Wirecard-Prozess: Viele Folien, wenig Inhalt – Markus Braun doziert über seine Unschuld
Die Ermittler sind überzeugt davon, dass der angeblich wichtigste Teil des Wirecard-Geschäfts, das Drittpartnergeschäft, nicht existierte. Braun und seine Anwälte zeigen sich dagegen bis heute überzeugt davon, dass es das Geschäft gab.
Foto: ReutersMünchen. Markus Braun hat etwas vorbereitet. Mit einer Powerpoint-Präsentation versucht der ehemalige Wirecard-CEO an diesem Donnerstag, das Gericht von seiner Unschuld zu überzeugen. Braun ist unter anderem wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs, Untreue und Marktmanipulation angeklagt – im größten Finanzskandal der deutschen Nachkriegsgeschichte.
Stundenlang referiert er vor den Richtern der vierten Strafkammer des Landgerichts München 1 über Umsätze von Hunderten Millionen Euro, die sogenannte Drittpartner in Asien und dem Nahen Osten für Wirecard erzielt haben sollen – jene Drittpartner, mit denen es nach Ansicht der Staatsanwaltschaft in der Realität gar kein Geschäft gab.
Braun dagegen erzählt von den „gewaltigen Wachstumszahlen“, die Wirecard auch außerhalb des angeblichen Drittpartnergeschäfts erreicht habe. Der Vorsitzende Richter Markus Födisch hört geduldig zu. Nur ab und zu unterbricht er Braun. So will er beispielsweise wissen: In welchen Regionen verdiente Wirecard am meisten Geld?
Doch da ist sich Braun unsicher. Ihm sei es nicht möglich, das „zurückzurechnen“, erklärt der Mann, der Wirecard 18 Jahre lang führte. Födisch schaut verwundert: „Sie dürften doch wissen, wo das Geschäft besonders gut war?“ Brauns Antwort: Vor allem in Europa, Südamerika und Asien habe das Geschäft gebrummt.