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Zahlungsplattform Zehn Millionen Händler: Chinesischer Zahlungsriese Alipay will in Europa wachsen

Zwölf Millionen chinesische Touristen kamen im Jahr 2018 nach Europa. Damit sie sich künftig wie zu Hause fühlen, verkündet das Fintech Alipay ambitionierte Pläne.
14.11.2019 - 21:12 Uhr Kommentieren
In China hat Alipay bereits 900 Millionen Kunden, jetzt soll Europa folgen. Quelle: Reuters
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In China hat Alipay bereits 900 Millionen Kunden, jetzt soll Europa folgen.

(Foto: Reuters)

London Die chinesische Zahlungsplattform Alipay denkt in großen Dimensionen, wenn es um den Ausbau des eigenen Geschäfts geht. In den kommenden fünf Jahren soll die Zahl der Einzelhändler, die Alipay akzeptieren, in Europa auf zehn Millionen anwachsen. Das verkündete der Chef von Alipay-Betreiber Ant Financial, Eric Jing, am Donnerstag auf dem ersten internationalen Partner-Gipfel des Konzerns in London.

Das Ziel erscheint ambitioniert. Bislang bieten vor allem Läden an touristischen Hotspots die Zahlungsmöglichkeit mit dem QR-Code an. In Deutschland etwa gibt es einige Tausend Geschäfte, die Alipay akzeptieren. Angefangen hatte es mit Duty-free-Shops in Flughäfen und Luxusgeschäften auf den Einkaufsmeilen der Metropolen. Inzwischen sind auch Drogerieketten wie Rossmann, Müller und dm dabei.

Das Angebot soll nun deutlich ausgeweitet werden, um mit der steigenden Zahl der chinesischen Touristen mitzuhalten. Alipay hat 900 Millionen Nutzer in China. Für die Nutzung sind ein chinesischer Pass und ein chinesisches Konto erforderlich. Erst seit vergangener Woche können auch Ausländer, die in China unterwegs sind, eine ausländische Kreditkarte als Zahlungsmittel hinterlegen.

Das Unternehmensziel sei es, das Bezahlen für die Alipay-Nutzer und die Händler zu vereinfachen, „egal, wo sie sind“, sagte Jing. Das bedeutet einen verstärkten Fokus auf Europa, denn der Kontinent ist das beliebteste Reiseziel außerhalb Asiens.

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    Im vergangenen Jahr kamen zwölf Millionen chinesische Touristen nach Europa, 1,6 Millionen davon nach Deutschland. Auch ihr Reiseverhalten und ihr Radius verändern sich: Sie machten nicht mehr nur Busreisen, sondern zunehmend auch Individualreisen, sagt Alipay-Deutschlandchef Karl Wehner dem Handelsblatt.

    Daher will der Zahlungsdienst verstärkt in die Fläche gehen und weitere Services anbieten. In China ist die App längst eine Lifestyle-Plattform, die nicht nur zum Bezahlen taugt, sondern auch Tischreservierungen, Taxibuchungen und Arzttermine ermöglicht. Alipay sei eine „FinLife-App“, sagte Jing. Sie verwandele den „Check-out“-Prozess an der Kasse zum „Check-in“-Prozess: Der Händler beginne eine Beziehung zum Kunden.

    Viele Dienstleistungen denkbar

    Auch in Europa soll Alipay laut Wehner nun zum „Reisebegleiter“ werden. So arbeitet die Firma daran, den öffentlichen Nahverkehr und Taxidienste zum Angebot hinzuzufügen. Es seien viele Dienstleistungen denkbar, etwa Tipps zu sehenswerten Städten in der Umgebung. „Der Wunsch, etwas Neues zu entdecken, ist bei chinesischen Touristen unglaublich stark“, meint der Deutschlandchef.

    Bei den europäischen Händlern hat Alipay jedoch noch einiges an Überzeugungsarbeit vor sich. Die Firma wirbt damit, dass der Umsatz deutlich steige, wenn ein Geschäft die Bezahlmethode anbiete. Denn die App zeigt chinesischen Touristen an, in welchen Läden ihre gewohnte Zahlmethode akzeptiert wird. Und im Duty-free-Geschäft machen Chinesen bereits 40 Prozent des Gesamtumsatzes in Deutschland aus.

    Doch ist Alipay für die Händler nicht günstig und die potenzielle Kundengruppe sehr speziell. Die Zahl der Läden, die Alipay anbieten, sei bislang „überschaubar“, sagt Michael Hartwig vom Münchener Zahlungsdienstleister Intercard. Von den hunderttausend Intercard-Terminals sei nur ein kleiner Teil für Alipay aktiviert. Händler nutzten das Alipay-Schild im Schaufenster vor allem als Marketinginstrument, um chinesische Touristen in den Laden zu locken.

    Auf der Konferenz in London warnte eine Vertreterin des britischen Zahlungsdienstleisters FusionPay, dass die Expansion für Alipay schwierig werde – wegen der harten Konkurrenz durch ApplePay, GooglePay, Visa und Mastercard in Europa. Obendrein dränge auch der chinesische Konkurrent WeChatPay immer stärker auf den europäischen Markt.

    Um die Marke in Europa bekannter zu machen, sponsert Alipay nun die Fußball-Europameisterschaft 2020. Leisten kann es sich der Konzern: Ant Financial, der Betreiber von Alipay, wird seit der letzten Finanzierungsrunde im vergangenen Jahr mit 150 Milliarden Dollar bewertet. Damit ist es das wertvollste Fintech der Welt.

    Zuletzt wurde auch immer wieder spekuliert, ob Alipay sich für europäische Kunden öffnen wird. Doch das ist laut Wehner vorerst nicht geplant: „Es geht darum, den Handel mit chinesischen Endkunden zu vereinfachen.“

    Mehr: Google, Amazon und Apple machen sich in der Finanzwelt breit, stoßen aber auch auf Widerstand. Warum Banken in Zukunft noch gebraucht werden.

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