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Zahlungsdienstleister Wise geht in London an die Börse – und zieht Lehren aus dem Deliveroo-Flop

Das britische Fintech hat sich gegen ein IPO entschieden und plant eine direkte Notierung in London. Gründer Käärmann sichert sich erhebliche Mitspracherechte.
17.06.2021 - 12:57 Uhr Kommentieren
Der Gründer und CEO von Wise hat sich gegen einen klassischen Börsengang (IPO) entschieden. Quelle: Wise
Kristo Käärmann

Der Gründer und CEO von Wise hat sich gegen einen klassischen Börsengang (IPO) entschieden.

(Foto: Wise)

London Der britische Zahlungsdienstleister Wise will in den kommenden Wochen mit einer Direktnotierung an die Londoner Börse gehen. Das kündigte die Firma am Donnerstag in London an. Wie andere Tech-Firmen auch will sie mit der Ausgabe von besonderen Stimmrechtsaktien sicherstellen, dass die Gründer, Mitarbeiter und frühen Investoren die Kontrolle über die Strategie behalten.

Man habe sich für die direkte Notierung entschieden, weil sie günstiger und transparenter sei als ein klassischer Börsengang (IPO), sagte Gründer und CEO Kristo Käärmann. Die Firma gibt keine neuen Anteile aus und will kein zusätzliches Kapital sammeln. Es geht nur darum, den bisherigen Investoren und Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, ihre Anteile zu verkaufen.

Eine Erwartung zur Bewertung wollte Käärmann nicht äußern. „Das wird der Markt entscheiden“, sagte er. Beim letzten Sekundärverkauf von Anteilen vor einem Jahr war die Firma mit fünf Milliarden Dollar bewertet worden – und wurde damit zu einem der wertvollsten Fintechs in Europa. Unter den Investoren sind Lone Pine Capital, Fidelity, Baillie Gifford und D1 Capital Partners.

Die Firma war 2011 unter dem Namen Transferwise von den beiden Esten Käärmann und Taavet Hinrikus in London gegründet worden, um Auslandsüberweisungen zu Echtzeit-Wechselkursen zu ermöglichen. Seither sind weitere Dienstleistungen wie Multiwährungskonten und Debitkarten hinzugekommen. Im Februar hatte sich die Firma in der Vorbereitung auf den Börsengang in Wise umbenannt.

Im Unterschied zu den meisten Fintechs ist Wise seit 2017 profitabel. Für das Geschäftsjahr 2020/21 bis Ende März meldete das Unternehmen am Donnerstag einen Umsatz von 421 Millionen Pfund – nach 303 Millionen Pfund im Vorjahr. Der Vorsteuergewinn verdoppelte sich auf 41 Millionen Pfund.

Das Unternehmen hat zehn Millionen Privatkunden und 300.000 Geschäftskunden. Außerdem haben auch 15 Banken in zehn Ländern die Wise-Plattform in ihr Angebot integriert, darunter N26 in Deutschland und Monzo in Großbritannien.

Deliveroo-Flop schreckt Wise nicht ab

In London wurde die Nachricht von dem nächsten großen Tech-Börsengang als Erfolg für den Standort gefeiert. Die jüngste Bilanz der Londoner Börse ist jedoch durchwachsen: Im März war die Aktie des Online-Lieferdiensts Deliveroo am ersten Tag um 26 Prozent eingebrochen, die Rede war hinterher vom „schlechtesten Börsengang aller Zeiten“.

Als ein Grund für den Deliveroo-Flop galt die Struktur mit A- und B-Aktien. Gründer Will Shu hatte sich Stimmrechte von 57 Prozent gesichert, was bei den institutionellen Investoren nicht gut ankam.

Diesen Fehler will Wise vermeiden. Zwar wird es gewöhnliche A- und besondere B-Aktien geben. Gründer Käärmann werde aber maximal Stimmrechte von 50 Prozent minus eine Aktie haben, kündigte die Firma an. Wenn er nicht mehr CEO sei, werde sein Einfluss auf höchstens 35 Prozent minus eins sinken. Die Struktur mit den „Dual class“-Anteilen soll zudem nach fünf Jahren auslaufen.

Käärmann hält aktuell knapp 20 Prozent der Anteile und plant bei der Notierung keinen Verkauf. Sein Mitgründer Hinrikus hält noch 11,5 Prozent.

Mit der Aktienstruktur stelle man sicher, dass das Management zusammen mit den Mitarbeitern und frühen Investoren weiterhin „unsere Mission“ verfolgen könne, sagte Käärmann. Das habe in den vergangenen zehn Jahren sehr gut funktioniert. Begleitet wird der Börsengang von den Banken Goldman Sachs, Morgan Stanley, Barclays und Citi.

Mehr: Wie London Europas Innovationszentrum bei Fintechs bleiben will

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