Banker-Karrieren Von der Nato zu Goldman Sachs

Paulson, Rubin, Draghi: Alle haben sie bei Goldman Sachs gearbeitet. Die Investmentbank ist Kaderschmiede für Politiker. Umgekehrt wechseln Politiker zur Bank. Der jüngste Zugang von der Nato sorgt jetzt für Aufsehen.
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Die US-Investmentbank zog gerade einen prominenten Berater an Land. Quelle: Reuters
Goldman Sachs

Die US-Investmentbank zog gerade einen prominenten Berater an Land.

(Foto: Reuters)

New YorkImmer wieder Goldman: Die US-Investmentbank liebt es, Verbindungen zu Politikern herzustellen. Diesmal handelt es sich um Fogh Rasmussen, einen ehemaligen dänischen Regierungschef, der zudem bis 2014 als Generalsekretär der Nato gedient hat. Während sonst Politiker in Diensten von Banken oft nur ungenau umrissene Aufgaben haben, wartet auf Rasmussen aber ein sehr konkreter Job: Er soll die Wogen im Streit um einen heiklen Deal mit der dänischen Regierung glätten. Die hatte Goldman für umgerechnet 1,5 Milliarden Dollar 18 Prozent an einem staatlichen Energieversorger überlassen – eine sehr unpopuläre Entscheidung, die sogar zum Zerwürfnis innerhalb der Regierung führte.

Goldman hat schon häufiger prominente Politiker abgeworben, umgekehrt sind Goldmänner in die Politik gegangen – das ist der berühmte Drehtür-Effekt. Der frühere Konzernchef Hank Paulson etwa war Finanzminister zurzeit der Finanzkrise. Seinem Nachfolger Tim Geithner hat man oft eine Vergangenheit bei Goldman angedichtet, weil er wie ein Banker aussieht – aber er hatte nie etwas mit der Bank zu tun. Der heutige Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hat dagegen früher einmal bei Goldman gearbeitet, ebenso Robert Rubin, Finanzminister unter Bill Clinton.

Auf der anderen Seite ging der bekannte deutsche Notenbanker Otmar Issing nach dem Ausscheiden aus der EZB als Berater zu der Investmentbank. Außerdem hat Goldman 2011 den früheren republikanischen US-Senator Judd Gregg als Berater engagiert, der sich einen Namen als Gegner zu strenger Bankenregulierung gemacht hatte. Möglicherweise noch problematischer sind solche Wechsel auf Arbeitsebene. So bekam im Mai Andrew Donohue von Goldman die Stelle des „Chief of Staff“ bei der SEC, die als Aufsichtsbehörde für Goldman zuständig ist.

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8 Kommentare zu "Banker-Karrieren: Von der Nato zu Goldman Sachs"

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  • Für mich ebenfalls völlig unverständlich weshalb ausgerechnet Finanzinstitute, die tatsächlich keinerlei reale Werte schaffen derart viel Macht zugesprochen wird. Meiner Ansicht nach zeigt das nur die Kopf- und Rückgratlosigkeit von Politikern.

    Sicherlich erinnern Sie sich noch wie Deutsch-Banker (allern voran Joe Ackermann) sogleich alle zuständigen Minister zur "Vollversammlung" lud, um die Auswirkungen der Finanz- und Schuldenkrise (also von Wirtschafts- und Politführern verursachte Schlampereien !!!) für die Banken abzumildern, indem man dem doofen Volk erklärte, dass Banken doch ach so "systemisch" seien und daher von staatlicher Seite unterstützt werden müssten.

    Systemisch ist in meinen Augen aber lediglich die Korruption und die Ahnungslosigkeit dieser Leute, die wie Nonnenmacher ihr Namenskürzel für Entscheidungen ab 500 Mio. Euro aufwärts auf ein Schmierpapier machen !

