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Zahlungsverkehr Strengere Vorgaben beim Onlineshopping gelten in Deutschland erst ab 2021

Die Finanzaufsicht Bafin gewährt Onlinehändlern eine längere Schonfrist. Erst ab 2021 müssen sie die Neuregelungen für Zahlungen per Kreditkarte umsetzen.
17.10.2019 - 18:10 Uhr 1 Kommentar
Änderungen für das Onlinebezahlen per Kreditkarte treten 2021 in Kraft. Quelle: imago images / Westend61
Onlineshopping

Änderungen für das Onlinebezahlen per Kreditkarte treten 2021 in Kraft.

(Foto: imago images / Westend61)

Frankfurt Die deutsche Finanzaufsicht Bafin verlangt vorerst keine Änderungen bei Zahlungen per Kreditkarte im Internet. Die Bafin teilte am Donnerstagnachmittag mit, dass Verbraucher Kartenzahlungen beim Onlineshopping noch bis Ende 2020 ohne eine weitere Sicherheitsprüfung ausführen können. Erst ab 2021 gelten die strengeren Vorgaben, konkret die starke Kundenauthentifizierung (SCA). Hintergrund ist die EU-Zahlungsrichtlinie PSD2.

Damit reagiert die Bafin auf eine Erklärung der europäischen Bankenaufsicht Eba. Die wiederrum hatte Dienstagabend mitgeteilt, sie wolle die Deadline für die Umsetzung der SCA auf Ende 2020 festsetzen und empfehle den nationalen Aufsichtsbehörden, einen gemeinsamen Ansatz zu wählen. Ziel ist offenbar, dass die neuen Vorgaben EU-weit zu einem einheitlichen Stichtag in Kraft treten.

Die starke Kundenauthentifizierung schreibt vor, dass Kunden Onlinezahlungen noch einmal extra bestätigen müssen – zum Beispiel mit einer TAN-Nummer oder mit einem Fingerabdruck am Smartphone. Betroffen davon sind in erster Linie Zahlungen per Kreditkarte. Für das Bezahlen per Lastschrift gibt es keine Änderungen. Auch für Verbraucher, die beim Bezahldienst Paypal das Bankkonto hinterlegt haben, und für Nutzer etwa von Paydirekt ändert sich nichts.

Die PSD2-Richtlinie soll den Online-Zahlungsverkehr sicherer und auch bequemer machen. Andere Teile der neuen Regeln, etwa für den Online-Kontozugriff, greifen bereits seit dem 14. September – wobei sich hier viele Kunden über die komplizierteren Verfahren ärgern.

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    Auch die SCA sollte eigentlich bereits seit einem Monat gelten. Kurz vor dem avisierten Start gewährten einige nationale Aufsichtsbehörden in der EU dem Handel aber Aufschub. Viele Onlinehändler, vor allem kleinere, waren nicht ausreichend auf die Neuerungen vorbereitet. Sie müssen die neuen Sicherheitsanforderungen in ihre Onlineshops integrieren.

    Deutsche Kunden zahlen am liebsten per Rechnung

    Bei Onlinezahlungen per Kreditkarte war daher europaweit mit Verunsicherung, schlimmstenfalls sogar Chaos gerechnet worden. Anders als in Deutschland nutzen Verbraucher in einigen anderen europäischen Ländern die Kreditkarte beim Onlineshopping sehr viel häufiger. Dem E-Commerce-Blog „Commerce News Europe“ zufolge dominieren beispielsweise in Belgien, Frankreich, Lettland und der Schweiz Kreditkartenzahlungen.

    Die deutschen Kunden haben im vergangenen Jahr gemessen am Umsatz nur knapp elf Prozent ihrer Onlineeinkäufe per Kreditkarte bezahlt, wie aus einer Erhebung des Handelsforschungsinstituts EHI hervorgeht. Das war sogar etwas weniger als 2017. Am beliebtesten ist die Zahlung per Rechnung: Ihr Anteil liegt bei knapp 28 Prozent. Der Anteil von Zahlungen per Lastschrift liegt bei knapp 20 Prozent. Paypal kommt auf einen Umsatzanteil von 21 Prozent.

    Lobbyisten des Handels hatten lange für Übergangsfristen beim Start der PSD2 gekämpft. So forderte der europäische Handelsverband Euro Commerce Anfang Juni in einem Brief an die europäische Bankenaufsicht Eba, nationale Aufsichtsbehörden sollten eine „schrittweise Durchsetzung“ zulassen.

    Viele aus der Branche hätten sich für eine Verschiebung um 18 Monate eingesetzt, während die Eba und die EU-Kommission zwölf Monate vorgezogen hätten. Daher sei die Frist von 15 Monaten wahrscheinlich der beste Kompromiss, erklärte Euro Commerce jetzt auf Handelsblatt-Anfrage.

    Die Deadline per Ende 2020 setze nun andere Marktteilnehmer aus der Zahlungsverkehrsbranche unter Druck, damit die neueste Version des Sicherheitsverfahrens der Kreditkartenfirmen Mastercard und Visa, „3D Secure“, verfügbar sei. Klarheit mit Blick auf die Frist helfe dabei.

    Mehr: Viele Kunden beschweren sich über komplizierten Kontozugriff nach Start der PSD2.

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    1 Kommentar zu "Zahlungsverkehr: Strengere Vorgaben beim Onlineshopping gelten in Deutschland erst ab 2021"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Wenn Bürokraten in den Markt eingreifen, wird eben alles verkompliziert - und einzig und alleine die Komplexität explodiert.
      Insbesondere für ältere Menschen ist das eine Katastrophe - und das in einem Land mit alternder Bevölkerung.
      In meinem Ort gibt es zum Glück noch eine Bankfiliale, wo man am Schalter Bargeld abheben kann, und wo die netten Bankangestellten älteren Menschen, die schon mit den ellenlangen IBAN´s Probleme haben, beim Ausfüllen der Überweisungsträger helfen. So kann auch mein Vater, der mit Online-Banking und -Shopping nicht mehr klar kommt, noch selbständig seine Bankgeschäfte erledigen. Da immer mehr Filialen schließen, wird das vielleicht nicht mehr lange möglich sein.
      Online-Shopping mit Kreditkarte ist bei meiner Bank dagegen eine Katastrophe. Alleine die Einrichtung der App war dermaßen kompliziert, dass ich schon das Handtuch werfen wollte - und das, obwohl ich problemlos mehrere Online-Wallets für meine Kryptowährungen verwalten kann.
      Und wie sieht es hier erst mit der TEILHABE von weniger internetaffinen oder älteren Menschen aus??

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