Bankenverband „EZB legt Grundlage für neue Krise“

Die privaten Banken fürchten Nebenwirkungen der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Geldschwemme treibe die Märkte, doch beruhigend sei das nicht. Viele Indikatoren deuteten auf eine künftige Krise.
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Insgesamt erwarten die Volkswirte der privaten Banken 2013 ein weiteres schwieriges Jahr. Quelle: dpa

Insgesamt erwarten die Volkswirte der privaten Banken 2013 ein weiteres schwieriges Jahr.

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FrankfurtDie privaten deutschen Banken fürchten eine neue Finanzkrise, sollte die laxe Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) zu lange anhalten. Zwar gebe es wegen der schwachen Konjunktur in vielen Euro-Ländern und der geringen Teuerung aktuell noch keinen Anlass für eine Zinswende der Währungshüter, erklärte Joachim Massenberg von der Hauptgeschäftsführung des Bankenverbandes BdB am Mittwoch in Frankfurt. Sollte aber die EZB den Fuß nicht rechtzeitig vom geldpolitischen Gaspedal nehmen, drohten massive Probleme, "Die Grundlagen für eine neue Krise sind gelegt." Deshalb müsse die EZB wachsam bleiben und das Ende ihrer Geldschwemme schon heute vorbereiten.

Massenberg bereiten unter anderem die von der Geldschwemme der Notenbanken getriebene Rally an den Aktienmärkten und die Anzeichen für Überhitzungen der Immobilienmärkte in deutschen Ballungsräumen Sorgen: "Viele Indikatoren, die auf eine künftige Krise hindeuten können, sind vorhanden."

An den Weltbörsen hatte das billige Geld der Notenbanken in den vergangenen Wochen für einen rasanten Kursanstieg gesorgt. In Frankfurt erklomm der Dax am Mittwoch das höchste Niveau seit fünf Jahren und ist nur noch wenige Zähler von seinem vor der Krise Mitte 2007 erreichten Allzeithoch entfernt. An der Wall Street hatte der Dow Jones am Dienstag den höchsten Stand in seiner Geschichte erreicht.

Der Ausschuss für Wirtschafts- und Währungspolitik des BdB glaubt allerdings nicht, dass die Notenbanken wegen der Gefahr einer neuen Krise das Ruder schnell herumreißen werden. Der Vorsitzende des aus einem guten Dutzend Bank-Chefvolkswirten bestehenden Gremiums, Stefan Schilbe, erwartet, dass die EZB noch bis ins Jahr 2014 an ihrer Niedrigzinspolitik festhalten wird. "Eine Zinserhöhung würde im gegenwärtigen Umfeld ein zu frühes Signal geben.

Wachstum in Europa dürfte stagniert
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20 Kommentare zu "Bankenverband: „EZB legt Grundlage für neue Krise“"

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  • Liebe Handelsblattredaktion!

    Wachstum in Europa dürfte stagniert ???
    Sollte doch heißen:
    Wachstum in Europa dürfte stagnieren!!!!

    In der letzten Zeit leider immer mehr orthographische Fehler im HB.
    Würde einen neuen Lektor einstellen!

  • "Wachstum in Europa dürfte stagniert" ???

  • @EUro-Allergiker --//es geht kaum besser!
    Ich könnt´Sie knuddeln.

  • Ich denke nicht, daß die EZB Schuld ist. Das ist der mainstream mit seinen kruden Behauptungen, schiefen Vorschlägen und dem politisch korrekten Neusprech. Dumm nur, daß er selber die Lügen glaubt, welche er postuliert.
    Aber das Volk lernt auch nichts dazu.
    Gemeinsam versperrt man den Ausgang und rennt wie der Irre mit dem Kopf gegen die Wand. Mein Mitleid ist da echt begrenzt.

