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Zahlungsdienstleister Alix Partners untersucht den Wirecard-Skandal

Die amerikanische Unternehmensberatung soll dabei helfen, einen der größten Unternehmensskandale in der deutschen Finanzgeschichte aufzuklären.
21.07.2020 - 18:33 Uhr Kommentieren
Haben die Vorstände vorsätzlich gehandelt? Quelle: dpa
Zentrale von Wirecard in Aschheim bei München

Haben die Vorstände vorsätzlich gehandelt?

(Foto: dpa)

München Bei der Aufarbeitung des Wirecard-Skandals setzt der Zahlungsdienstleister auf zusätzliche Hilfe von außen. Die amerikanische Unternehmensberatung Alix Partners soll dabei helfen, einen der größten Unternehmensskandale in der deutschen Finanzgeschichte aufzuklären, wie das Handelsblatt aus Finanzkreisen erfuhr. Zuerst hatte die Agentur Reuters darüber berichtet.

Bei der selbst für Experten äußerst komplexen Untersuchung geht es darum, wer aus dem Topmanagement um den ehemaligen Unternehmenschef Markus Braun zu welchem Zeitpunkt von einem möglichen Betrug, von Geldwäsche, manipulierten Konten und von Bilanzfälschung gewusst hat. Davon wird abhängen, welche Ansprüche an mögliche Beteiligte an dem Skandal gestellt werden können.

Vor allem geht es aber auch um eine mögliche Summe von 125 Millionen Euro. Mit dieser Deckungssumme wurde bei Wirecard eine Managerhaftpflichtversicherung abgeschlossen. In der Branche gilt dies als durchaus üblicher Umfang. Angeführt wird das Konsortium, das sich für diese sogenannte „D&O-Versicherung“ zusammengefunden hat, vom US-Versicherer Chubb. Mit dabei sind auch die Swiss Re, AGCS, ANV, AIG und die Allianz.

Das Problem für Insolvenzverwalter Michael Jaffé ist jedoch, dass die Versicherer laut den Vertragsbedingungen nicht zahlen müssen, wenn die Vorstände kriminell agiert und damit vorsätzlich gehandelt haben. Darauf deutet bei Wirecard im Moment alles hin. Beauftragt wurden die Berater offiziell von Vorstand und Aufsichtsrat.

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    An einer umfassenden Aufklärung haben mittlerweile jedoch viele unterschiedliche Vertreter ein großes Interesse. Insolvenzverwalter Jaffé gehört ebenso dazu wie die Staatsanwaltschaft, die Börsenaufsicht Bafin und die Berliner Politik. In der Diskussion um mögliche Versäumnisse bei der Aufsicht des insolventen Zahlungsdienstleisters ist das Thema mittlerweile auch dort angekommen.

    Von den Ergebnissen der Untersuchung wird abhängen, ob Ansprüche gegen Versicherer oder direkt an die beteiligten Personen gestellt werden. Alix Partners schickt dafür ein Team, das auf forensische Untersuchungen spezialisiert ist.

    Solche Einheiten kommen bei Beratern wie bei Wirtschaftsprüfern vermehrt zum Einsatz, gerade wenn es um die Aufklärung von Betrug in der digitalen Welt geht. Dabei werden millionenfach Zahlungsströme, auffällige Buchungen und die zugehörige Kommunikation im Management untersucht.

    Zuletzt hatten sich bereits Anlegerschützer positioniert mit der klaren Forderung nach Aufarbeitung. „Vorstand und Aufsichtsrat haften für Fehler in der täglichen Arbeit“, sagte der bekannte Anlegeranwalt Klaus Nieding. Erst wenn geklärt ist, ob tatsächlich vorsätzlich betrogen wurde, lassen sich auch die Anspruchsgegner ermitteln. In Summe geht es um die Besitzer der rund 123 Millionen Wirecard-Aktien, die nahezu einen Totalverlust erlitten haben.

    Mehr: Wirecard-Absturz: Die geheimen Chatprotokolle des Jan Marsalek

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