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Bankenfusion Gerüchte über Kapitalerhöhung belasten Aktienkurs der Deutschen Bank

An den Märkten wird bezüglich der noch völlig unklaren Fusion mit der Commerzbank eifrig spekuliert. Die Deutsche Bank wehrt sich nach Kräften.
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Noch ist nicht klar, ob sich die Institute überhaupt für einen Zusammenschluss entscheiden. Quelle: AP
Deutsche Bank und Commerzbank

Noch ist nicht klar, ob sich die Institute überhaupt für einen Zusammenschluss entscheiden.

(Foto: AP)

FrankfurtSeit wenigen Tagen erst schauen sich Commerzbank und Deutsche Bank gegenseitig tief in die Bücher. Noch ist nicht entschieden, ob sich die Institute überhaupt für einen Zusammenschluss entscheiden. Doch für Investoren rückt zunehmend die Fragen in den Mittelpunkt, welche Konsequenzen eine Commerzbank-Übernahme für die Deutsche Bank hätte.

Die „Financial Times“ sorgte am Donnerstag mit einem Bericht für Aufregung, wonach die Deutsche Bank über eine milliardenschwere Kapitalerhöhung zur Finanzierung einer Commerzbank-Übernahme nachdenke. Ein Volumen zwischen drei und zehn Milliarden Euro werde diskutiert, schrieb die Zeitung unter Berufung auf Insider.

Die Deutsche Bank wehrte sich gegen den Bericht: „Um es klar zu sagen: Es hat im Vorstand der Deutschen Bank keine Diskussionen über Kapitalmaßnahmen mit Blick auf einen möglichen Zusammenschluss mit der Commerzbank gegeben. Die Spekulationen darüber sind falsch“, hieß es in einer Stellungnahme des Instituts. „Wir haben bislang nicht einmal entschieden, ob es überhaupt einen Zusammenschluss mit der Commerzbank geben wird“, sagte eine Sprecherin.

Im Umfeld der Bank wurde ergänzt, bislang habe es noch nicht einmal Kontakte zu den Großinvestoren zum Thema Fusion gegeben, geschweige denn zum Thema einer Kapitalerhöhung.

In Finanzkreisen wurde darauf verwiesen, dass sich die Höhe eines möglichen Kapitalbedarfs zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch nicht abschätzen lasse. Es gebe noch zu viele Unbekannte, etwa die Frage, wie hoch der Korrekturbedarf ist, der aus stillen Lasten der Commerzbank herrührt, und in welchem Umfang die Bankenaufsicht den sogenannten Badwill akzeptiert, also Bewertungsgewinne, die daraus entstehen, dass die Aktien der Commerzbank deutlich unter dem Wert ihres Eigenkapitals notieren.

In den vergangenen Monaten haben Insider immer wieder berichtet, dass die Deutsche Bank bei einem Zusammenschluss mit der Commerzbank am liebsten eine Kapitalerhöhung ganz vermeiden würde. Auch weil das Geldhaus seit 2008 seine Investoren bereits sechs Mal um insgesamt knapp 33 Milliarden Euro an frischen Mitteln bitten musste.

Ob ein Zusammenschluss der beiden Banken ohne Kapitalaufstockung gelingen kann, ist allerdings fraglich. Die Wahrscheinlichkeit, dass am Ende drei bis fünf Milliarden Euro benötigt würden, sei hoch, heißt es in Finanzkreisen. Mit mehr sei aber eher nicht zu rechnen

Alle Details noch offen

Zunächst müsste man jedoch die Kosten für die Restrukturierung abschätzen können – neben den Ergebnissen einer Marktbewertung der Commerzbank-Bilanz und möglichen Bewertungsgewinnen durch den Unterschied zwischen Börsenwert und hartem Eigenkapital des Instituts.

Bislang ist allerdings nicht einmal klar, wie ein Zusammenschluss strukturiert würde, ob die Deutsche Bank die Commerzbank übernimmt und dafür Aktien anbietet oder ob beide Institute in einem neuen Unternehmen aufgehen. Offen ist damit auch, wann und wie eine mögliche Kapitalerhöhung erfolgen würde.

Anleger gingen ungeachtet des ungewöhnlich deutlichen Dementis seitens der Deutschen Bank sicherheitshalber bereits zumindest ein Stück weit in Deckung: Die Aktie verlor bis zum Nachmittag rund drei Prozent und zählte damit zu den Schlusslichtern im Deutschen Aktienindex (Dax).

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2 Kommentare zu "Bankenfusion: Gerüchte über Kapitalerhöhung belasten Aktienkurs der Deutschen Bank"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Herr Lothar Bitschnau:
    Sehe ich genauso - bei einer Kapitalerhöhung kämen sofort Rücktrittsfoderungen bezüglich Christian Sewing.
    Zum Thema Boni sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen, dass die Deutsche Bank - egal ob sie einen großen Verlust oder einen kleinen Gewinn macht - IMMER sehr hohe Boni zahlte: mehr als 10% des Unternehmenswertes oder wie im letzten Jahr mehr als 5 mal so viel wie der Jahresnettogewinn war. EINE SCHANDE - für ein Unternehmen, wie für die Aktienkultur in Deutschland: der Aktionär fühlt sich ABGEZOCKT!

  • Die Deutsche Bank der letzten 10 Jahre gehört zu jenen Unternehmen die der deutschen Aktienkultur am meisten schadeten. Sie hat nicht nur ihre Aktionäre, die sie letztendlich retteten zu dummen Verlierern gemacht, sondern sich konstant für durchschnittliche Erfolgslosigkeit bestens belohnt mit absurden Bonuszahlungen.
    Bei einer Marktkapitalisierung von ca. 22% zum Eigenkapital wäre eine neuerliche Kapitalerhöhung der ultimative Sündenfall für die Deutsche Bank, aber auch für CEO Hr. Christian Sewing.

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