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Zusammenschluss Commerzbank scheitert mit Comdirect-Übernahmeangebot

Das Frankfurter Geldhaus hat mit seiner Offerte nur wenige Comdirect-Aktien eingesammelt. Nun will es seine Onlinetochter auf andere Weise integrieren.
11.12.2019 - 12:17 Uhr Kommentieren
Die Commerzbank will ihre Tochter komplett übernehmen und integrieren. Das wird nun jedoch länger dauern als erhofft. Quelle: dpa
Comdirect-Zentrale in Quickborn bei Hamburg

Die Commerzbank will ihre Tochter komplett übernehmen und integrieren. Das wird nun jedoch länger dauern als erhofft.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Commerzbank hat es im Rahmen eines Übernahmeangebots nicht geschafft, genügend Aktien ihrer Onlinetochter Comdirect einzusammeln. Nun wollen die Frankfurter im Zuge eines Aktientausches mit Comdirect verschmelzen. Dieser Weg ist aufwendiger, langwieriger und teurer.

„Jetzt steht die Direktverschmelzung der Comdirect auf die Commerzbank an“, sagte Commerzbank-Chef Martin Zielke an diesem Mittwoch. „Die dafür notwendigen Maßnahmen werden wir nun unverzüglich einleiten.“

Mithilfe der Onlinebank will die Commerzbank die Digitalisierung des Konzerns vorantreiben und rund 150 Millionen Euro einsparen. „Ich will mehr Comdirect in der Commerzbank“, sagte Zielke.

Aktuell hält die Commerzbank 82,31 Prozent an Comdirect. Im Rahmen des Übernahmeangebots sammelte das Institut lediglich 0,32 Prozent der übrigen Aktien ein. Damit blieb die Commerzbank unter der angepeilten Schwelle von 90 Prozent.

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    Der Plan A der Commerzbank ist damit gescheitert. Er sah vor, dass die Bank mehr als 90 Prozent der Comdirect-Papiere einsammelt und die übrigen Aktionäre anschließend im Rahmen einer Barabfindung aus dem Unternehmen drängt – Squeeze-out genannt.

    Damit die Integration trotzdem funktioniert, greifen die Frankfurter nun zu ihrem Plan B. Im Rahmen des Umwandlungsgesetzes sollen beide Institute verschmolzen werden. Dafür ist lediglich eine Mehrheit von 75 Prozent der Stimmen nötig. Comdirect-Aktionäre bekommen dann Commerzbank-Aktien, das Tauschverhältnis wird von externen Prüfern festgelegt. Dafür müssen Wertgutachten von Comdirect und Commerzbank erstellt werden.

    Zudem muss die Verschmelzung von beiden Hauptversammlungen abgesegnet werden – dies soll im Rahmen der regulären Aktionärstreffen im Mai 2020 geschehen. Denkbar ist, dass die Beschlüsse der Hauptversammlungen anschließend noch von einzelnen Aktionären angefochten werden.

    Längere Phase der Unsicherheit

    Insgesamt ist dieser Weg also sehr mühsam, wie Comdirect selbst im November in seiner Stellungnahme warnte. „Vorstand und Aufsichtsrat sehen die Gefahr, dass eine solche Verschmelzung bis zu ihrem Wirksamwerden erhebliche Zeit in Anspruch nehmen kann und dann zu einer längeren Phase der Unsicherheit führen würde.“

    Wie attraktiv der Plan B der Commerzbank für Comdirect-Aktionäre ist, hängt von vielen Variablen ab, und ist aktuell schwer abzuschätzen. Wichtige Faktoren dabei sind unter anderem die Kursentwicklung der Commerzbank sowie die von einem Gutachter ermittelten Unternehmenswerte von Commerzbank und Comdirect.

    Dass die Commerzbank mit ihrem Übernahmeangebot gescheitert ist, kommt nicht überraschend. Der Investor Petrus Advisers hat seinen Anteil an der Direktbank zuletzt nach eigenen Angaben auf rund 7,5 Prozent aufgestockt und angekündigt, seine Anteile nicht zum gebotenen Preis von 11,44 Euro pro Aktie anzudienen. Da der Aktienkurs der Comdirect seit Wochen über dem Angebotspreis liegt, war es auch für andere Aktionäre attraktiver, die Papiere über die Börse zu verkaufen, als sie der Commerzbank anzudienen.

    Petrus kritisierte, der gebotene Preis reflektiere „den fairen Wert der Comdirect nicht“. Die Direktbank habe in den vergangenen 24 Monaten hohe Investitionen getätigt und werde dadurch „in den kommenden Jahren einen Quantensprung in der Profitabilität“ erreichen.

    Hinzu kämen die Kostensynergien, die der Commerzbank im Falle einer Verschmelzung zugute kämen. Der gebotene Kaufpreis stehe „in keinem Verhältnis zu den finanziellen Vorteilen, die für die Commerzbank im Falle einer Komplettübernahme entstehen“.

    Die Commerzbank hat dagegen darauf verwiesen, dass der gebotene Preis einem Aufschlag von 25 Prozent auf den Schlusskurs der Comdirect-Aktie an dem Tag entsprach, bevor die Komplettübernahme angekündigt wurde. Wenn das Angebot scheitern sollte, gebe es ein Risiko von Kursverlusten, warnte Commerzbank-Chef Zielke Ende Oktober bei der Vorlage des Angebots.

    Am Mittwoch ging es für die Comdirect-Aktie jedoch erst mal nach oben. Sie gewann bis zum Mittag gut zwei Prozent auf 12,60 Euro.

    Mehr: Comdirect-Chef Arno Walter spricht im Interview über den Wandel der Direktbanken, unterschiedliche Geschäftsmodelle und neue Angebote.

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