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Bankenbranche Bankenfusionen bleiben im Trend – aber nur jede dritte funktioniert

Eigentlich sind sich alle einig: Die Bankenbranche in Deutschland und Europa braucht eine Konsolidierung. Leider sind Fusionen und Übernahmen kein Allheilmittel.
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Banken: Nur jede dritte Fusion funktioniert Quelle: dpa
Banken-Skyline in Frankfurt

Spekulationen über eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank halten sich hartnäckig. Einig sind sich Experten aber auch, dass ein Zusammenschluss mit neuen Problemen verbunden ist.

(Foto: dpa)

FrankfurtSeit dem Sommer ist es das beherrschende Thema in der Bankenbranche: Egal ob man Banker, Aufseher, Politiker oder Investmentbanker fragt, alle rechnen mit einer Konsolidierung des Sektors – in Deutschland, aber auch in Europa.

Da machen auch die Berater von Bain keine Ausnahme. „Konsolidierung bleibt ein wichtiges Thema“, meint Walter Sinn, Deutschlandchef der Unternehmensberatung. Die Zahl der Institute sinke kontinuierlich, und weitere Fusionen seien „absehbar“. Die Sache hat nur einen entscheidenden Haken. Am Ende schneiden laut Bain nur 32 Prozent aller fusionierten Institute besser ab als die Konkurrenz.

Seit Monaten wird in Deutschland intensiv über einen Zusammenschluss von Commerzbank und Deutscher Bank spekuliert. Beide Geldhäuser haben in diesem Jahr an der Börse über 40 Prozent ihres Wertes verloren, weil die Investoren an der Tragfähigkeit der Geschäftsmodelle zweifeln.

Analysten glauben, dass sich solch ein Deal zwar auf dem Papier rechnen könnte – allerdings zweifeln viele, ob ein derart komplexes Projekt auch in der Praxis funktionieren würde. Bain-Deutschlandchef Sinn sieht das für die gesamte Branche ähnlich skeptisch: „Das Einsparpotenzial ist erheblich, aber nicht jeder Zusammenschluss gelingt. Die Integrationsrisiken dürfen nicht außer Acht gelassen werden.“

Im Schnitt lassen sich durch eine Bankenfusion etwa 30 Prozent der Kosten des übernommenen Instituts sparen. Allerdings liegen die Werte bei einzelnen Deals weit auseinander. Die erfolgreichsten europäischen Übernahmen und Fusionen kommen auf Einsparungen von 50 bis 60 Prozent, die schlechtesten auf um die zehn Prozent. Dazu kommt: Diese Einsparungen lassen sich nur mit hohen Anlaufkosten erreichen. Im globalen Schnitt liegen die Integrationskosten bei 150 Prozent der jährlichen Einsparungen.

Ein zentraler Grund für den Konsolidierungsdruck, auch in Deutschland, ist die anhaltende Misere der Branche. Im Schnitt kamen die 1433 von Bain analysierten deutschen Banken im vergangenen Jahr auf eine magere Eigenkapitalrendite von 2,6 Prozent, eine Stagnation im Vergleich zum Vorjahr. Die Kapitalkosten der Institute beziffern die Berater dagegen auf rund fünf Prozent.

Mit einer Eigenkapitalrendite von 8,8 Prozent schnitten die Automobilbanken am besten ab, gefolgt von den Direktbanken mit 7,8 Prozent. Die Großbanken kamen dagegen lediglich auf 2,5 Prozent. Das Schlusslicht bilden die Bausparkassen mit einer Eigenkapitalrendite von 1,1 Prozent. Bei den börsennotierten Geldhäusern zeigt sich die prekäre Lage in der schwachen Marktbewertung.

Eine der zentralen Kennziffern für das Vertrauen der Investoren in eine Bank ist das Verhältnis vom Kurs zum Buchwert. Ein Wert unter eins signalisiert, dass Investoren davon ausgehen, dass ein Unternehmen weniger wert ist als sein Eigenkapital.

Für die nordamerikanischen Banken liegt diese Kennzahl in diesem Jahr bei 1,4 und in Europa immerhin noch bei 0,9. In Deutschland ist das Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,5 im Jahr 2017 auf nur noch 0,3 gefallen – Bain-Deuschlandchef Sinn bezeichnet ist diese Entwicklung „schlichtweg eine Katastrophe“.

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