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Wider den Vertrauensverlust Die zehn Dresdner Thesen der Sparkassen

Die Finanzwirtschaft kämpft gegen Vertrauensverlust. Die Sparkassen präsentieren sich da als Anwalt des kleinen Sparers. Ihr Präsident fordert auf dem Sparkassentag in Dresden höhere Zinsen – nicht ganz uneigennützig.
24.04.2013 - 14:07 Uhr 7 Kommentare
Bislang konnte die Finanzkrise den Sparkassen nichts anhaben. Doch die dauerhaft niedrigen Zinsen belasten das Geschäft. Quelle: dapd

Bislang konnte die Finanzkrise den Sparkassen nichts anhaben. Doch die dauerhaft niedrigen Zinsen belasten das Geschäft.

(Foto: dapd)

Dresden Die deutschen Sparkassen haben sich vehement gegen eine einheitliche Regulierung des gesamten Finanzsektors ausgesprochen und fordern eine Differenzierung. „Derzeit erleben wir fast so eine Art Tsunami in der Regulierung“, sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Georg Fahrenschon, am Mittwoch beim Sparkassentag in Dresden. Die unterschiedlichen Ansätze würden keinen koordinierten Eindruck hinterlassen.

Als Beispiel nannte er nicht ausreichend bedachte Folgen der geplanten Finanztransaktionssteuer. 90 Prozent der Wertpapierleihgeschäfte (Repos) hätten heute eine Laufzeit von höchstens einer Woche. Wenn diese jeweils mit einem Steuersatz von 0,1 Prozent belastet würden, seien diese Geschäfte nicht mehr rentabel. „Wir brauchen sie aber.“

Fahrenschon präsentierte zehn „Dresdner Thesen“ zur Lösung der Probleme. Darin lehnen die Sparkassen auch eine einheitliche europäische Einlagensicherung ab. Jeder Staat der EU müsse die Sicherheit der Einlagen auf einem europäischen Mindestniveau aus eigener Kraft sicherstellen. „Nur so lassen sich im Krisenfall auch schädliche Verunsicherungen der Sparer in ganz Europa vermeiden. Wir brauchen das System der Brandmauer.“

Mit Blick auf die Europäische Zentralbank (EZB) votierte Fahrenschon für höhere Zinsen. „Dieser niedrige Zins setzt am Ende auf breiter Front falsche Signale.“ Die EZB müsse eine Geldpolitik betreiben, die Stabilitätsrisiken vermeide und Anreize zum Sparen setze.

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    Auch der Sparer könne eins und eins zusammenzählen: „Zins unter zwei Prozent und Inflation bei zwei Prozent heißt in aller Brutalität Wertverlust - tagtäglich, Monat für Monat, über ein ganzes Jahr.“ Die Länder, die um die Konsolidierung ihrer Staatshaushalte zu kämpfen hätten, bekämen neue Schulden viel zu billig. Man laufe Gefahr, dass die betroffenen Staaten ihre Anstrengungen reduzierten.

    „Ich fordere nicht von der EZB, dass sie nächsten Donnerstag die Zinsen anhebt“, sagt Fahrenschon weiter. Aber zu glauben, dass weitere Zinssenkungen und Zinsen nahe null, noch Impulse für die Wirtschaft brächten, sei eine Fehleinschätzung. Das billige Geld werde nicht dort eingesetzt, wo es seiner Meinung nach richtig wäre, nämlich für den Aufbau mittelständischer Strukturen in Südeuropa.

    Sparkassen sind sich der Gefahren bewusst
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    7 Kommentare zu "Wider den Vertrauensverlust: Die zehn Dresdner Thesen der Sparkassen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • @pendler

      Vielen Dank für Ihre Stellungnahme !

    • @Sparkassenopfer
      OK - Sorry es gibt diese Verträge in der Regel mit wesentlich höheren Bonussätzen.
      Sollte die Sparkasse wirklich so verfahren gibt es zwei Möglichkeiten
      a) es steht von vornherein in den Bedingungen oder
      b) die versuchen es einfach.

      Variante a) kann ich mir kaum vorstellen. Wenn es so ein alter Vertrag ist, sind die Grundlagen zu Lasten der Kreditwirtschaft x-Mal geändert worden und viele alte Vertragsklauseln unwirksam.
      Vor ca. zwei Jahren gab es z.B. ein Musterurteil, dass bei flexiblen Ansparplänen generell die Bezugsgröße genannt werden muss - wann und warum die Zinsen geändert werden. In den Verträgen stand aber in der Regel nur drin "variabler Zinssatz" - ohne eine konkrete Klausel wie das geschieht. Das könnte bei Ihrem Vertrag ähnlich sein.
      Andere einseitige Änderungen bedürfen außerdem Ihrer Zustimmung.
      Dazu finden Sie sicher etwas hier im Handelsblatt - wie gesagt es ist ca. 2,5 Jahre her.

      Mein Rat ist wirklich, dass Sie Ihren Vertrag offiziell über eine Beschwerdestelle der Sparkasse (Vorstandssekretariat oder ähnlich) reklamieren und eindeutige Forderungen Formulieren wie z.B. höhere Einzahlungen zuzulassen oder aufgrund von fehlerhaften Zinsklauseln Zinsansprüche Rückwirkend gutzuschreiben.
      Sollte das nichts bringen, können Sie sich immer noch überlegen, ob es sich lohnt weitere Schritte einzuleiten.