    Die EZB öffnet die Geldschleusen, weil die Wirtschaft Inflation braucht wie der Herzkasperpatient seine Beta-Blocker. Der globale Saftladen wäre sonst lange gegen die Wand gefahren.
    Da stellen die G7 fest, oberstes Ziel sei die Bekämpfung der Deflation, und hier hämmert die Propaganda Hyperinflation in die Köpfe. Einfach nur jeden Scheiß zu veröffentlichen, hat nichts mit eimer Lösung zu tun. Das ist saublöd und das echte Problem.

    Und noch was: der Holzweg ist in den 80er Jahren beschritten worden. Man stand vor der Frage der Abhängigkeit der Menschheit von der Technologie. Statt den status quo einzufrieren, besser noch zurückzurudern, traten Kohl und Konsorten (Fraktionen, Experten, Presse) aufs Gaspedal. Sie sahen in der Technologie die Lösung und alle Dummbeutel haben sich ihr unterworfen. Deshalb finanziert Merkel mit einer Mrd. ein Projekt zur Erforschung eines bionischen Hirns. Genforschung, Bionik, Cyborgs, Wettermanipulation - der Wettlauf ist gefloppt, die Gesichter werden noch richtig lang werden, denn der PC war eine Sackgasse, wie sie fataler nicht sein konnte.

    Nun fressen alle Scheiße und leben unter dem Schwert des Zusammenbruchs. Sehr begrenzt, mein Mitleid. Soviel Doofheit muß einfach bestraft werden. Da fehlt nur noch die Homoehe zum allseitigen Glück.

    Deflation, habe ich immer gesagt. Deflation. Verdeckt. Aber soweit reichts eben nicht beim Experten.

  • Sie haben recht. Wir werden von Verbrechern regiert.
    Würde der Staat, das Volk als wahrer Souverän, alles Geld dass er braucht, um Schulen, Krankenhäuser, Kindergärten, Straßen, Brücken etc. zu errichten und zu unterhalten, würde der Staat dieses Geld selber aus der Luft schöpfen (Fiat Money) wie es die Privatbanken machen, dann bräuchte er keine Kredite aufnehmen, ergo keine Zinsen zu zahlen, wäre nicht verschuldet und wir bräuchten deswegen keine Steuern zu zahlen.
    So aber bekommt er das Geld von den Banken und muss alles tun, was die Banken wollen. Damit das nicht so offensichtlich ist gibt es ein wenig Geplänkel mit der Bankenaufsicht und dem Bund der Steuerzahler, um uns Allen Sand in die Augen zu
    streuen.

  • Was ist da im politischen und finanziellen Prozess: MPS ?
    In den USA haut man mit minus 16% drauf.

  • Dyisselbloem heißt der, glaube ich .......
    Aber egal, wie sie auch heißen mögen, die Euro-Maniker, der Euro wird sich in der jetzigen Kosistenz nicht halten lassen. Es werden gravierende Änderungen unvermeidlich sein. Vor allem jedoch muss zu absoluter "Vertragstreue" gefunden werden, sonst geht der Euro baden.

  • Dass die Krise nicht mehr vorhanden war, ist weiter nichts als dummes Geschwätz unserer Euro-Retter-Maniker in Berlin und Brüssel. Am besten kann man daran erkennen, dass die Krise nie weg war, dass jetzt eine korrupte Geldwäschenation mit unseren sauer verdienten Steuermilliarden gerettet werden soll, damit dieses Zypern weiterhin auf kriminelle Art und Weise agieren kann. Dieses Land wird de facto als "systemrelevant" (Diysselberg) ex cathedra proklamiert - und wir sollen diesen Mist glauben!

  • so so, der Bankenverband befürchtet die Grundlage für eine neue krise. nur Blöde ist doch, dass die banken die krise machten, und sie war nie weg. mit Gewalt will man dem Volk einreden, dass Banken keine Schuld trifft, und eine neue krise kommen könnte, obwohl sie nie weg war, oder was?

  • So ist es, Sprache frisst Gehirn, Newspeak lässt grüßen.

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