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Zweistellige Verluste Aktien von Deutsche Bank und Commerzbank stürzen auf Rekordtiefs

Noch vor kurzem waren die Papiere die großen Gewinner an den Märkten. Der Kurseinbruch am Montag aber zeigt, wie sehr Anleger die Corona-Folgen für Geldinstitute fürchten.
09.03.2020 - 18:16 Uhr 1 Kommentar
Börse: Deutsche-Bank-Aktie stürzt zum Jubiläum auf Rekordtief Quelle: Bloomberg
Deutsche-Bank-Chef Christan Sewing und Commerzbank-Chef Martin Zielke

Das Coronavirus befeuert Rezessionsängste und schickt die Aktien von Deutscher Bank und Commerzbank im 150. Jubiläumsjahr beider Häuser auf ein Rekordtief.

(Foto: Bloomberg)

Frankfurt Es ist kein schönes Umfeld, in dem die Deutsche Bank sich für ihr 150-jähriges Jubiläum rüstet. Am 10. März 1870 erhielt das größte deutsche Geldhaus die Lizenz, um seine Geschäfte aufzunehmen. Am Vortag dieses Geburtstags trüben die Auswirkungen des Coronavirus die Feierstimmung.

Zum Wochenstart rutschte die Aktie des Kreditinstituts in den ersten Handelsminuten um 17,1 Prozent auf 5,61 Euro ab und war damit weit abgeschlagen der größte Verlierer im Deutschen Aktienindex. Später erholte sich die Aktie und ging mit minus 13,6 Prozent aus dem Handel.

Dazu kommt, dass das größte heimische Geldhaus den ersten bestätigten Corona-Fall in Deutschland zu verzeichnen hat. Dabei handelt es sich um einen Mitarbeiter in einer kleineren Filiale in Gelsenkirchen. Seine elf Kollegen hat die Bank in Selbstquarantäne geschickt.

Die betroffene Zweigstelle bleibt heute geschlossen, nach einer gründlichen Desinfizierung soll die Filiale morgen wieder öffnen. Bislang gab es bei der Deutschen Bank weltweit nur eine einzige bestätigte Corona-Ansteckung in Singapur. Diesem Mitarbeiter geht es mittlerweile wieder gut.

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    An der Börse traf der Ausverkauf auch die Commerzbank, die Ende Februar ebenfalls ihren 150. Geburtstag feierte. Die im MDax gehandelte Aktie sackte um gut 15 Prozent auf ein neues Rekordtief von 3,63 Euro ab. Einem Händler zufolge sind Finanztitel wegen der Auswirkungen des Coronavirus besonders unter Druck.

    Hedgefonds wetten auf Kursverfall

    Noch vor wenigen Wochen waren die Aktien der Deutschen Bank die großen Gewinner an den Aktienmärkten mit einem Plus von gut 40 Prozent seit Jahresbeginn. In der ersten Februarhälfte stieg der Aktienkurs zeitweise wieder über die Marke von 10 Euro. Der besonders deutliche Absacker zum Handelsstart verdeutlicht aber, wie sehr Investoren die Folgen des Coronavirus für Banken fürchten.

    Zum einen könnte eine Rezession, wie sie etwa die Deutsche Bank selbst mittlerweile für Deutschland befürchtet, zu mehr Unternehmenspleiten – und damit gleichzeitig zu Kreditausfällen – bei den Geldhäusern führen. Zum anderen wächst die Wahrscheinlichkeit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik weiter lockert, um die Konjunktur der Eurozone zu unterstützen.

    Längst wetten Hedgefonds wieder, unter anderem auch bei der Deutschen Bank, auf einen weiteren Kursverfall. Das Volumen meldepflichtiger Leerverkäufe liegt laut der Handelsblatt-Leerverkaufsdatenbank mittlerweile bei 6,5 Prozent. Solche Wetten gegen eine Aktie können einen Kursverfall weiter beschleunigen.

    Schon bisher litten deutsche Institute wie Commerzbank und Deutsche Bank deutlich unter den sinkenden Zinserträgen, die mit der lockeren Geldpolitik der EZB verbunden sind. Sollte die EZB das ohnehin schon niedrige Zinsniveau an den Kapitalmärkten mit neuen Maßnahmen weiter nach unten drücken, würde das die Ertragslage beider Institute weiter verschärfen.

    Bislang hofft etwa die Deutsche Bank, nach fünf Verlustjahren in Folge in diesem Jahr zumindest vor Steuern wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Analysten prognostizieren im Durchschnitt allerdings einen Jahresverlust von 127 Millionen Euro.

    Mehr: Die Bundesregierung beschließt einen Notfallplan für die Wirtschaft

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    1 Kommentar zu "Zweistellige Verluste: Aktien von Deutsche Bank und Commerzbank stürzen auf Rekordtiefs"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Seit 12 Jahren geht es mit den beiden deutschen Banken bergab. Da ist nicht das Coronavirus und dessen Folgen Schuld.
      Selbst verschuldet.
      Windigen Geschäftsmodellen mit kriminellen Geschäften folgen Rechtskosten und Strafen in zweistelliger Milliardenhöhe und etliche Kapitalerhöhungen für Aktionäre.
      Bei der Deutschen Bank:
      Ein unfähiger Aufsichtsrat, bestens bezahlt, der den Schaden nicht verhindert aber anrichtet. Zuviel Personal mit rückständiger IT (HB Berichte).
      Absurde Boni und Abfindungen trotz Milliardenverluste. Ein selbstverzehrendes System.
      Und seit 12 Jahren Ankündigungen, die bisher nie eingehalten oder erreicht wurden.
      Das Ergebnis zählt und gibt Aufschluss über die Bank (Aktienkurs), und nicht die Ausreden!

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