WestLB NRW und Sparkassen sollen Risiken tragen

Die Helaba will das Sparkassen- und das Mittelstandsgeschäft der WestLB übernehmen.
Düsseldorf/Frankfurt Bei den Krisengesprächen über den Verkauf des WestLB-Sparkassengeschäfts an die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) bahnt sich eine Einigung an. In Verhandlungen mit der Helaba sei es gelungen, den Streit über ein verlustträchtiges Derivatepaket auszuräumen, erfuhr die dpa am Mittwoch aus Eigentümerkreisen.
Nach Informationen der Tageszeitung „Die Welt“ (Donnerstag) zeichnet sich ein Modell ab, bei dem die nordrhein-westfälischen Sparkassenverbände 150 Millionen Euro des Verlustrisikos übernehmen würden. Weitere 80 Millionen Euro sollen demnach von der WestLB-Nachfolgegesellschaft Portigon getragen werden, hinter der das Land steht. Einige noch offene Punkte müssten allerdings abschließend noch geklärt werden, berichtete das Blatt.
Das gesamte Verlustrisiko bezifferte die Zeitung somit auf 230 Millionen Euro. Das sei das Ergebnis einer aktuellen Neubewertung der ursprünglich auf rund 300 Millionen Euro veranschlagten Summe, hieß es in den Eigentümerkreisen.
Die Helaba will das Sparkassen- und das Mittelstandsgeschäft der WestLB übernehmen. Ihr Vorstandschef Hans-Dieter Brenner hatte aber ausgeschlossen, dass sein Haus das Derivatepaket übernimmt. Dabei handelt es sich laut Helaba um interne Absicherungsgeschäfte aus dem WestLB-Konzern mit einem Volumen von 4,2 Milliarden Euro. Offen ist allerdings der generelle Haftungsausschluss für alle Risiken, die in den Büchern der Verbundbank noch schlummern könnten.
Auf Druck der EU-Kommission muss die WestLB wegen massiver Staatshilfen bis Ende Juni abgewickelt werden. Das Konzept sieht vor, dass die Helaba das Sparkassengeschäft und das Mittelstandsgeschäft übernimmt. Dazu sollen von der WestLB Aktivitäten mit einer Bilanzsumme von rund 40 Milliarden Euro und etwa 450 Mitarbeiter auf die Helaba übergehen.
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