Bankenaufsicht EU könnte Trennbanken-Regeln aufweichen

Die EU steht offenbar vor einer Aufweichung ihrer Pläne zur Trennung riskanter Bankgeschäfte von den Spareinlagen. Vor allem Deutschland und Frankreich haben laut einem Bericht Bedenken gegenüber den bisherigen Plänen.
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Die EU will offenbar die geplanten Trennbanken-Regeln aufweichen. Quelle: Reuters

Die EU will offenbar die geplanten Trennbanken-Regeln aufweichen.

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LondonDie EU steht vor einer Aufweichung ihrer Pläne zur Trennung riskanter Bankgeschäfte von den Spareinlagen der Kunden. Das geht aus Unterlagen der lettischen Ratspräsidentschaft hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag vorlagen. Demnach soll vor allem Bedenken von Mitgliedstaaten wie Deutschland und Frankreich Rechnung getragen werden, die ihre großen Universalbanken wie die Deutsche Bank oder BNP Paribas schützen wollen.

Lettland präsentierte nun einen Kompromissvorschlag, wonach für eine Aufspaltung der Geschäfte weniger die absolute Größe einer Bank entscheidend sein soll. „Dieses Konzept sieht eine risikobasierte Bewertung der Handelsaktivitäten vor und baut viel stärker auf das Urteil der Aufsichtsbehörden als der Reformvorschlag der EU-Kommission.“ Von den meisten Mitgliedstaaten werde dieser Vorschlag positiv aufgenommen.

Deutschland hat vor den für diesen Freitag anberaumten Gesprächen über die so genannten EU-Trennbankenregeln trotzdem Bedenken, wie aus einem anderen Dokument hervorgeht. Darin heißt es, man vermisse noch immer eine überzeugende Antwort auf die Frage, wie das wichtige "Market-Making" geschützt werde. Dabei stellen Banken regelmäßig Kurse für Finanzprodukte, um diese für ihre Kunden handelbar zu halten.
Solche Geschäfte sind schwer vom Eigenhandel ohne Kundenbezug abzugrenzen – der bei Trennbanken-Überlegungen als erstes zur Disposition steht. „Es muss darum gehen, eine Balance zu finden zwischen strukturellen Reformen und dem bewährten Universalbankensystem“, heißt es in dem Schreiben Deutschlands.

Die wertvollsten Namen der Bankenwelt
Platz 10: Banco Santander
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Die spanische Großbank Santander eröffnet das Ranking der wertvollsten Bankenmarken der Welt. Die Auswertung für das vergangene Jahr lieferte das Magazin „The Banker“. Bei der Bewertung der Marke spiele besonders der Geschäftsausblick (Gewinnprognose) und die Wahrnehmung von Risiken eine entscheidende Rolle. Viele Institute arbeiten an ihrem Markenwert, der sich nicht nur in Kundenvertrauen widerspiegelt, sondern auch in Eigenständigkeit und Innovation. Sprich: Eine starke Marke fällt im Wettbewerb auf. Die Spanier kommen auf einen Markenwert von 18,7 Milliarden US-Dollar, sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Das Markenrating ist AAA-.

Platz 9: Bank of China
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Die Bank of China zählt zu den vier riesigen Staatsbanken der Volksrepublik. Ihr Umsatz liegt bei über 300 Milliarden Yuan im Jahr. Das entspricht grob 40 Milliarden Euro. Im Boomland China haben die regulierten Institute reichlich zu tun. Die Bank of China wird zudem vom Finanzstabilitätsrat als systemrelevant überwacht und muss strenge Auflagen erfüllen. Der Markenwert beträgt rund 20,4 Milliarden Dollar, 22 Prozent mehr als zuletzt.

Platz 8: Agricultural Bank of China
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Die teilverstaatlichte chinesische Bank ist eine der größten ihrer Art. Die ABC hat schätzungsweise 320 Millionen Privatkunden und etwa 2,7 Millionen Geschäftskunden. Fast eine halbe Million Menschen arbeitet in knapp 24.000 Filialen. 2010 sammelte die Bank mit ihrem Börsengang 22,1 Milliarden Dollar ein. Ihr Markenwert beträgt 22,7 Milliarden Dollar, ein Plus von 28 Prozent.

Platz 7: JP Morgan Chase
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First, we take Manhattan: JP Morgan Chase sitzt in New York und ist nach Marktkapitalisierung die größte Bank der USA und nach Eigenkapital das zweitgrößte Finanzinstitut der Welt. Den Markenwert können da auch die hohen Handelsverluste – also Fehlspekulationen – aus dem Jahr 2012 nicht nachhaltig schmälern. Die Marke Chase ist rund 24,8 Milliarden Dollar schwer. Der Zuwachs beträgt sieben Prozent.

Platz 6: Bank of America
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25,7 Milliarden Dollar beträgt der Markenwert der Bank of America – noch, muss man sagen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Minus von vier Prozent. Das Fachmagazin „The Banker“, was die BoA 2008 noch als wertvollste Bankmarke führte, bescheinigt dem Finanzriesen, nach Eigenkapital das größte Institut seiner Art zu sein. Auch die Bank of America darf sich über das Prädikat „systemrelevant“ freuen – das stärkt natürlich das Markenvertrauen.

Platz 5: Citi
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Wie die BoA gehört auch die Citigroup zu den „Big Four“ der US-Banken. Zuletzt lag die Bilanzsumme des Riesen bei 1,88 Billionen Dollar, der Umsatz 76,4 Milliarden. Sie ahnen es – systemrelevant, streng kontrolliert. Der Markenwert beträgt 26,2 Milliarden Dollar, was einem Plus von sieben Prozent entspricht.

Platz 4: China Construction Bank
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China wächst buchstäblich in den Himmel. In den zahlreichen Millionenmetropolen kommen mit dem Industrie-Boom auch die Wolkenkratzer. Der Bauwirtschaft kommt das gelegen – und damit der China Construction Bank, die rund 27 Prozent aller Baukredite im Reich der Mitte vergibt. Der Markenwert liegt bei 26,4 Milliarden Dollar. Das sind stolze 39 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Bundesrepublik war bereits 2013 mit einem eigenen Trennbankengesetz „light“ vorgeprescht, das keine Abtrennung des Market-Making vorsieht. Bis Juli 2016 müssen die hiesigen Großbanken ihre Geschäfte aber in zwei Töchter aufspalten: Das Einlagengeschäft soll in der einen Tochter gebündelt werden. In der anderen werden das riskante Eigengeschäft, die Finanzierung von Hedge-Fonds und der Hochfrequenzhandel zusammengefasst. Die Quersubventionierung von „Zocker-Geschäften“ durch Spareinlagen ist also nicht mehr möglich.

Die EU-Verhandlungen dagegen ziehen sich – auch weil zwischendurch eine neue Kommission ihre Arbeit aufgenommen hat. Schon vor einem Jahr hatte der damalige EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier seine Vorschläge vorgelegt, die bei 30 Großbanken eine striktere Trennung riskanter Finanzaktivitäten vom übrigen Geschäft ab 2017 vorsahen. Der neue Finanzmarktkommissar Jonathan Hill stellte die Vorschläge wieder zur Disposition. Jetzt liegt der Ball zunächst einmal in den Händen der Mitgliedstaaten und des EU-Parlaments.

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