Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Bankenfusion Mitarbeiter von Commerzbank und Deutscher Bank kämpfen gemeinsam gegen Fusion

Im Widerstand vereint: Arbeitnehmervertreter der Banken wollen einen Zusammenschluss verhindern. Ab Ende März soll es in verschiedenen Städten Warnstreiks geben.
Kommentieren
Die beiden in der Mainmetropole ansässigen Geldhäuser erwägen einen Zusammenschluss. Quelle: Reuters
Frankfurter Skyline

Die beiden in der Mainmetropole ansässigen Geldhäuser erwägen einen Zusammenschluss.

(Foto: Reuters)

FrankfurtMitarbeiter von Deutscher Bank und Commerzbank wollen nach Informationen des Handelsblatts gemeinsam gegen eine Fusion der zwei größten deutschen Privatbanken kämpfen. Darauf haben sich die bei der Dienstleistungsgesellschaft Verdi organisierten Arbeitnehmervertreter beider Banken am Donnerstagabend bei einem Treffen in Frankfurt verständigt.

Mit dem Slogan „Getrennt in den Farben, gemeinsam in den Zielen“ wollen Mitarbeiter von Deutscher Bank und Commerzbank in den kommenden Wochen deutlich machen, warum eine Fusion aus ihrer Sicht falsch wäre.

Die Arbeitnehmervertreter sind nicht nur gegen den drohenden Abbau von 30.000 bis 40.000 Arbeitsplätzen. Sie haben – wie viele Investoren und Experten – auch Zweifel, dass eine fusionierte Megabank ein funktionierendes Geschäftsmodell hätte, das den Mitarbeitern langfristig eine gute Perspektive bietet.

Ihrem Unmut werden die Mitarbeiter ab dem 28. März an jedem Arbeitstag in einer anderen Stadt bei Warnstreiks im Rahmen der Tarifrunde Luft machen. Dabei werden sie nicht nur bessere Arbeitsbedingungen und sechs Prozent mehr Gehalt fordern, sondern sich auch gegen einen Zusammenschluss beider Banken einsetzen.

Einige bei Verdi organisierte Arbeitnehmervertreter beider Banken wollen Insidern zufolge zudem große Kunden, Anteilseigner und Politiker kontaktieren und ihnen darlegen, warum sie eine Fusion ablehnen. Mit einigen großen Kunden und Anteilseignern haben es bereits erste Gespräche stattgefunden. Diese sollten nun in den kommenden Wochen intensiviert werden.

Auch nach den Aufsichtsratssitzungen am Donnerstag lehne man eine Fusion weiter ab, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Jan Duscheck – „vor allem mit Blick auf die Arbeitsplätze, die verloren gehen würden und weil sich für uns kein erfolgreiches neues Geschäftsmodell abzeichnet“.

Bei der Deutschen Bank haben die Sondierungen Auswirkungen auf die Integrationsverhandlungen der Postbank. Man werde mit der Bank zwar weiter über die Postbank-Integration reden, aber keine Fakten schaffen oder Beschlüsse treffen, solange unklar sei, ob es zu einer Fusion mit der Commerzbank komme, sagten mehrere Arbeitnehmervertreter dem Handelsblatt.

Im Falle einer Fusion würden diese Gespräche dann ganz auf Eis gelegt, hieß es. „Das ist ein Spagat, den man übt, um einerseits keine Zeit zu verlieren, falls es gar nicht zu einer Fusion mit der Commerzbank kommt, und andererseits keine Fakten zu schaffen, solange eine Fusion drohen könnte“, heißt es im Arbeitnehmerlager.

Derzeit spricht die Deutsche Bank mit den Betriebsräten über die gemeinsame Zentrale von Postbank und Deutscher Bank sowie über den Bereich Operations, also Verwaltungstätigkeiten.

Bis zum Sommer wollte man eine Einigung über den nötigen Personalabbau erzielen. Zwar werden die formellen Verhandlungen über den Stellenabbau in diesen Bereichen nun erst später beginnen, doch wirklich eingefroren sind die Gespräche dadurch auch nicht.

Falls die Fusionsgespräche scheitern, können die Gespräche dann nämlich zügig ohne nennenswerte Zeitverluste wieder vorangetrieben werden. In der Deutschen Bank habe diese konstruktive Haltung für Erleichterung gesorgt, hieß es in Finanzkreisen. Die Deutsche Bank wollte sich nicht dazu äußern.

Im Intranet der Commerzbank haben einige Mitarbeiter derweil die seit einer Woche laufenden Fusionsgespräche kritisiert. „Das Wohl der Mitarbeiter liegt dem Vorstand nicht am Herzen“, schrieb ein Beschäftigter.

Solche Aussagen träfen ihn persönlich, erklärte Vorstandschef Martin Zielke am Freitag in einem Brief an die Mitarbeiter, der dem Handelsblatt vorliegt. Und er versprach den Beschäftigten: „Wir werden die Zeit der Unsicherheit, die durch die Sondierung entsteht, so kurz wie möglich halten und hart dafür arbeiten, schnell zu einem Ergebnis zu kommen.“ Die Mitarbeiter würden über den Verlauf der Gespräche „so gut wie möglich“ informiert.

Zielke hat intern wiederholt deutlich gemacht, dass er offen ist für eine Fusion mit der Deutschen Bank. Das Beteiligungsverhältnis sei für die eigenen Aktionäre bei einer Fusion aktuell so attraktiv wie lange nicht, betonte er mehrfach. Gemessen an den Marktwerten würden die Commerzbank-Aktionäre bei einem Zusammenschluss derzeit gut ein Drittel an dem fusionierten Institut halten. In den Jahren zuvor kamen die Gelben oft nur auf ein Viertel.

Im Brief an die Mitarbeiter erklärte Zielke, die Bank habe in den vergangenen Jahren im Privat- und Firmenkundengeschäft viel erreicht. „Wir haben ein Geschäftsmodell, das tief in der Realwirtschaft verankert ist“, erklärte Zielke. „Von daher habe ich eine sehr klare Vorstellung, wie wir unser Geschäft sinnvoll weiterentwickeln können. Deswegen führen wir Gespräche mit der Deutschen Bank.“

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Bankenfusion - Mitarbeiter von Commerzbank und Deutscher Bank kämpfen gemeinsam gegen Fusion

0 Kommentare zu "Bankenfusion: Mitarbeiter von Commerzbank und Deutscher Bank kämpfen gemeinsam gegen Fusion"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.