hatte die Deutsche Bank Filialen vorübergehend für eine Grundreinigung geschlossen, in denen Mitarbeiter positiv auf Corona getestet worden waren.

Weltweit arbeiten Teams ab Montag aber aufgeteilt und räumlich getrennt voneinander. Mit den Maßnahmen sollen der laufende Bankbetrieb und wichtige Abteilungen wie Zahlungsverkehr und Handel aufrechterhalten werden. Auch die spanische Santander, mit 210 deutschen Filialen die am breitesten vertretene ausländische Bank, plant zum jetzigen Zeitpunkt laut eigener Aussage keine Filialschließungen.

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    Die niederländische ING betreibt hierzulande nur über ihre Immobilienfinanzierungstochter Interhyp Privatkundenfilialen. Bei den über 110 Standorten gibt es Einschränkungen. „Bei Interhyp arbeiten bereits viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Home-Office, auch in der Kundenberatung. Wir bieten unseren Kunden statt persönlicher Vor-Ort-Beratung derzeit sehr bevorzugt eine telefonische Beratung, wenn gewünscht mit umfangreicher Onlineunterstützung, an“, teilt die Bank mit.

    Bankenverbände beruhigen Kunden

    Die großen deutschen Bankenverbände betonten am Montag aber unisono, dass sich in Deutschland niemand um die Bargeldversorgung und den Zahlungsverkehr sorgen müsse. „Die Bevölkerung kann auch in diesen Zeiten der Coronavirus-Krise darauf vertrauen, dass sie mit Bankdienstleistungen wie gewohnt versorgt wird“, teilte die Deutsche Kreditwirtschaft, der Dachverband der fünf deutschen Banken- und Sparkassenverbände, mit. Der Zahlungsverkehr mit allen Bezahlmöglichkeiten werde unverändert weiter aufrecht gehalten. Dazu gehöre auch die ausreichende Versorgung mit Bargeld an den Geldautomaten.

    Und der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) betonte: „Die Sparkassen werden überall in Deutschland eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Finanzdienstleistungen sicherstellen.“ Auch bei Sparkassen und Volksbanken kam es in den vergangenen Tagen zur Schließung von Zweigstellen, teils in einer ähnlichen Größenordnung wie bei der HVB.

    „Wenn es in den nächsten Stunden zu Schließungen einzelner Filialen kommt, geht dies ausschließlich auf eine Neugruppierung der Kräfte oder Absprachen mit örtlichen Behörden zum Gesundheitsschutz zurück“, erklärte DSGV-Präsident Helmut Schleweis in Berlin.

    Auch andere Institute, die ihr Zweigstellennetz aktuell ausdünnen, unterbinden den Kundenkontakt nicht komplett. Die HVB etwa erklärte, um Kunden in anderen Regionen weiterhin persönlich beraten zu können, würden Geschäftsstellen im Wochenrhythmus an jeweils anderen Standorten öffnen beziehungsweise vorübergehend schließen. Selbstbedienungszonen sollten in allen Filialen weiterhin geöffnet bleiben. Mitarbeiter sollen Kunden künftig häufiger über Telefon, Videoanrufe oder Skype-Anrufe kontaktieren.

    Deutsche hamstern Klopapier, aber kein Bargeld

    Bislang scheinen die verschärften Sicherheitsmaßnahmen gegen das Coronavirus noch nicht zu Hamster-Abhebungen am Geldautomaten zu führen. „Bis zum heutigen Tag beobachten wir keine signifikanten Auffälligkeiten bei der Höhe der Ein- oder Auszahlungen von Bargeld“, sagte eine Bundesbank-Sprecherin dem Handelsblatt.

    Das gilt zumindest im Durchschnitt. In Österreich gibt es dagegen offenbar erste Anzeichen dafür, dass Kunden deutlich mehr Bargeld von ihren Bankkonten abheben. Die österreichische Regierung und die Notenbank wollen gegensteuern.

    Handelsblatt Morning Briefing - Corona Spezial

    Ein Sparkassen-Chef sagte, sein Institut habe „verstärkt Bargeldabhebungen gesehen“. Grundsätzlich mahnt er jedoch zu Ruhe. Sollte es wegen der Coronakrise verstärkt zu Filialschließungen kommen, wäre das aus seiner Sicht nicht dramatisch. „Wir sind nicht mehr so wichtig wie vor 60 Jahren.“

    Auch die größte deutsche Direktbank ING verzeichnete einen leichten Anstieg. „In den letzten Tagen beobachten wir, dass nicht so sehr die Anzahl, dafür aber die Höhe der jeweiligen Bargeldverfügungen leicht gestiegen ist“, erklärt die Bank. „Was wir aber noch bekräftigen möchten, ist, dass wir auf keinen Fall einen ‚Run‘ auf Geldautomaten beobachten können oder Kunden ihre Konten leer räumen“, so ein ING-Sprecher.

    Andere Institute können nach eigenen Angaben überhaupt keine Auffälligkeiten entdecken. Zu verstärkten Bargeldabhebungen sei es bei der Commerzbank bisher nicht gekommen, sagte ein Sprecher des Instituts. Das sei auch nicht verwunderlich, schließlich könnten Menschen ihre täglichen Besorgungen auch anders abwickeln. „Immer mehr Menschen bezahlen heute mit Karte oder kontaktlos.“

    Der DSGV empfiehlt, „für tägliche Zahlungsvorgänge verstärkt das kontaktlose Bezahlen mit der Sparkassen-Card, mit einer Kreditkarte oder mittels Smartphone zu nutzen“. Kontaktlose Kartenzahlungen sind bis 30 Euro ohne PIN-Eingabe am Terminal möglich.

    Mehr: Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing lobt Hilfspaket der Bundesregierung

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    1 Kommentar zu "Wegen Coronakrise: Deutsche Banken schließen vorübergehend Teile ihrer Filialnetze – Bargeldversorgung gesichert"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ich sehe das nicht so entspannt. Durch die Filialschließungen bin ich als Kunde der Commerzbank nun nicht mehr in der Lage, innerhalb eines Radius von 40km größere Beträge von meinem Konto abzuheben. Noch dazu geschah die Schließung von den Kunden völlig ohne Vorwarnung, dafür aber mit maximaler Konsequenz. So muss es sich wohl anfühlen, wenn Banken geschlossen werden.

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