      Wenn Sie sich damit allerdings schon für ein Opfer halten?!
      Ich hoffe aber ich konnte mit den Ausführungen etwas weiterhelfen!

    • @Pendler

      Der Sparvertrag wurde 1998 abgeschlossen. Damals waren 2 bis 3% Bonuszins für eine langsfristige Geldanlage (25 Jahre) nicht sonderlich viel. Mittlerweile machen die das natürlich nicht mehr.
      Wenn ich den Original-Verkaufsprospekt nicht noch hätte würde ich so etwas auch nicht behaupten.
      Vertragsbedingungen bekommt man bei einem Sparbuch i.d.R. nicht.

    • Sie wollen doch nicht behaupten, dass bei einem Sparvertrag mit ansteigendem Bonus, die Rate oder Einzahlungen jederzeit (auch nach oben) änderbar sind.

      Wenn Sie eine Bank finden, dann sagen Sie bitte allen Handelsblattlesern bescheid, damit wir diesen Vertrag abschließen können.

      Sobald wir dann einen entsprechenden Bonussatz von 5%-50% erreicht haben, packen wir da schnell unsere Milliönchen rein.

      Ach so - ich bin übrigens nicht aus Ulm!

      Sie sollten sich vielleicht mal das Vertragswerk durchlesen - ich habe mal gehört dass es sogar Sinn macht, das vor Abschluss zu erledigen.
      Manchmal kann es sogar Sinn machen Fragen zu stellen und wenn man die Antwort nicht verstanden hat, nochmal nachzufragen.

      Gut gemeinte Tipps

    • Was die Sparkassen unterscheidet?

      Z.B. kein Anspruch auf Gewinnmaximierung, die Gewinne die gemacht werden, gehen in die Rücklagen für Zeiten wie jetzt und der Rest wird an die Kommune, Stiftungen und soziale Projekte gesteckt.
      Das heißt der Gewinn den eine Sparkasse macht kommt im Prinzip auch wieder den Kunden zu gute... (Spielplätze, Computerräume in Schulen, Sportförderung, Vereinsförderung, soziale Projekte etc.)

      Interessenkonflickt - nicht unbedingt. Generell verdiene ich an jedem Produkt was ich anbiete. Ansonsten würde ich umsonst arbeiten. Einen Interessenkonflikt gibt es erst, wenn irgendwelche Personen aus dem Middle Management meinen irgendwelche messbaren Ziele controllen zu wollen. Das kann nur nach hinten losgehen. Eine Ertragsrechnung ist aussagekräftig - ein paar in den Markt gedrückte Fonds oder Versicherungen zum Glück nur Kleckerbeträge, aber leider wird das nicht überall gesehen - dann entsteht aber erst der Interessenkonflikt. Das ist bei den Sparkassen zum Glück nicht überall so.

      Neutral beraten - warum denn dass??? Wenn Sie zum Bäcker gehen sagt der Ihnen auch nicht, dass die Brötchen gegenüber vielleicht 10Gramm mehr wiegen.

      Für eine neutrale Beratung suchen Sie sich besser einen Honorarberater, der dann von Ihnen bezahlt wird. Der greift zwar auch nur auf die Produkte zu die Banken eh anbieten (und die Unterschiede sind nicht sonderlich groß), haftet aber für die Beratung. Dass ist Ihnen ja sicher einige hundert Euro Wert.

    • Von wegen Anwalt des kleinen Spareres!

      Ganz im Gegenteil - die Kontogebühren sind mit die höchsten am Markt. Die kleinen Sparer kann man am besten Ausnutzen. Die sind nicht in der Lage sich wirksam zu wehren.
      Ein Beispiel:
      Der langfristige Ratensparvertrag "Scala" ist mit einer Grundverzinsung eines Sparbuches sowie mit einem Bonuszins ausgestattet, der mit zunehmender Laufzeit ansteigt. Ein wesentliches Verkaufsargument war, die monatliche Rate jederzeit innerhalb vorgegebener Grenzen anpassen zu können. Nachdem der Bonuszins mittlerweile die marktüblichen Zinsen übersteigt, hat die Sparkasse in Ulm einseitig beschlossen, eine solche Ratenerhöhung nicht mehr zuzulassen.
      Für mich ist das Vertragsbruch, und Enteignung eines Rechts zugleich.
      Das ist sicherlich nur ein Beispiel, wie die Sparkassen mit Ihren Kunden umgehen.
      Hat jemand etwas vergleichbares erlebt?
      Was kann man tun um sich gegen solche Geschäftspraktiken zu wehren?

    • Was bitte unterscheidet die Sparkassen von anderen Banken, wenn es um den Verkauf von Finanzprodukten an Privatleute geht?

      Will die Sparkasse verkaufen? Ja. Erhält sie Provision dafür? Ja. Gibt es einen Interessenskonflikt zwischen Beraten und Verkaufen? Ja. Bietet die Sparkasse mir die für mich besten Produkte? Nein. Nur den mittelmäßigen Kram aus dem eigenen Hause.

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