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Zahlungsdienstleister Ermittler prüfen Millionenkredit zwischen Wirecard-Vorständen

Erneut nimmt die Staatsanwaltschaft München ein millionenschweres Darlehen zwischen den früheren Vorständen Markus Braun und Jan Marsalek unter die Lupe.
01.09.2020 - 19:30 Uhr Kommentieren
Wirecard: Ermittler prüfen Millionenkredit zwischen Markus Braun & Co. Quelle: Reuters
Wirecard-Zentrale in Aschheim bei München

Geldwäscheverdachtsmeldungen bei der Staatsanwaltschaft versandet?

(Foto: Reuters)

München Im Bilanzskandal um den Zahlungsdienstleister Wirecard nimmt die Staatsanwaltschaft München ein millionenschweres Darlehen zwischen den früheren Vorständen Markus Braun und Jan Marsalek unter die Lupe. Die Ermittlungsbehörde habe den Vorgang wegen Geldwäschehinweisen bereits im vergangenen Jahr untersucht, damals aber keinen Anfangsverdacht für eine Straftat festgestellt, teilte die Staatsanwaltschaft München am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters mit. Das Verfahren sei nun im Lichte der aktuellen Entwicklungen wieder aufgenommen worden.

Ursprünglicher Anlass sei ein von einer Bank gemeldeter Geldwäscheverdacht gewesen, mit dem sich auch die Anti-Geldwäsche-Einheit FIU des Zolls befasst habe. Hintergrund der Verdachtsmeldung von Ende Februar 2019 sei ein Darlehen des damaligen Vorstandschefs Braun an seinen Vorstandskollegen Marsalek und die Teilrückzahlung dieses Darlehens gewesen. Braun habe Marsalek 50 Millionen Euro geliehen.

Seinerseits habe Braun das Geld aufgrund eines Darlehensvertrags mit der Deutschen Bank erhalten. Marsaleks Bank habe damals Anzeige erstattet.

Die Staatsanwaltschaft habe ihre Prüfungen am 17. Dezember 2019 abgeschlossen, da sich der Geldwäscheverdacht nicht erhärtet habe. „Konkrete Anhaltspunkte für eine inkriminierte Herkunft der eingegangenen Gelder konnten gerade nicht festgestellt werden“, erklärte eine Behördensprecherin.

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    Sie wies damit auch einen Vorwurf des SPD-Bundestagsabgeordneten Jens Zimmermann zurück. Der Finanzpolitiker hatte zuvor von zwei „werthaltigen Meldungen“ der Anti-Geldwäsche-Einheit FIU berichtet und erklärt, diese Hinweise seien versandet und von der Staatsanwaltschaft nicht weiterverfolgt worden. „Der Vorwurf, Geldwäscheverdachtsmeldungen seien bei der Staatsanwaltschaft München I 'versandet' ist keinesfalls zutreffend“, erklärte die Sprecherin.

    Wirecard war im Juni nach dem Bekanntwerden milliardenschwerer Luftbuchungen in die Pleite gerutscht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem wegen Bilanzfälschung, Betrugs, Marktmanipulation und Geldwäsche. „Nunmehr, im Licht dieser neuen Erkenntnisse, sind auch die Vorgänge um die Darlehensgewährung natürlich erneut kritisch zu betrachten“, erklärte die Sprecherin.

    Eine weitere Geldwäsche-Verdachtsmeldung der Bank JP Morgan vom Juni 2019 habe zwar ebenfalls keinen Straftatverdacht ergeben, fließe aber als Information ebenfalls in die nun laufenden Ermittlungen zum Thema Wirecard ein.

    Braun und weitere frühere Topmanager des Konzerns sitzen in Untersuchungshaft. Marsalek ist untergetaucht und wird in Russland vermutet. Im Bundestag will die Opposition Versäumisse von Politikern und Behörden in einem Untersuchungsausschuss klären.

    Mehr: Was Wirecard-Investoren jetzt machen können

    • rtr
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