  • "Banking was conceived in iniquity and born in sin. Bankers own the earth. Take it away from them, but leave them the power to create money and control credit, and with the flick of the pen they will create enough money to buy it back again.
    But if you want to continue as the SLAVES of the bankers and PAY THE COST OF YOUR OWN SLAWERY, let them continue to create money and to control credit." (Sir Josiah Stamp, ehemaliger Direktor der Bank of England)
    Was die Allermeisten jedoch einfach nicht kapieren wollen, die nun den pösen, pösen Banken oder allgemein dem "Kapitalismus" alleine die "Schuld" in die Schuhe schieben: Politik bzw. ReGIERungen und Banken arbeiten symbiontisch miteinander, da sich diese bei den Banken selbst verschuldet und damit versklavt haben:
    "Die permanente Aufschuldung des Staates steht in unmittelbarem Zusammenhang mit den Mechanismen der Macht. Die Herrschaft von Menschen über Menschen kann nur auf zwei Wegen erfolgen: Entweder mit dem Schwert (mit Waffen) oder mit der Methode Brot und Spiele. Letztere war nicht nur die Methode von Herrschern im alten Rom, sondern ist auch das Lebenselixier der Demokratie und trägt dort die Namen Sozialstaat, Wohlfahrtsstaat und Umverteilung. Spätestens dann (meistens schon vorher), wenn die fiskalkleptokratische Abzocke des Volkes zum Zweck des Stimmenkaufs (Machtgewinn oder Machterhalt) so weit getrieben wurde, daß der Steuerertrag nicht mehr steigt, sondern sinkt (Laffer-Kurve), greift die politische Kaste zum Mittel der Verschuldung."
    http://forum.finanzen.net/forum/Staatsbankrott_und_Konkursverschleppung-t250965?page=0
    Die sogenannten "Linken" sind daher auch in Wirklichkeit die schlimmsten Schuldenjunkies der Banken!!
    Noch kurz was zu den "Göttern": nicht nur Draghi ist ehemaliger GS-Spitzenmann, sondern auch der erste ausländische (sic!) Governor der Bank of England Marc Carney. Bekanntester Politiker aus den Reihen der "Götter" ist vermutlich der ehemalige italienische Ministerpräsident Mario Monti.

  • Stimmt Albert Einstein, was eine sehr sehr böser Mensch, der mit seinen Glaubensbrüdern (Oppenheimer und Teller) die schlimmsten Massenvernichtungswaffen der Zeitgeschichte erfunden hat.

    Aber trotz Einstein befindet sich die Menschheit wieder auf dem aussteigenden Ast und erkennt, dass wir uns nicht auf Dauer gegen unser Produkt (die Umwelt) versündigen dürfen. Großer Männer, wie Heisenberg, Quant und zuletzt auch Dürr sind Meilensteine des Umdenkens und auf die können wir in Deutschland zu Recht stolz sein.

  • Goldman Sachs ist der Kapitalismus pur und arbeitet ausschl. im Sinne der USA, d.h. im Sinne der amerikanischen Milliardäre und Millionäre.
    Alles andres Gerede sind Märchen für den "stupid German" man.
    Ein Zitat:
    Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind,
    sondern von denen,
    die das Böse zulassen.
    Albert Einstein

  • Die EZB und die EU ist auf der einen Seite zu "Finanzlastig" und auf der anderen Seite zu "soziallastig" bzw. "ökolastig". Mit diesen Lasten kann es in der EU und im Euroraum keine Mehrwertschöpfung auf Basis einer Marktwirtschaft geben. Die wirtschaftliche Wertschöpfungskette wird durch die einseitigen Interessen, die Banken/Investmentfonds, die Sozialstaatsystem und die Ökologische Systeme komplett außer Kraft gesetzt. Die Marktwirtschaft und damit die Gesellschaft muss wieder das Sagen in dieser von Lobby verfilzten EU/EURO Diktatur haben. Danke!

  • Solange unser Wirtschaftssystem darauf basiert, dass Geld die wichtigste Rolle im Leben spielt, sollte man eigentlich Politik und Finanz strikt voneinander trennen. Da kann nur Schlimmes bei rumkommen...

  • Geld regiert die Welt. Wer will da etwas anderes behaupten?

    Unter der Berücksichtigung das eine Bank ja in keinster Weise wirklich reale Werte schafft; ist das doch alles "pervers".

  • Eigentlich sollte der Weg ja umgekehrt sein. Um nicht als arme Kirchenmaus in der Politik zu verhungern, wechselt man(n) in die freie Wirtschaft.

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