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Wirecard Insolvenzverwalter Michael Jaffé verkauft die Indien-Tochter von Wirecard

Die Wirecard Forex India Private Limited hat einen einstelligen Millionenbetrag eingebracht. Das Asiengeschäft von Wirecard ist damit fast vollständig verwertet.
07.07.2021 Update: 07.07.2021 - 12:58 Uhr Kommentieren
Die Zentrale des Konzerns in Aschheim.
Wirecard

Die Zentrale des Konzerns in Aschheim.

Frankfurt Der Insolvenzverwalter des zusammengebrochenen Zahlungsdienstleisters hat eine weitere Tochter in Asien verkauft. Die Wirecard Forex India Private Limited wird von dem in Singapur ansässigen Zahlungskonzern NIUM übernommen, wie Insolvenzverwalter Michael Jaffé am Mittwoch mitteilte.

Jaffé machte keine Angaben zum Verkaufspreis. Nach Handelsblatt-Informationen wurde die Indientochter zu einem einstelligen Millionenbetrag verkauft. Trotz des niedrigen Preises ist der Abschluss des Geschäfts ein Erfolg für Jaffé. Angesichts der viel diskutierten Abgründe im Indiengeschäft sei nicht mehr unbedingt zu erwarten gewesen, dass man die Indientochter verkauft bekomme, heißt es im Umfeld des Insolvenzverwalters.

„Trotz der negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie, insbesondere der harten Lockdowns in Indien, ist es gelungen, den Geschäftsbetrieb bei Wirecard Forex India aufrechtzuerhalten. Auf dieser Basis konnten wir einen Verkaufsprozess durchführen und jetzt im besten Interesse der Gläubiger erfolgreich abschließen“, sagte Jaffé. Die Transaktion müsse allerdings noch von der indischen Bankenaufsichtsbehörde genehmigt werden.

Wichtig ist: Die Wirecard Forex India ist ein Devisenwechsler und Prepaid-Karten-Anbieter mit rund 190 Mitarbeitern und hat nichts mit dem wohl dubiosesten Zukauf des Konzerns in Indien zu tun: 2015 wollte Wirecard den indischen Markt erobern und kaufte hierzu für über 320 Millionen Euro eine heimische Firmengruppe um das Unternehmen Hermes i Tickets.

Das Merkwürdige: Die Firmen hatten bereits wenige Wochen zuvor den Besitzer gewechselt – für nur 35 Millionen Euro. Gekauft hatte das Geschäft der „EMIF“-Fonds mit Sitz in der Steueroase Mauritius. Die Staatsanwaltschaft München geht inzwischen davon aus, dass der Deal vor allem dazu diente, Geld aus dem Konzern abzuzweigen.

Asiengeschäft fast verwertet

Mit dem Verkauf der unbelasteten Indientochter nähert sich Jaffé einem Abschluss der Asientransaktionen. Noch harrt etwa das Indonesiengeschäft eines Verkaufs, hier könnte es zeitnah Neuigkeiten geben.

In der Vergangenheit waren bereits zahlreiche unbelastete Töchter des im Juni 2020 in die Insolvenz geschlitterten Konzerns verwertet worden. Das europäische Kerngeschäft mit dem Standort München verkaufte Jaffé im November 2020 an die spanische Großbank Santander für rund 100 Millionen Euro. Andere Sparten rund um den Globus wurden ebenfalls erfolgreich losgeschlagen oder hatten sich selbst zum Verkauf gestellt.

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Im August 2020 wurden die Brasilieneinheit und Teile des britischen Geschäfts verkauft. Im September ging die rumänische Tochter über den Tresen, im Dezember die südafrikanische Tochter, der Kaufpreis ist unbekannt. Auch die Österreichtochter wurde im September für knapp vier Millionen Euro verkauft, über 100 Mitarbeiter wurden entlassen, 25 konnten bleiben. Besser ging es für die rund 150 Angestellten der Callcenter-Tochter in Leipzig aus: Sie wurden fast komplett von einem Münchener Start-up übernommen.

Den größten Betrag, über 300 Millionen Euro, nahm Jaffé im Oktober für das Nordamerikageschäft ein, eine rechtlich und operativ besonders selbstständig geführte – und daher unbelastete – Einheit. Das Geschäft mit 4000 Kreditkartenterminals bei 2500 Händlern ging im Oktober an den Konkurrenten Unzer, die frühere Heidelpay, auch hier wurde über den Kaufpreis Stillschweigen vereinbart. Unzer übernahm zudem eine zweistellige Zahl an Wirecard-Mitarbeitern.

Mehr: „Ich weise dich direkt an“ – Wie Markus Braun 100 Millionen Euro nach Singapur schicken ließ

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