Wirecard-Skandal: Tuk Tuk und Trüffel: Einblicke in das luxuriöse Leben von Jan Marsalek vor dem Wirecard-Aus
Mit der Autorikscha durch Chennai: zwei enge Vertraute auf Erkundungstour im Juli 2015.
Foto: privatDüsseldorf. Henry O’Sullivan musste seinen Bauch einziehen. Der britische Geschäftsmann hatte nicht viel Platz, als er sich im Juli 2015 mit Wirecards Asien-Vorstand Jan Marsalek in einer Autorikscha fotografieren ließ. Zusammen fuhren sie anschließend durch das indische Chennai. Ihr Ziel: eine Markthalle in den Slums am Rande der Metropole.
O’Sullivan und Marsalek waren enge Vertraute. Mehrmals im Monat trafen sich die Männer, die heute im Zentrum des Wirecard-Skandals stehen. Mitarbeiter des Zahlungsdienstleisters glaubten, dass sie während ihrer Reisen Deals mit Drittpartnern einfädelten. Derlei Geschäft war im Laufe der Zeit zum wesentlichen Wachstumstreiber von Wirecard geworden.
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Inzwischen vermuten ehemalige Weggefährten, dass O’Sullivan und Marsalek in Chennai, Singapur und Dubai vor allem in die eigenen Taschen wirtschafteten. Bei Wirecard fehlt ein Milliardenbetrag. Vorstandschef Markus Braun sitzt in Untersuchungshaft. Marsalek ist flüchtig, O’Sullivan zumindest für Journalisten nicht mehr erreichbar.
Was genau trieben Marsalek und O’Sullivan auf ihren Reisen? Dem Handelsblatt liegen exklusive Fotos vor, die Einblicke in Marsaleks Leben vor seinem Abtauchen gewähren. Sie zeugen von einer Parallelwelt. Offiziell war Marsalek Vorstand eines Dax-Konzerns. Auf seinen Reisen traf er sich mit Mitarbeitern internationaler Geheimdienste und lebte wie ein Rockstar.