Bankenmarkt Diese 5 Charts zeigen die Probleme von Deutscher Bank und Commerzbank

Deutschlands größte private Banken haben Probleme. Fallender Aktienkurs, Gewinnschwäche und hohe Kosten: Die Geschichte eines Niedergangs.
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Das Logo der Deutschen Bank spiegelt sich verzerrt in einer Hochhausfassade. Ein Vergleich mit den Kennziffern anderer Geldinstitute zeigt die aktuelle Misere von der Deutschen Bank und der Commerzbank. Quelle: dpa
Deutsche Bank

Das Logo der Deutschen Bank spiegelt sich verzerrt in einer Hochhausfassade. Ein Vergleich mit den Kennziffern anderer Geldinstitute zeigt die aktuelle Misere von der Deutschen Bank und der Commerzbank.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Aktie der Deutschen Bank ist in dieser Woche auf ein neues Allzeittief gefallen. Seit Jahresbeginn hat das größte heimische Geldhaus mehr als 40 Prozent an Wert verloren, und auch für die Commerzbank ging es an der Börse zuletzt steil abwärts. Für die Misere gibt es eine ganze Reihe von Gründen: Beide Banken werden sozusagen in Sippenhaft genommen, denn die Investoren kehren derzeit beinahe allen großen europäischen Banken den Rücken. Für die Kursverluste der Branche gibt es gute Gründe: Die Anleger fürchten eine empfindliche Abkühlung der Konjunktur durch eine Eskalation der globalen Handelskonflikte und sie haben Angst vor einem Wiederaufflammen der Eurokrise.

Allerdings fallen die Verluste von Deutscher Bank und Commerzbank deutlich heftiger aus als das Minus des europäischen Branchenindex. Auch dafür gibt es gute Gründe. Bei der Deutschen Bank zweifeln viele Investoren, dass der Sanierungskurs des neuen Vorstandschefs Christian Sewing schnelle Erfolge bringen wird. Die Anleger haben Angst, dass die Erträge schneller wegbrechen als die Kosten sinken. Bei der Commerzbank setzt sich nach der Rally des vergangenen Jahres die Erkenntnis durch, dass es auch für Vorstandschef Martin Zielke schwer werden dürfte, die Ertragsziele zu erreichen. Neben diesen hausgemachten Problemen, kämpfen die beiden Großbanken aber auch mit der schwierigen Struktur des deutschen Marktes.

Commerzbank und Deutsche Bank müssen auf ihrem Heimatmarkt mit den Genossenschaftsbanken und den Sparkassen konkurrieren. Während in Deutschland noch immer rund 1700 Geschäftsbanken um Marktanteile kämpfen ist der Wettbewerb in anderen großen europäischen Ländern deutlich entspannter. Die harte Konkurrenz und der zersplitterte Markt in Deutschland drücken auf die Margen.

Welche Folgen das hat, lässt sich zum Beispiel im Privatkundengeschäft besichtigen. Für Holger Sachse, Partner und Bankenexperte der Boston Consulting Group zählt der deutsche Markt „zu den schwierigsten der Welt“ - auch weil die Banken wegen der harten Konkurrenz die durch die Negativzinsen der Europäischen Zentralbank anfallenden Lasten nur zum Teil durch höhere Gebühren an die Kunden weitergeben können. Weltweit rechnet BCG im Privatkundengeschäft bis 2021 mit einem Wachstum von über fünf Prozent. Für den deutschen Markt sagen die Experten dagegen nur ein mageres Plus von einem Prozent voraus.

Chronische Niedrigzinsen, zersplitterter Markt , härtere Regulierung - all das bremst die Einnahmen der deutschen Großbanken. Aber die Institute kämpfen auch mit zu hohen Kosten. Die so genannte Cost Income Ratio ist eine der wichtigsten Kennzahlen für die Effizienz der Geldhäuser. Die Deutsche Bank musste im vergangenen Jahr über 90 Cents in die Hand nehmen, um einen Euro einzunehmen. Bei der Commerzbank lag das Verhältnis von Kosten zu Einkommen mit über 85 Prozent ebenfalls sehr ungünstig. Zum Vergleich: Die effizientesten europäischen Großbanken wie ING oder Santander kommen auf Werte von deutlich unter 60 Prozent.

Die Folgen all dieser Schwächen lassen sich an der Eigenkapitalrendite ablesen. Die Deutsche Bank hat mittlerweile drei Verlustjahre in Folge hinter sich, und bei der Commerzbank fiel die Rendite auf das Eigenkapital von einem Prozent 2016 noch einmal auf 0,5 Prozent 2017. Die Kapitalkosten der beiden Banken dürften dagegen irgendwo zwischen acht und zehn Prozent liegen. Bei einer Normalisierung des Zinsumfelds wollen Commerzbank und Deutsche Bank bis 2020 in diesen Bereich vorstoßen. Analysten bezweifeln allerdings ob die ehrgeizigen Pläne aufgehen. Und das ist der wichtigste Grund, warum die Aktien der beiden größten deutschen Privatbanken derzeit an der Börse noch schlechter abschneiden als die europäische Konkurrenz.

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