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Zahlungsdienstleister Wirecard: Knapp 500 Geschäfte von Bafin-Mitarbeitern bekannt

Die Bafin überprüft Börsengeschäfte ihrer Mitarbeiter. Sie könnten einen Informationsvorsprung im Wirecard-Skandal zu ihrem privaten Vorteil genutzt haben.
13.11.2020 - 12:00 Uhr 3 Kommentare
Die Finanzaufsicht überprüft aktuell auch eigene Mitarbeiter. Quelle: Reuters
Bafin

Die Finanzaufsicht überprüft aktuell auch eigene Mitarbeiter.

(Foto: Reuters)

Berlin Der Finanzaufsicht Bafin sind mittlerweile fast 500 private Geschäfte ihrer Mitarbeiter mit Bezug zum Skandalunternehmen Wirecard bekannt. Das geht aus einer Auskunft des Bundesfinanzministeriums an den FDP-Abgeordneten Frank Schäffler hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuvor hatte die „Rheinische Post“ darüber berichtet.

Der inzwischen insolvente frühere Dax-Konzern Wirecard hatte im Juni Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt und in der Folge Insolvenz angemeldet. Die Firma saß als Dienstleister für bargeldlose Zahlungen an Ladenkassen und im Internet an der Schnittstelle zwischen Händlern und Kreditkartenfirmen.

Die Münchener Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das Unternehmen seit 2015 Scheingewinne auswies, und ermittelt wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs. Um die politische Aufklärung bemüht sich ein Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages.

Die Bafin prüft derzeit private Börsengeschäfte ihrer Mitarbeiter, bei denen der Kurs der Wirecard AG eine Rolle spielte, also zum Beispiel Kauf oder Verkauf von Aktien des Unternehmens. Im Raum steht der Verdacht, dass Mitarbeiter der Finanzaufsicht einen möglichen Informationsvorsprung zum privaten Vorteil genutzt haben könnten.

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    495 private Geschäfte wurden der Bafin inzwischen von Anfang 2018 bis zum 30. September 2020 gemeldet, hinzu kommen zwei Geschäfte im Jahr 2017. 88 Geschäfte wurden 2018 abgewickelt, 137 im Jahr 2019 und im ersten Halbjahr 2020 insgesamt 265 - davon 106 im Juni. Getätigt haben sie 85 Bafin-Mitarbeiter. Am 25. Juni meldete Wirecard Insolvenz an. Für Juli und August sind bislang nur fünf private Geschäfte mit Wirecard-Bezug bekannt.

    Der FDP-Abgeordnete Schäffler erklärte: „Es ist erschütternd, was bei der Finanzaufsicht alles ans Tageslicht kommt. Ein Ende scheint hier nicht in Sicht.“ Die Bafin gehe mit Verhaltensregeln für die eigenen Mitarbeiter zu lasch um.

    Mehr: Beschäftigte der Behörde haben in der ersten Jahreshälfte mehr Wirecard-Geschäfte abgeschlossen als im gesamten Vorjahr. Die Bafin startet eine Sonderprüfung.

    • dpa
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    3 Kommentare zu "Zahlungsdienstleister: Wirecard: Knapp 500 Geschäfte von Bafin-Mitarbeitern bekannt"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Was passiert mit Mitarbeitern, die Insidergeschäfte durchgeführt haben? Haben Vorgesetzte davon gewusst? War die notwendige Überwachung und das Aufzeigen von Fehlentwicklungen durch Insidergeschäfte beeinflusst?
      Man wird sehen. Auf jeden Fall ist es Wirecard gelungen, eine renommierte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft jahrelang zu täuschen. Wie kann so etwas passieren?

    • Schlimmer als der Insiderhandel ist das Faktum, dass sowohl das Leerverkaufsverbot erlassen wurde als auch die einseitige Parteinahme für Wirecard erfolgte um die Investments der BaFin-Mitarbeiter zu schützen. Anders lässt sich nicht erklären, warum die BaFin nicht an einer Aufklärung der ihr bekannten Vorwürfe interessiert war und im Gegenteil sogar eine Aufklärung nach Kräften verhindert wurde, durch unberechtigtes Vorgehen gegen die Warner und Informanten und massive Fehlinformation des Marktes. Dafür gibt es ein Wort: Korruption. Die meisten privaten Investoren vertrauten auf die Maßgaben seitens der BaFin und investierten sich deshalb teilweise sehr intensiv. Damit ist unausweichlich, daß die BaFin bzw. die BRD diesen vollumfänglich zum Schadensersatz verpflichtet ist.

    • Es ist erschreckend, was Mitarbeiter dieser Behörde scheinbar dürfen! Das sieht doch sehr nach Insider-Wissen aus! Der öffentliche Dienst entwickelt sich - in Teilbereichen - immer mehr zum Selbstbedienungsladen.

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